Popchor VoicSing

Zuerst noch etwas Werbung für unsere nächsten Konzerte. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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und nun zu den Interviews:

Elina Diener

Stimmlage: Alt
Gründungsmitglied des Chores

Liebe Elina, du bist nicht nur von Anfang an dabei, sondern warst sogar die treibende Kraft, dass es überhaupt zur Gründung dieses Chores gekommen ist. Kannst du uns kurz berichten, wie sich das zugetragen hat?

Elina Diener: Ich suchte einen Chor, welcher meinem Stil entsprach. Da habe ich dich per Mail angefragt, ob du mir einen Chor empfehlen könntest. Du meintest, du versuchst gerade ein Popchor für die Musikschule zu gründen. Da war ich gleich voller Euphorie. Das sollte doch gelingen, ein paar Bekannte/Freunde dafür zu begeistern! Nach zwei Schnupperabenden startete das Projekt Jugendchor.

Am Anfang bestand der Chor nur aus etwas mehr als einem Dutzend singfreudiger junger Frauen aus deinem Bekanntenkreis. Warum seid ihr nicht einem der vielen schon bestehenden Chöre in unserer Region beigetreten?

ED: Entweder sangen sie die falsche Stilrichtung oder sie konnten mich nicht abholen. Im Bezirksschul-Chor, wo ich 2 Jahre mitsang, konntest du die Jungen schon so toll begeistern. Da wusste ich, dass dies passen würde.

Einige Jahre lang waren keine Männer dabei, inzwischen ist es eine zwar immer noch kleine, aber sehr motivierte Gruppe von Männern, die den Klang wesentlich bereichert. Was hat sich deiner Meinung nach im Chor verändert, seit auch Männer dabei sind?

ED: Die grösste Veränderung ist wahrscheinlich für uns als Alt-Stimmen. Wir haben viel weniger tiefe Stellen als damals. Der Chor ist nun vielseitiger, ich mag die tiefen Bass-Stimmen. Und wir haben nun auch viel anspruchsvollere Stücke. Seit die Männer dabei sind, wird auch mehr neben den Proben unternommen.

Der Chor ist in der Zwischenzeit zu einem stattlichen Klangkörper mit knapp 70 Mitwirkenden angewachsen. Begrüsst du das, oder hast du lieber in der kleinen Gruppe gesungen, wie es ganz am Anfang der Fall war?

ED: In der kleineren Ausführung kannte man wirklich alle Mitglieder gut. Das ist nun etwas schwieriger. Jedoch macht es auch unglaublich Spass, mit so vielen Personen ein Projekt wie das Chorkonzert zu erreichen. Wenn wir ein Lied wirklich gut können, dann tönt es mit 70 Personen schon unglaublich toll.

Der Chor nennt sich ganz bewusst Popchor. Ganz zu Beginn haben die Mitwirkenden zwei Wünsche geäussert in Bezug auf das Programm: Keine klassische Chorliteratur und keine Gospels. Warum eigentlich?

ED: Da bin ich sicher mitschuldig. 😉 Ich denke, es gibt viel mehr Chöre, die klassisch oder Gospel singen, die begeistern mich einfach nicht gleich. Und nach jährlichen 20 Anfragen für unseren Chor, bestätigt es, dass Pop gefragt ist für einen Chor.

Was gefällt dir besonders gut an diesem Chor? Was wünscht du dem Chor für die kommenden Jahre?

ED: Ich kann hier abschalten und fühle mich nach der Probe immer super. Es macht Spass, zusammen was zu schaffen, man hört die Erfolge. Ich habe hier viele Freunde, die ich regelmässig treffe und hoffe, dass dies noch lange so bleibt. Erich ist die Seele von unserem Chor, er kann uns motivieren, anspornen und hat eigentlich immer gute Laune. Das steckt an. Ich hoffe, du bleibst uns noch lange erhalten. Ich wünsche mir, dass unser Publikum weiterhin unsere Begeisterung fürs Singen hört und spürt.

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Interview mit Philipp Ryffel

Stimmlage: Bass
Motor und treibende Kraft auf organisatorischer Ebene

Lieber Philipp, seit wann wirkst du im Popchor VoicSing mit?

Philipp Ryffel: Ich bin «erst» seit 4 Jahren bei VoicSing dabei – und es fühlt sich ehrlich gesagt viel länger an. Der Chor ist schnell mehr geworden als nur eine wöchentliche Probe.

Wie bist du auf diesen Chor gestossen? Was hat dich veranlasst, ausgerechnet hier mitzumachen?

PR: Ich bin eher zufällig auf VoicSing gestossen – geblieben bin ich wegen der Musik und der Menschen. Pop und Rock Songs im Chor zu singen, mit Anspruch, aber ohne Leistungsdruck – das hat mich sofort gepackt.

Was unterscheidet den Popchor VoicSing deiner Meinung nach von anderen Chören?

PR: Natürlich ist es die Musik und die anspruchsvollen Arrangements, die oft komplexer sind als bei vielen anderen Chören – aber immer ohne Leistungsdruck. Wir wollen musikalisch wachsen, ohne dass es sich verbissen anfühlt.
Für mich machen vor allem die Menschen den Unterschied. Bei VoicSing kommen ganz unterschiedliche Generationen, Kulturen und Kompetenzen zusammen. Jede und jeder bringt etwas Eigenes mit und zusammen entsteht etwas, das deutlich grösser ist als die Summe der Einzelnen.
Der Umgang ist immer respektvoll und offen. Neben der Musik schwingt deshalb eine tiefe Verbundenheit mit – und nicht selten auch echte Freundschaft.

Was macht Chorsingen mit dir? Kannst du kurz beschreiben, was dir so sehr daran gefällt?

PR: Chorsingen wirkt auf mich auf mehreren Ebenen. Durch das gemeinsame Singen kommt man automatisch in denselben Atem – und irgendwie auch in denselben Rhythmus. Man spürt, wie sich etwas synchronisiert, fast wie ein gemeinsamer Herzschlag.
Der Körper wird dabei selbst zum Instrument: Atmung, Haltung, Stimme, Konzentration – alles greift ineinander. Und genau dadurch entsteht ein starkes Wir Gefühl.
Für mich gibt es kaum etwas, das Menschen schneller und intensiver verbindet als gemeinsam zu singen. Man verlässt die Probe nicht nur musikalisch erfüllt, sondern auch menschlich getragen.

Wie die meisten gemischten Chöre sucht auch der Popchor VoicSing dringend Verstärkung im Männerregister. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass so wenige Männer für’s Chorsingen zu begeistern sind?

PR: Bei vielen Männern beginnt es mit dem Gedanken: „Ich kann nicht singen.“ In den allermeisten Fällen stimmt das aber nicht. Wenn das so wäre, würden die Charts wohl ausschliesslich von Frauen dominiert.
Viele verwechseln Solo‑ und Chorgesang. Allein zu singen ist etwas völlig anderes, als Teil eines Chors zu sein. Im Chor wird man getragen, hört aufeinander, wächst gemeinsam hinein.
Ich kann jedem Mann, der Spass an Musik hat, nur empfehlen, einmal bei einer Probe vorbeizuschauen. Wer das gemeinsame Atmen, den Klang und das Wir‑Gefühl erlebt, merkt schnell: Chorgesang ist alles – aber ganz sicher kein reines Frauending.

Auf organisatorischer Ebene bist du ein unermüdlicher Motor und eine nie versiegende Ideenquelle in diesem Chor! Kannst du unseren Leserinnen und Lesern einen kurzen Einblick darüber geben, was neben dem Singen sonst noch alles läuft bei VoicSing?

PR: Ich bin fest davon überzeugt, dass man bei jeder Probe und jedem Auftritt spürt, ob sich die Menschen hinter der Musik auch auf sozialer Ebene kennen. Deshalb ist es mir wichtig, dass VoicSing nicht nur dienstags stattfindet.
Neben dem Probewochenende – wo natürlich intensiv geübt wird, aber auch Raum für Begegnung und das Pflegen von Freundschaften ist – feiern wir nach den Konzerten gemeinsam mit unseren Angehörigen in einer Waldhütte das Erreichte. Im September begrüssen wir die Neuen bei einem gemeinsamen Essen, vor Weihnachten gehört ein Fondueplausch zur Tradition – manchmal mit Kerzenziehen oder einem anderen Ausklang. Der Umtrunk nach der Probe ist bei einigen genauso gesetzt wie das gemeinsame Musizieren an der Limmat in den Sommermonaten.
Es entstehen immer wieder neue Ideen: dieses Jahr freue ich mich besonders auf den Gang in ein professionelles Studio, um zwei unserer aktuellen Songs aufzunehmen. Alles aber immer nach dem gleichen Prinzip: jeder kann, niemand muss.

Was wünscht du dem Chor für die kommenden Jahre?

PR: Ich wünsche mir, dass VoicSing neugierig bleibt – musikalisch und menschlich. Neue Stimmen, neue Ideen, volle Konzertsäle und dieses besondere Gefühl, gemeinsam etwas auf die Bühne zu bringen, das berührt.