Die Lehrpersonen der Musikschule

Selbstverständlich ist es nicht möglich, Ihnen im Rahmen dieses Blogs sämtliche Lehrpersonen vorzustellen, die an unserer Musikschule tätig sind. Zwei von ihnen geben Ihnen beispielhaft einen Einblick in ihren Berufsalltag.

Réka Szabo unterrichtet Blockflöte und Querflöte in Baden und Obersiggenthal. Marc Joho unterrichtet Trompete in Baden, Obersiggenthal und Untersiggenthal.

Wie lange bist du schon an Musikschulen tätig? Unterrichtest du auch noch an anderen Musikschulen ausser Baden?

Réka Szabo: Ich unterrichte schon seit über 20 Jahren. Ich habe in verschiedenen Gemeinden Unterricht, neben der MSRB auch noch in Bad Zurzach.

Marc Joho: Seit 26 Jahren. Ja, ich habe an mehreren anderen Musikschulen unterrichtet. Zur Zeit bin ich nebst Baden noch an zwei weiteren Schulen tätig.

Wie und warum bist du ausgerechnet an die Musikschule Baden gekommen?

RS: Ich wohne in der Nähe und wollte nicht weit entfernt von meiner Familie arbeiten.

MJ: Zufälligerweise lernte ich im Jahr 2007 meinen jetzigen Trompeten-Unterrichtskollegen Matthias Merki kennen, der damals schon einige Jahre an der MSRB unterrichtete. Er wies mich darauf hin, dass dort die Stelle eines zweiten Trompetenlehrers ausgeschrieben war, da sein eigenes Pensum stetig anwuchs. Tatsächlich konnte ich diese Stelle dann antreten, ein sehr glücklicher Umstand für mich 😊

Wie hast du deine eigene Zeit als Schüler/in an einer Musikschule erlebt? Haben dich die positiven Eindrücke geprägt, oder hast du dir vorgenommen, ganz anders zu unterrichten, als du es selbst als Schüler/in erfahren hast?

RS: Ich habe wunderschöne Zeit in der Musikschule, wo ich Schülerin war, erlebt. Ich unterrichte nicht ganz, aber anders als ich es erlebt hatte.

MJ: Ich hatte im Alter von 11 Jahren nur ein Jahr lang Trompetenunterricht an einer Musikschule, der mir eigentlich (soweit ich mich erinnern mag) positiv in Erinnerung ist. Mein Vater hatte mir vieles beigebracht, da er auch Trompete spielte. Von daher kann ich zu diesen Fragen gar nicht mehr sagen.

In welchem Alter und vor allem warum hast du dich entschieden, Musik zu studieren und ausgerechnet Musiklehrer/in zu werden?

RS: Ich war 6 Jahre alt und hatte Asthma. Meine Ärztin hat meinen Eltern empfohlen, dass ich ein Blasinstrument spielen soll, um die Kapazität meiner Lunge zu verbessern. Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet Musikerin zu werden 😊

MJ: Ich habe erst im Alter von 34 Jahren noch Musik (Jazz) studiert, das war mein zweites Studium (nach Elektrotechnik an der HTL direkt nach der Lehre). Die Musik, insbesondere das Trompetenspiel, begleitete mich seit früher Kindheit, und ich wollte unbedingt mehr über die Jazzmusik und das Improvisieren erfahren. Lehrer zu werden, war dann die logische Schlussfolgerung für mich.

Kannst du uns den typischen Alltag einer Musiklehrperson kurz vorstellen?

RS:
• Selbst üben
• Organisation von Vorspielen, Konzerte
• Austausch mit Eltern
• Organisation der Unterrichts Materialien
• Notenmaterial vorbereiten
• Auswahl, Planung der Stücke

MJ: Als Lehrperson für Blasinstrumente ist man wegen eher kleinerer Pensen meist an mehreren Schulen und Orten tätig. Ich fahre demzufolge an einem Tag von Ort zu Ort. Häufig kann man morgens und auch am früheren Nachmittag noch nicht so viele Schülerinnen und Schüler unterrichten, da diese noch in der Schule sind und erst nach Schulschluss, d.h. so ab 15.15 Uhr, kann’s richtig losgehen. Daher hat man als Musiklehrperson meistens auch zu späterer Uhrzeit Feierabend. In der unterrichtsfreien Zeit ist man beschäftigt mit Unterrichtsvorbereitungen, organisatorischen Angelegenheiten oder mit selbst üben am Instrument.

Machst du auch ausserhalb der Schule Musik? Wenn ja, wo? Bands, Ensembles, Orchester?

RS: Ich spiele regelmässig in einem Ensemble mit Chor.

MJ: Zur Zeit mache ich selber (leider) eher weniger Musik, da meine Woche ziemlich durchgetaktet ist. Und meine Familie, mit der man ein bisschen Zeit verbringen möchte, ist ja auch noch da. Ich spiele noch in einem Brass-Quartett mit („Brass4Fun“), mit welchem wir zirka sechs Auftritte pro Jahr haben, sowie in einem Blechbläser-Septett plus Schlagzeug („Blechsalat“), mit welchem wir jährlich eine Konzertserie mit ein paar Proben vorab spielen.

Was gefällt dir an diesem Beruf am besten? Warum möchtest du mit keinem anderen Beruf tauschen?

RS: Bringt neue Begegnungen, unterschiedliche Herausforderungen und kreative Momente. Arbeiten mit verschiedenen Altersgruppen. Kein Tag ist wie der andere.

MJ: Es bereitet mir Freude, Kindern ein Instrument zu lehren und sie (meistens) über mehrere Jahre musikalisch ausbilden und sie generell ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen. Und wenn man dann über die Zeit hinweg immer wieder die Erfolge sehen kann – toll! Durch den 1:1 Unterricht entsteht vermutlich auch noch eine etwas „direktere“ Beziehung als vielleicht im Klassenunterricht, was ich auch schön finde und geniesse. Im Weiteren arbeitet man als Musiklehrperson eigentlich als „eigenständiger Unternehmer“, d.h. man hat viele Dinge selber in der Hand und trägt damit eine nicht unwesentliche Verantwortung, was ich persönlich sehr schätze.

Dein schönstes oder lustigstes Erlebnis in deiner bisherigen Berufslaufbahn.

RS: Wenn ein Ziel erreicht wird, ein strahlendes Lächeln nach einem Erfolgserlebnis.

MJ: Eines meiner schönsten Erlebnisse war im Dezember 2023, als ich mit einem Schülerensemble an einem Weihnachtsmarkt amerikanische Weihnachtssongs spielte. Wir traten mitten auf einem Schulhausplatz vor einem grossen, beleuchteten Weihnachtsbaum auf, es schneite passend dazu und viele Besucher hörten und schauten uns zu. Die Stimmung und der Weihnachtszauber waren einfach perfekt! Und das i-Tüpfelchen war, dass meine beiden Söhne ebenfalls in diesem Ensemble mitspielten.