Auch hinter den Kulissen wird an der Musikschule intensiv gearbeitet. Dazu gehört auch die Tätigkeit des Vorstandes. Er ist das oberste strategische Organ der Musikschule. Was sind seine Aufgaben?
Die Musikschule Region Baden ist als privatrechtlicher Verein mit öffentlichem Auftrag organisiert. Vereinsmitglieder sind die teilnehmenden Gemeinden Baden, Birmenstorf, Ennetbaden, Gebenstorf, Obersiggenthal und Untersiggenthal. Diese Gemeinden entsenden Delegierte zu den jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen. Dort hat jede Gemeinde eine Anzahl von Stimmen entsprechend der Anzahl an Schüler/innen, welche sie an die Musikschule entsendet. Vorstand und Schulleitung legen der Mitgliederversammlung Rechenschaft ab über ihre Tätigkeiten.
Gemäss Organisationsreglement besteht der Vorstand aus dem Präsidenten oder der Präsidentin und vier bis acht weiteren Mitgliedern. Sie werden von der Mitgliederversammlung gewählt und alle vier Jahre im Amt bestätigt, was dieses Jahr wieder der Fall sein wird. Die aktuellen Mitglieder des Vorstandes sind:
- Marcel Rumo, Präsident
- Nadine Garnitschnig, Vizepräsidentin
- Krista Berz, Mitglied
- Flavia Näf, Mitglied
- Mirjam Obrist, Mitglied
- Noëmi Löw-Tamm, Mitglied
- Christine Vögele, Mitglied
Einsitz im Vorstand haben auch zwei Lehrpersonen als Interessenvertreter/innen der Lehrerschaft sowie die Schulleitung. Unter anderem fällt der Vorstand Entscheidungen über Grundsätze der Geschäftstätigkeit, beschliesst das Jahresbudget, wählt Lehrpersonen und Mitarbeitende in der Administration und genehmigt das Fächerangebot auf Antrag der Schulleitung. Der aktuelle Präsident Marcel Rumo erzählt, wie er die Arbeit in diesem Gremium erlebt.
Interview mit Marcel Rumo, Präsident der MSRB

Lieber Marcel, kannst du uns kurz schildern, wie du überhaupt in Kontakt mit der MSRB gekommen bist?
Marcel Rumo: Mitte 30 habe ich versucht, als Wiedereinsteiger meinen Klavierunterricht als kleine Auszeit in meinen Arbeitsalltag zu integrieren. Was als gute Idee begonnen hat, ist dann hart auf meine berufliche Realität geprallt. Die Lektionen über Mittag waren schon nach kurzer Zeit nicht mehr entspannend und inspirierend. Sie waren vielmehr Pflicht. Die Zeit von der letzten Besprechung bis ans Klavier war zu kurz, um abzuschalten. Während des Unterrichts habe ich oftmals bereits an die nächste Besprechung gedacht.
So habe ich mich dann an meinem Wohnort nach einer Option umgesehen und kam als erstes auf die MSRB. In meiner privaten Umgebung den Unterricht zu besuchen, hat mir geholfen, in meinem Tempo kleine Fortschritte zu erzielen. Meine Klavierlehrerin hat mich zudem mit viel Geduld in meinem Lernen begleitet.
Wie kam es, dass du in den Vorstand der MSRB gewählt wurdest? Hast du dich um das Amt beworben?
MR: Ich lebe mit meiner Familie in Baden. So kam es, dass meine Tochter und etwas später auch mein Sohn während der Primarschule an der MSRB den Instrumentalunterricht besucht haben. Zu dieser Zeit hat der Vorstand einen Nachfolger gesucht, der im Ressort Finanzen unterstützen konnte. Meine damalige Klavierlehrerin hat zu diesem Zeitpunkt meine Tochter unterrichtet und hat sich an mich erinnert. So bekam ich eines Tages einen Anruf, ob ich mir ein Engagement für die MSRB vorstellen könnte. Ich habe mir das reiflich überlegt, den Vorstand kennengelernt und wurde schon bald darauf von den Gemeindevertretern in den Vorstand gewählt. Mich für eine Institution zu engagieren, in der talentierte Lehrpersonen mit viel Herzblut jungen Menschen ihre Begeisterung weitergeben, hat mich motiviert, einen persönlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der MSRB zu leisten.
Seit 2025 bist du nun Präsident unserer Musikschule. Was reizt dich an dieser Aufgabe? Wie kannst du deine Interessen und Fähigkeiten hier einbringen?
MR: Der Vorstand führt als Gremium die MSRB und ist Sparringpartner für die Schulleitung. Als Präsident bin ich der Dirigent und verstehe meine Hauptaufgabe darin, einen konstruktiven Dialog mit allen zu pflegen, vorausschauend zu planen und bei Bedarf Entscheide herbeizuführen, wo diese gefällt werden müssen. In meinem Berufsleben durfte ich schon viele Führungsrollen wahrnehmen und bringe diese Erfahrung ins Gremium ein. Im Speziellen reizt mich, mit ganz anderen Fragestellungen konfrontiert zu sein, als ich das aus meinem Arbeitsalltag gewohnt bin. Und trotzdem: Mich erstaunt immer wieder, wie viele Parallelen ich ziehen kann. Die Menschen, mit denen ich in der MSRB zusammenarbeiten darf, und der Musikschulbetrieb als Ganzes bereichern mich. So trägt die MSRB zu meiner persönlichen Entwicklung bei, auch wenn das derzeit nicht im musikalischen Sinne verstanden werden darf.
Was hast du dir für deine Tätigkeit als Präsident vorgenommen? Was möchtest du erreichen? Wohin sollte sich die MSRB unter deiner Präsidentschaft entwickeln?
MR: Die MSRB ist eine traditionsreiche Institution in Baden und in der Umgebung, die in diesem Jahr ihr 80-Jahr-Jubiläum feiert. Ich möchte dazu beitragen, dass noch viele Schülerinnen und Schüler mit Stolz und Freude erzählen können, dass der Musikunterricht an der MSRB einen Beitrag auf dem Weg zum Erwachsenwerden beigesteuert hat. Die Freude am Musizieren kann nur weitertragen, wer selbst die Chance zum Musizieren erhalten hat.
Die wohl grösste Herausforderung ist, das Musizieren bei jungen Menschen als wertvolles Gut erkennbar zu machen. Inzwischen gibt es viele Alternativen, die Freizeit zu gestalten. Die verfügbare Zeit vermehrt sich jedoch nicht. Ich möchte zusammen mit dem Vorstand und der Schulleitung dazu beitragen, dass die Qualität des Musikunterrichts stets auf einem hohen Niveau stattfinden kann, wir das Fächerangebot breit halten können und sichtbar bleiben.
Vielen Dank!