Grussworte zum Jubiläum von Ruth Müri

Liebe Musikschülerinnen und -Schüler
geschätzte Schulleitung, Lehrpersonen und Mitarbeitende der Musikschule Region Baden
Liebe Eltern und geehrte Gäste

Im Namen der Stadt Baden gratuliere ich der Musikschule Region Baden ganz herzlich zu ihrem 80-jährigen Bestehen und freue mich, dass wir das Jubiläumsjahr mit verschiedenen speziellen Aktivitäten wie dieses wunderschöne Konzert feiern können.

Es freut mich besonders, dieses Jubiläumkonzert hier im Martinsberg stattfindet – an einem Ort, der ein Stück Badener Industriegeschichte verkörpert. Heute wird dieses Gebäude als Schulhaus für die Berufsfachschule BBB genutzt. Ursprünglich wurde es als Wohlfahrtshaus der BBC gebaut und erzählt etwas über das Selbstverständnis der damaligen BBC.

Musikschule Region Baden | Blog

Das Wohlfahrtshaus wurde nicht einfach als einfaches Kantinengebäude errichtet. Es wurde ein renommierter Architekt engagiert und dieses repräsentative Gebäude ist der Ausdruck der Überzeugung, dass eine starke Gemeinschaft mehr braucht als Arbeitsplätze und eine Verpflegungsmöglichkeit.

Hier trafen sich Mitarbeitende zum Austausch, zu kulturellen Veranstaltungen sowie Konzerten und zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Das Haus sollte Raum bieten für Weiterbildung, Begegnung und persönliche Entwicklung. Dass wir heute das Jubiläum einer Musikschule gerade hier feiern, ist deshalb besonders passend.

Ich denke, es ist kein Zufall, dass gerade in Baden die älteste Musikschule des Kantons Aargau entstanden ist. Die BBC prägte als weltbekanntes Industrieunternehmen massgeblich die Kultur und die Entwicklung der Stadt Baden. In diesem Umfeld entstand früh ein Bildungsverständnis, das den Menschen als Ganzes fördern wollte – und dazu gehörte auch die Musik.

Das Musizieren hat eine grosse Bedeutung für die Entwicklung junger Menschen. Heute wissen wir aus der Hirnforschung, dass das Erlernen eines Instruments weit mehr fördert als musikalische Fähigkeiten. Musizieren stärkt die Konzentration, das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit. Es schult die Feinmotorik, vernetzt unterschiedliche Bereiche des Gehirns und unterstützt die Sprachentwicklung. Wer musiziert, lernt zuzuhören, dranzubleiben und sich Schritt für Schritt zu verbessern.

Mindestens ebenso wichtig sind die sozialen Kompetenzen. Im Ensemble oder Orchester lernen Kinder und Jugendliche Verantwortung zu übernehmen, aufeinander zu hören und gemeinsam etwas entstehen zu lassen, das grösser ist als die Leistung des Einzelnen. In einer Zeit, in der vieles schnell, digital und individuell geworden ist, bleibt das gemeinsame Musizieren ein wertvoller Gegenpol: Es verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft und stärkt den Zusammenhalt.

Die Musikschule Region Baden leistet seit acht Jahrzehnten genau dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Generationen von Kindern und Jugendlichen haben hier ihre ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt, auch ich. Manche sind Berufsmusikerinnen oder Berufsmusiker geworden, viele andere haben die Musik als lebenslange Begleiterin mitgenommen. Alle aber haben von den Erfahrungen profitiert, die das Musizieren vermittelt: Freude, Ausdruckskraft, Selbstvertrauen und Disziplin.

Dass dies möglich ist, verdanken wir dem grossen Engagement vieler Menschen: den Lehrpersonen, den Schulleitungen, den Mitarbeitenden, den Eltern, den Verbandsgemeinden, welche den Musikunterricht finanziell unterstützen und natürlich den Schülerinnen und Schülern selbst. Ihnen allen möchte ich heute von ganzem Herzen danke sagen.

80 Jahre sind ein beeindruckendes Jubiläum. Es ist ein Anlass, mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken, aber auch, mit Zuversicht nach vorne zu schauen. Denn die Musikschule Region Baden erfüllt heute eine ebenso wichtige Aufgabe wie bei ihrer Gründung: Sie eröffnet jungen Menschen Zugänge zur Musik, fördert ihre Entwicklung und bereichert damit unsere ganze Region.

Ich wünsche der Musikschule Region Baden weiterhin viel Erfolg, inspirierende Begegnungen, neugierige Schülerinnen und Schüler und noch viele Jahre voller Musik.

Herzliche Gratulation zum 80-jährigen Jubiläum.

Vielen Dank.

Ruth Müri