Üben

Üben – DAS Zauberwort schlechthin im Musikunterricht. Ohne Üben kommt man nicht vom Fleck, man macht keine erkennbaren Fortschritte. Aber was heisst eigentlich üben? Und wie gelingt es am besten?

Üben heisst wiederholen

Es ist nicht zielführend, ein neues Musikstück einmal durchzuspielen und dann zu meinen, man habe jetzt geübt. Das wäre vergeudete Zeit. Neue Bewegungsabläufe müssen sich zuerst einprägen. Viele Lehrpersonen vergleichen das Üben mit Laufen durch frischen Schnee. Wenn man einmal durchläuft, bleibt eine einzelne Spur ohne Bedeutung zurück. Wenn man mehrmals auf demselben Weg durchläuft, bildet sich ein Pfad, und man muss bei jedem weiteren Durchgang nicht mehr überlegen, welche Richtung man einschlagen muss. Daher gilt beim Üben: Einmal ist kein Mal.

Langsam üben

Neue, ungewohnte Bewegungsabläufe müssen vom Gehirn zuerst verarbeitet werden, bevor sie automatisiert werden können. Das funktioniert nicht, wenn man von Anfang an zu schnell spielt. Wer sich Zeit nimmt, spielt sauberer und vermeidet, dass sich Fehler ungewollt verfestigen.

Ein neues Stück in Abschnitte unterteilen

Es ist selten hilfreich, ein neues Stück von Anfang bis Ende durchzuspielen. Vielmehr hilft es, einzelne Takte oder Stellen herauszupicken, bei denen man regelmässig hängenbleibt und diese mehrmals im langsamen Tempo zu wiederholen, bis man sie flüssig spielen kann.

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Ziele setzen

Beim Üben gilt, wie in vielen anderen Belangen: Entscheidend ist nicht die Quantität, sondern die Qualität. Stundenlanges falsches Üben ist ebenfalls Zeitverschwendung! Wer sich vor dem Üben konkrete Ziele setzt, arbeitet konzentrierter und effizienter, zum Beispiel:
«Heute übe ich diese schwierige Passage so langsam, dass ich sie fünfmal fehlerlos spielen kann.» Oder: «Dieses Stück möchte ich bis nächste Woche auswendig spielen können.»

Kurze Pausen einlegen

Wenn ein schwieriger Abschnitt ohne Fehler gelungen ist, so hilft es, nicht gleich weiterzuspielen, sondern eine kurze Pause einzulegen, damit das Gehirn die neuen Abläufe verarbeiten und abspeichern kann. Einmal bewusst tief durchatmen kann schon genügen.

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Mental üben

In vielen Fällen ist es hilfreich, die Augen zu schliessen und sich Bewegungsabläufe nur geistig vorzustellen. Auch «trockenes» Üben, das heisst Üben ohne Instrument, kann helfen (Luftgitarre spielen oder Fingersätze für das Klavier auf dem Esstisch durchspielen).

Fehler analysieren

«Warum spiele ich diesen Ton immer falsch?» Es ist nützlich, sich Merkhilfen – zum Beispiel einen Fingersatz – in die Noten einzutragen oder eine schwierige Passage farbig zu kennzeichnen.

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Sich freuen auf das Ganze

Üben ist Arbeit, aber wer es richtig macht, wird am Ende durch Erfolg belohnt. Wer sich bei jeder Übeeinheit darauf freut, das Stück bald ganz durchspielen zu können, wird die Freude daran auch in schwierigen Phasen nicht verlieren.

Daher: Viel Spass beim Üben!