In den nächsten Wochen bis Ende April läuft die Anmeldefrist an der Musikschule. Schülerinnen und Schüler entscheiden sich jetzt, ob sie ein Musikinstrument erlernen möchten und wenn ja, welches. Hier bieten wir Ihnen ein paar Entscheidungshilfen und weisen Sie gerne hin auf unsere bevorstehenden Instrumentenworkshops im März in verschiedenen Gemeinden (siehe Terminplan).
Keine Angst! Es folgen hier keine Abhandlungen über die historische Entwicklung und den Aufbau verschiedener Musikinstrumente. Vielmehr sollen hier beispielhaft einzelne Lehrpersonen als auch Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen, die sich für diese Instrumente entschieden haben. Sie berichten über ihre Erfahrungen und darüber, was ihnen am besten daran gefällt.
Wir beginnen in dieser Reihe mit den Streichinstrumenten Violine (oder Geige), Bratsche (oder Viola), Cello und Kontrabass.
Unsere Lehrpersonen:
Violine: Stephanie Haensler, Hyein Kindhauser – Lee, Lucius Weber, Clara Zschocke
Viola: Lucius Weber, Clara Zschocke
Cello: Jacqueline Mühry, Andreas Fuchs, Marcos Alcalde
Kontrabass: Hannes Giger
Interview mit 2 Lehrpersonen
Stephanie Haensler – Violinlehrerin in Baden

Hannes Giger – Kontrabasslehrer in Baden

Wie bist du als Kind zu deinem Instrument gekommen? Weisst du noch, warum du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden hast und nicht für irgendein anderes?
Stephanie Haensler: Ich war eine Spätzünderin und habe erst mit 10 angefangen. Im Kindergartenalter habe ich aber bereits eine Schallplatte im Regal meiner Eltern entdeckt, die gewissermassen die Initialzündung war – dies aber nicht nur aufgrund des musikalischen Inhalts, sondern auch aufgrund der Covergestaltung: Arcimboldos «Gemüse- und Früchteportraits» gepaart mit Vivaldis Jahreszeiten haben mich nicht mehr losgelassen und diese Platte musste nun in Dauerschleife rauf und runter gespielt werden. Von da an war mir klar, dass ich irgendwann Geige spielen werde.
Hannes Giger: Nach ein paar Jahren Cellounterricht war es wirklich an der Zeit, noch etwas mehr in die Tiefe zu gehen. Es war mehr Zufall als eine Entscheidung, wie der Kontrabass und ich zusammenfanden. Das es das richtige Instrument für mich war, wurde dann aber schnell klar.
Du spielst dein Instrument seit vielen Jahren und hast es auch studiert. Was gefällt dir am besten daran? Warum möchtest du auf keinen Fall tauschen?
SH: Ich bin noch immer verliebt in den Klang von Streichinstrumenten aller Art. Die enorme Vielschichtigkeit interessiert mich sowohl als Interpretin, als auch als Komponistin. Der Ton ist unendlich komplex und bietet eine inspirierende Vielfalt an Möglichkeiten einer Klanggestaltung, die noch lange nicht endgültig erforscht ist…
HG: Die stilistische Vielfältigkeit erlaubt ein Zusammenspiel in verschiedensten Ensembles. Das ist eher selten.
Hattest du oder hast du immer noch Vorbilder, denen du auf deinem Instrument nacheiferst?
SH: Damals eine ganze Liste an Geiger:innen, denen ich in einem jugendlichen «Fankult» nachgeeifert habe. Heute ist diese Liste um erweiterte Idole aus dem Bereich Kunst allgemein gewachsen: Ich empfinde beispielsweise auch Literatur oder Architektur als wahnsinnig bereichernd und inspirierend für mein künstlerisches Arbeiten und so können auch ganz ‘aussermusikalische’ Einflüsse zum Thema meiner Musik werden.
Warum sollten sich deiner Meinung nach alle musikinteressierten Schülerinnen und Schüler ausgerechnet für dein Instrument entscheiden?
SH: Alle? Bloss nicht! An einer Musikschule soll unbedingt die ganze Bandbreite an Instrumenten vertreten sein! Wenn man allerdings oben beschriebene Liebe und Faszination für den gestrichenen Ton empfindet und bereit ist, in ein unerschöpfliches Meer an wunderbaren Kompositionen einzutauchen, ist die Geige natürlich die beste Wahl… 😉
HG: Das darf auf keinen Fall passieren! Wir brauchen die anderen Instrumente zum gemeinsamen Musizieren.
Spielt man auf deinem Instrument nur klassische Musik? Wenn nein, was sonst noch?
SH: Wie bereits erwähnt, haben wir das Privileg eines schier endlosen klassischen Repertoires an grossartiger Geigenmusik: Für kaum ein anderes Instrument wurde so viel und so gut komponiert! Allerdings sind die Möglichkeiten auf alle Seiten offen und so gibt es beispielsweise auch eine hinreissende Klezmer- oder Irish Fiddle Tradition; auch im Jazz-, Rock- und Popbereich nimmt die Geige einen wichtigen Platz ein – und nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, eigene Musik zu schreiben für das Instrument und es ganz persönlich kreativ zu entdecken!
HG: Jazz, Bluegrass, Klezmer, Old Time Music und viele andere Formen der Volksmusik.
Stimmen von Schüler:innen, die ein Streichinstrument spielen
Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden? Was gefällt dir am besten daran?
Warum:
– Über Kolleg:innen, Gspäänli.
– Meine Oma spielt in einem Orchester.
– Wir haben es in der Schule durchgenommen.
– Wir haben einen Musikladen im selben Haus, da habe ich es immer gesehen.
Was gefällt am besten:
– Der Klang.
– Das Aussehen, die f-Löcher finde ich cool. 😊
– Die Geige ist vielseitig einsetzbar.
– Es gibt viele Möglichkeiten, mit anderen zusammenzuspielen.
Was findest du schwierig an deinem Instrument? Womit hast du Mühe?
– Präzise Tongestaltung, Intonation (Millimeterverschiebungen machen so viel aus)
– Saiten- und Lagenwechsel
– Vorzeichen lesen und anwenden
Hast du auch schon mit anderen Schüler:innen gemeinsam musiziert? Wenn ja, bei welchem Anlass? Hat das Spass gemacht?
– Spass gemacht: JA und wie! 😊
Wo:
– Im Jugendorchester
– Kammermusik mit Freund:innen oder Familie
– Beim Adventssingen in der Schule
– Gemeinsame Auftritte an Klassenkonzerten etc.