Unser Angebot (1) – Die Streichinstrumente

Musikschule Region Baden | Blog

In den nächsten Wochen bis Ende April läuft die Anmeldefrist an der Musikschule. Schülerinnen und Schüler entscheiden sich jetzt, ob sie ein Musikinstrument erlernen möchten und wenn ja, welches. Hier bieten wir Ihnen ein paar Entscheidungshilfen und weisen Sie gerne hin auf unsere bevorstehenden Instrumentenworkshops im März in verschiedenen Gemeinden (siehe Terminplan).

Keine Angst! Es folgen hier keine Abhandlungen über die historische Entwicklung und den Aufbau verschiedener Musikinstrumente. Vielmehr sollen hier beispielhaft einzelne Lehrpersonen als auch Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen, die sich für diese Instrumente entschieden haben. Sie berichten über ihre Erfahrungen und darüber, was ihnen am besten daran gefällt.

Wir beginnen in dieser Reihe mit den Streichinstrumenten Violine (oder Geige), Bratsche (oder Viola), Cello und Kontrabass.

Unsere Lehrpersonen:

Violine: Stephanie Haensler, Hyein Kindhauser – Lee, Lucius Weber, Clara Zschocke
Viola: Lucius Weber, Clara Zschocke
Cello: Jacqueline Mühry, Andreas Fuchs, Marcos Alcalde
Kontrabass: Hannes Giger

Interview mit 2 Lehrpersonen

Stephanie Haensler – Violinlehrerin in Baden

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Hannes Giger – Kontrabasslehrer in Baden

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Wie bist du als Kind zu deinem Instrument gekommen? Weisst du noch, warum du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden hast und nicht für irgendein anderes?

Stephanie Haensler: Ich war eine Spätzünderin und habe erst mit 10 angefangen. Im Kindergartenalter habe ich aber bereits eine Schallplatte im Regal meiner Eltern entdeckt, die gewissermassen die Initialzündung war – dies aber nicht nur aufgrund des musikalischen Inhalts, sondern auch aufgrund der Covergestaltung: Arcimboldos «Gemüse- und Früchteportraits» gepaart mit Vivaldis Jahreszeiten haben mich nicht mehr losgelassen und diese Platte musste nun in Dauerschleife rauf und runter gespielt werden. Von da an war mir klar, dass ich irgendwann Geige spielen werde.

Hannes Giger: Nach ein paar Jahren Cellounterricht war es wirklich an der Zeit, noch etwas mehr in die Tiefe zu gehen. Es war mehr Zufall als eine Entscheidung, wie der Kontrabass und ich zusammenfanden. Das es das richtige Instrument für mich war, wurde dann aber schnell klar.

Du spielst dein Instrument seit vielen Jahren und hast es auch studiert. Was gefällt dir am besten daran? Warum möchtest du auf keinen Fall tauschen?

SH: Ich bin noch immer verliebt in den Klang von Streichinstrumenten aller Art. Die enorme Vielschichtigkeit interessiert mich sowohl als Interpretin, als auch als Komponistin. Der Ton ist unendlich komplex und bietet eine inspirierende Vielfalt an Möglichkeiten einer Klanggestaltung, die noch lange nicht endgültig erforscht ist…

HG: Die stilistische Vielfältigkeit erlaubt ein Zusammenspiel in verschiedensten Ensembles. Das ist eher selten.

Hattest du oder hast du immer noch Vorbilder, denen du auf deinem Instrument nacheiferst?

SH: Damals eine ganze Liste an Geiger:innen, denen ich in einem jugendlichen «Fankult» nachgeeifert habe. Heute ist diese Liste um erweiterte Idole aus dem Bereich Kunst allgemein gewachsen: Ich empfinde beispielsweise auch Literatur oder Architektur als wahnsinnig bereichernd und inspirierend für mein künstlerisches Arbeiten und so können auch ganz ‘aussermusikalische’ Einflüsse zum Thema meiner Musik werden.

Warum sollten sich deiner Meinung nach alle musikinteressierten Schülerinnen und Schüler ausgerechnet für dein Instrument entscheiden?

SH: Alle? Bloss nicht! An einer Musikschule soll unbedingt die ganze Bandbreite an Instrumenten vertreten sein! Wenn man allerdings oben beschriebene Liebe und Faszination für den gestrichenen Ton empfindet und bereit ist, in ein unerschöpfliches Meer an wunderbaren Kompositionen einzutauchen, ist die Geige natürlich die beste Wahl… 😉

HG: Das darf auf keinen Fall passieren! Wir brauchen die anderen Instrumente zum gemeinsamen Musizieren.

Spielt man auf deinem Instrument nur klassische Musik? Wenn nein, was sonst noch?

SH: Wie bereits erwähnt, haben wir das Privileg eines schier endlosen klassischen Repertoires an grossartiger Geigenmusik: Für kaum ein anderes Instrument wurde so viel und so gut komponiert! Allerdings sind die Möglichkeiten auf alle Seiten offen und so gibt es beispielsweise auch eine hinreissende Klezmer- oder Irish Fiddle Tradition; auch im Jazz-, Rock- und Popbereich nimmt die Geige einen wichtigen Platz ein – und nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, eigene Musik zu schreiben für das Instrument und es ganz persönlich kreativ zu entdecken!

HG: Jazz, Bluegrass, Klezmer, Old Time Music und viele andere Formen der Volksmusik.

Stimmen von Schüler:innen, die ein Streichinstrument spielen

Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden? Was gefällt dir am besten daran?

Warum:

– Über Kolleg:innen, Gspäänli.
– Meine Oma spielt in einem Orchester.
– Wir haben es in der Schule durchgenommen.
– Wir haben einen Musikladen im selben Haus, da habe ich es immer gesehen.

Was gefällt am besten:

– Der Klang.
– Das Aussehen, die f-Löcher finde ich cool. 😊
– Die Geige ist vielseitig einsetzbar.
– Es gibt viele Möglichkeiten, mit anderen zusammenzuspielen.

Was findest du schwierig an deinem Instrument? Womit hast du Mühe?

– Präzise Tongestaltung, Intonation (Millimeterverschiebungen machen so viel aus)
– Saiten- und Lagenwechsel
– Vorzeichen lesen und anwenden

Hast du auch schon mit anderen Schüler:innen gemeinsam musiziert? Wenn ja, bei welchem Anlass? Hat das Spass gemacht?

– Spass gemacht: JA und wie! 😊

Wo:

– Im Jugendorchester
– Kammermusik mit Freund:innen oder Familie
– Beim Adventssingen in der Schule
– Gemeinsame Auftritte an Klassenkonzerten etc.

Über uns

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Ihre Ansprechpartnerinnen und -partner in der Musikschule stellen sich vor.

Der erste Kontakt mit der Musikschule erfolgt in der Regel über unsere Webseite www.msrb.ch oder über unser Sekretariat. Hier erhalten Sie Auskünfte über sämtliche organisatorischen Belange. Unsere Mitarbeiterinnen unterstützen und beraten Sie gerne bei administrativen Fragen zur Anmeldung, zur Instrumentenwahl, zum Einstieg oder bei individuellen Problemen oder Fragestellungen. Dies sind die Gesichter zu den freundlichen Stimmen, die Sie jeweils am Telefon begrüssen:

Musikschule Region Baden | Über uns
Cécile Meier

Cécile Meier ist im Jahr 2016 zum Team der MSRB gestossen. Sie war
zuvor beruflich bei der Firma Siemens tätig, engagierte sich aber
nebenbei über viele Jahre in der Schulpflege ihres Wohnortes.
Dadurch waren ihr schulische Themen von Anfang an sehr vertraut. In der MSRB kümmert sie sich hauptsächlich um die
Lehrpersonenadministration. In ihrer Freizeit kocht und backt sie gerne und spielt mit grosser Freude das Flügelhorn.

 

 

Musikschule Region Baden | Über uns
Monika Kloter

Monika Kloter arbeitet seit 2017 in der Musikschule. Zuvor war sie
viele Jahre lang in der Schulverwaltung der Volksschule Baden tätig und
kennt daher beide Institutionen sehr gut. Bei uns ist sie neben vielen
anderen Aufgaben hauptsächlich für die Schüler/innenadministration
zuständig.
Ausserhalb ihrer Bürozeiten an der MSRB fährt sie leidenschaftlich
gerne Velo, schnürt ihre Wanderschuhe und übt sich am Saxophon.

 

 

Musikschule Region Baden | Über uns
Sonja Schlenz

Sonja Schlenz ist das jüngste Teammitglied im Büro der MSRB und
erst seit 2021 bei uns tätig. Sie arbeitet hauptberuflich in der
Schuladministration Birmenstorf und unterstützt uns an einem
Tag pro Woche in sämtlichen finanziellen Belangen rund um die MSRB. Ausserhalb der Schule fährt sie ebenfalls gerne Velo, kocht und backt gerne und reist viel, vorzugsweise ins südliche Afrika.

 

 

 

Musikschule Region Baden | Über uns
Erich Eder

Mein Name ist Erich Eder. Ich freue mich, die Musikschule Region
Baden seit 2009 in personellen, pädagogischen und administrativen
Belangen leiten zu dürfen. Vor meinem Eintritt in die Musikschule war
ich als Lehrperson für Musik und Englisch an der Bezirksschule Baden tätig.
Da ich meine Arbeitszeit in der Schule zu einem grossen Teil vor dem
Bildschirm verbringe, nutze ich meine Freizeit gerne, um in
verschiedenen Formationen zu musizieren und/oder Chöre und
Solist/innen auf dem Klavier zu begleiten.

 

 

Unsere Lehrpersonen

Leider lässt es der Umfang dieses Blogs nicht zu, Ihnen alle Lehrpersonen persönlich vorzustellen. Eine namentliche Auflistung unserer Lehrpersonen und deren Instrumente finden Sie auf unserer Webseite unter der Rubrik «Über uns.» Einzelne Kolleg/innen werden zu einem späteren Zeitpunkt persönlich in diesem Blog zu Wort kommen.
Im laufenden Schuljahr unterrichtet an der Musikschule Region Baden ein Team von 62 Lehrpersonen. Nicht alle davon sind in allen Mitgliedsgemeinden tätig. Die gängigsten und am häufigsten belegten Instrumente, wie Klavier, Gitarre oder Blockflöte werden in allen Mitgliedsgemeinden unterrichtet. Weniger häufig belegte Instrumente, wie Harfe, Oboe, Fagott oder Waldhorn können zentral in Baden belegt werden, dies zu denselben Bedingungen, wie in der eigenen Wohngemeinde.

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Schnuppermöglichkeit bei Lehrpersonen

Falls Sie oder Ihr Kind sich interessieren, ein Instrument zu erlernen oder die eine oder andere Lehrperson persönlich kennenzulernen, so bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Schnupperlektionen zu buchen. Aus organisatorischen Gründen müssen wir die Anzahl der Schnuppermöglichkeiten auf zwei pro Kind beschränken. Unser Sekretariat berät Sie gerne und vermittelt erste Kontakte.

Unsere Kontaktstellen in den Gemeinden

Wir sind sehr dankbar, in jeder unserer Mitgliedsgemeinden auf die Mithilfe von Kontaktpersonen zählen zu dürfen, welche uns in organisatorischen Belangen unterstützen und vor allem für den Informationsfluss zwischen den einzelnen Gemeinden und der MSRB sorgen. Es handelt sich dabei um Mitarbeitende der örtlichen Schulsekretariate oder Personen, die aus anderen Gründen der Schule sehr nahestehen. Es sind dies:
In Birmenstorf: Sonja Schlenz
In Ennetbaden: Desirée Renfer und Stephanie Neckermann
In Gebenstorf: Françoise Baratte und Karin Stuber
In Obersiggenthal: Monika Merlini
In Untersiggenthal: Martin Vogel

Unser Musikschulvorstand

Die strategische Leitung der Musikschule obliegt dem Vorstand unter der Führung unseres Präsidenten Marcel Rumo und der Vizepräsidentin Nadine Garnitschnig. Dem Vorstand und seinen Mitgliedern wird ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt ein separater Blogbeitrag gewidmet.

Wir alle sind bemüht, unseren Schülerinnen und Schülern einerseits jeden Tag den bestmöglichen Unterricht anzubieten und andererseits die organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen und zu erhalten, welche dies ermöglichen.

Unser Jubiläumsjahr im Überblick

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80 Jahre Musikschule Region Baden – dieses Jubiläum möchten wir zum Anlass nehmen, um Ihnen im Verlauf des Jahres ein paar besondere musikalische Leckerbissen zu präsentieren. Das Organisationskomitee hat schon sehr früh begonnen, Pläne für das Jahr zu schmieden und ein paar spezielle Anlässe und Aktionen vorzubereiten. Ein paar davon möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen.

Neues Design

Wie Sie wahrscheinlich schon festgestellt haben, kommen unsere Webseite und auch unsere Drucksachen in einem neuen Design daher. Die Webseite www.msrb.ch dient seit vielen Jahren als wichtigstes Kommunikationsmittel gegen aussen und wurde gestaltet von unserem Kollegen Markus Roth, der neben seiner Tätigkeit als Lehrperson für E-Gitarre auch noch als Webdesigner tätig ist und uns in vielen Belangen unterstützt (www.cloud7web.ch). Für die Erstellung all unserer Drucksachen arbeiten wir seit vielen Jahren mit der Agentur BurgerGasser aus Baden zusammen (www.burgergasser.ch). Gemeinsam wurde ein neuer Auftritt erstellt, der Sie hoffentlich moderner und noch übersichtlicher mit allen Informationen versorgt, die Sie über die Musikschule benötigen.

Konzert der erwachsenen Schüler:innen

Zu unserer grossen Freude belegen viele erwachsene Personen und auch Senioren den Unterricht an unserer Musikschule. Das gesamte Fächerangebot steht auch diesem Personenkreis offen, der Unterricht kann regelmässig oder sehr flexibel in Form von Abonnements bezogen werden. Einmal im Jahr veranstaltet die Musikschule ein Konzert nur für erwachsene Schülerinnen und Schüler. Jenes im laufenden Jahr steht unmittelbar bevor (Freitag, 23. Januar, 19.30 Uhr, Villa Burghalde).

Instrumentenworkshops im Frühjahr

Wie in jedem Jahr laden wir Sie und alle interessierten Kinder gerne ein, alle Musikinstrumente, die man ansonsten vielleicht nur aus den Medien oder von weitem kennt, selbst in die Hand zu nehmen und zu versuchen, ihnen unter Anleitung der Lehrpersonen ein paar Töne zu entlocken. Diese Veranstaltungen finden an 3 Samstagen im März in verschiedenen Gemeinden statt. Genauere Angaben können Sie dem angehängten Jahresplan entnehmen.

Ausserdem haben wir geplant, den jüngsten Interessentinnen und Interessenten unsere Instrumente auch im Rahmen einer kleinen Geschichte etwas näher zu bringen. Unter dem Titel «s’Müüsli gaht i’d Musigschuel» lernt die kleine Maus an der Hand ihres Mamis die Lehrpersonen und ihre Instrumente kennen und erlebt dabei spannende Abenteuer. Diese Anlässe sind geeignet für Schülerinnen und Schüler vom grossen Kindergarten bis zur
3. Primarklasse mit erwachsenen Begleitpersonen. Sie finden statt am Samstag, 28. Februar 2026 in der Mehrzweckhalle in Turgi sowie am Mittwoch, 4. März am Vormittag in der Primarschule Ennetbaden.
Festkonzerte

Am 20. und 21. Juni laden wir Sie ganz herzlich ein zu unseren Festkonzerten, welche am Samstag in Baden in der Aula BBB Martinsberg und am Sonntag in der Sickinga – Halle in Untersiggenthal stattfinden. Bei diesen Anlässen präsentieren unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrpersonen ein ganz besonderes Programm in grossen Ensembles und Formationen, in denen man im normalen Schulalltag üblicherweise nicht musiziert. Die Vorbereitungen laufen bereits. Lassen Sie sich überraschen und bezaubern von einigen besonderen musikalischen Leckerbissen!

Aktionstag im Herbst

Den 19. September sollten Sie sich ebenfalls dick in Ihrer Agenda vormerken. An diesem Tag präsentieren wir ein buntes und vielseitiges musikalisches Programm, quer über die Stadt Baden und über den ganzen Tag verteilt. Es wird Strassenmusik geben, Kurzkonzerte an verschiedenen Orten und mit verschiedensten musikalischen Stilrichtungen, ein Familienkonzert, bei dem Schüler:innen mit ihren Angehörigen musizieren, eine Pop Night und Vieles mehr. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Konzert der Lehrpersonen

13 Lehrpersonen unserer Musikschule haben sich zusammengefunden, um ein gemeinsames Konzert zu veranstalten. Dieses findet statt am Freitag, 6. November um 19.30 Uhr im Gartensaal der Villa Boveri. Selbstverständlich würden sie sich sehr freuen über Besuch von ihren Schüler:innen.

Adventskonzert

Abgeschlossen wird unser Jubiläumsjahr mit dem traditionellen und immer sehr stimmungsvollen Adventskonzert in der katholischen Pfarrkirche in Birmenstorf am ersten Adventsonntag, 29. November.

Dies sind nur die wichtigsten Highlights während des Jahres. Selbstverständlich informieren wir Sie laufend auf unserer Webseite über kleinere klasseninterne oder auch übergreifende Veranstaltungen in den Gemeinden. Alle unsere Veranstaltungen sind öffentlich, Sie sind herzlich willkommen!

Jahresprogramm als PDF downloaden

80 Jahre und kein bisschen leise

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Ein knappes Dutzend von mutigen Visionären, wagte es im Jahr 1946, also kurz nach Ende des 2. Weltkrieges, in Baden unter prekären finanziellen Verhältnissen eine Musikschule zu gründen. Anlass genug, um 80 Jahre später deren Arbeit zu würdigen.

Der Verein Musikschule Baden wurde am 27. September 1946 im Hotel Merkur als erste Musikschule des Kantons Aargau gegründet. 11 begeisterte Musikerinnen und Musiker, davon 8 diplomierte Musiklehrerinnen und –lehrer aus Baden, leisteten zur Vereinsgründung einen einmaligen Beitrag von je Fr. 100.-. Mit diesem Gründungskapital wurde in einer 3-Zimmerwohnung im damaligen Haus Zürcherstrasse 10a der Betrieb aufgenommen. Als Vereinszweck wurden in den Statuten die Eröffnung und der Betrieb einer Musikschule genannt, an der „nach neuzeitlichen Methoden ein sorgfältiger und rasch fördernder Unterricht (…) zu möglichst bescheidenen Preisen erteilt wird.“

Als erster Präsident der neu gegründeten Institution amtete Dr. med. Ernst Wülser, als ehrenamtlicher Rektor wurde Oswald Merkli bestimmt. Er sollte der Musikschule in den darauffolgenden 34 Jahren als Schulleiter erhalten bleiben und lenkte nach seinem Rücktritt noch bis zum Jahr 1987 die Geschicke der Musikschule als Vorstandsmitglied.

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Als Schulgeld wurden bei wöchentlichem Unterricht für 40minütige Einzellektionen Fr. 45.- pro Quartal verrechnet. Daneben wurden auch noch Gruppenunterricht (2 Stunden wöchentlich) sowie Elementarmusiklehre angeboten. Der Betrieb der neuen Musikschule wurde mit 60 eingeschriebenen Schülerinnen und Schüler aus Baden und Umgebung aufgenommen.

Pionierjahre

Aufgrund des eklatanten Platzmangels wurde ein grosser Teil des Musikunterrichts in den Privatwohnungen der Lehrpersonen abgehalten. Auch der Umbau von ehemaligen Pferdestallungen im Parterre des Hauses Zürcherstrasse 10a in Unterrichtsboxen vermochte diesem Mangel nicht wirklich abzuhelfen, zumal die Schülerzahlen rasant anwuchsen. Bis zum Schuljahr 1951/52 wurden nahezu dreimal so viele Schüler unterrichtet, wie zur Zeit der Gründung. Dies veranlasste den Schulleiter im Herbst 1951 beim Stadtrat von Baden um eine jährliche Unterstützung von Fr. 6000.- nachzusuchen, um die „unbedingt nötigen baulichen Erweiterungen zu unterhalten.“ Der Stadtrat anerkannte zwar die „wertvolle kulturelle Aufgabe“, welche die Musikschule wahrnahm, bewilligte jedoch nur einen jährlichen Beitrag von Fr. 1500.-. Trotz der auch für damalige Verhältnisse recht bescheidenen Unterstützung bildete diese Zusage den Startschuss für die Subventionierung des Musikunterrichts in Baden durch die öffentliche Hand.

Umzug in die Villa Burghalde

Am 15. November 1960 übersiedelte die Musikschule an die Burghalde und durfte dort vorderhand den 2. Stock der Villa für ihre Unterrichtstätigkeit nutzen. Zu dieser Zeit unterrichtete man bereits 503 Schüler aus den Gemeinden Baden, Wettingen, Ennetbaden sowie aus anderen umliegenden Gemeinden. Das Haus Zürcherstrasse 10a wurde nach dem Auszug der Musikschule abgerissen.

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Zum Zeitpunkt der Übersiedlung der Musikschule in die Villa Burghalde waren einige Zimmer noch als Wohnräume an eine Privatperson vermietet. Das Erdgeschoss wurde zudem von der Bezirksschule benutzt. Erst zum 25jährigen Jubiläum im Jahr 1971 konnten der Musikschule weitere Räumlichkeiten im 1. Stock der Villa zur Verfügung gestellt werden. Die Wohnräume wurden schliesslich 1982 geräumt und ebenfalls der Musikschule zur Nutzung übergeben.

Umbenennung zur „Musikschule der Region Baden“ (MSRB)

Nicht zuletzt bedingt durch die neuen, sehr attraktiven Unterrichtsräumlichkeiten erlebte die Musikschule in den Sechziger- und Siebzigerjahren einen weiteren Aufschwung. Zudem zeigten sich umliegende Gemeinden interessiert an ihrem Angebot. Im Schuljahr 1962/63 unterrichteten Lehrpersonen der Musikschule Baden bereits in Ennetbaden, Fislisbach, Neuenhof, Nussbaumen, Mellingen und Wettingen. Die Gemeinden stellten die für den Unterricht notwendigen Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung und entrichteten finanzielle Beiträge an den Betrieb. Am 31. Juli 1962 beschloss die Generalversammlung die Umbenennung des Vereins in „Musikschule der Region Baden.“ Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits 708 Schüler von 23 Lehrpersonen unterrichtet.

Das liebe Geld

Die wirtschaftliche Attraktivität des Musiklehrerberufs war damals mehr als bescheiden, ganz zu schweigen von der völlig fehlenden sozialen Absicherung. Der durchschnittliche Stundenlohn einer Musiklehrperson in den Gründerjahren betrug etwa Fr. 5.-. Unterrichtete eine Lehrperson ein Pensum von 30 Lektionen pro Woche, so konnte sie bei 40 Unterrichtswochen mit einem Jahressalär von ca. Fr. 6‘000.- rechnen. Ferien wurden nicht vergütet. Gingen die Schulgelder von den Eltern nicht rechtzeitig ein, so verzögerte sich auch die Lohnauszahlung an die Lehrpersonen. Kein Wunder also, dass sich der Schulleiter in diversen Jahresberichten beklagt, es sei ausserordentlich schwierig, adäquat ausgebildete Lehrpersonen für die stetig wachsende Musikschule zu finden. Offenbar wanderten viele von ihnen in grössere Zentren, wie Zürich, Schaffhausen oder Bülach ab, weil sie dort bessere Anstellungsbedingungen vorfanden.

Es darf daher als Meilenstein in der Musikschulgeschichte bezeichnet werden, als im Jahr 1962 aufgrund von aufgestockten Beiträgen der Mitgliedsgemeinden erstmals eine Krankenversicherung für die Lehrpersonen eingeführt werden konnte. Erst 13 Jahre später, also 1975, berichtet der Schulleiter von der Einführung einer Stiftung für die Altersfürsorge, also einer Art hauseigenen Pensionskasse.

Das Ende der Ära Oswald Merkli und die 1980er Jahre

Nach 34jähriger Tätigkeit als Rektor der Musikschule trat Oswald Merkli im August 1980 zurück. Er hinterliess seinem Nachfolger Hans Konrad Müller einen veritablen Grossbetrieb mit 2058 eingeschriebenen Schülerinnen und Schülern und 79 Lehrpersonen in 11 Mitgliedsgemeinden.

Im Jahr 1983 trat die Musikschule der Aargauischen Beamtenpensionskasse bei. Damit durften die die Musiklehrpersonen erstmals mit der Auszahlung einer Altersrente rechnen. Die bisherige Lösung hatte nur das Ansparen eines Alterskapitals beinhaltet.

Zum 40jährigen Bestandsjubiläum im Jahr 1986 zählte die Musikschule 2338 Schülerinnen und Schüler, die von 91 Lehrpersonen in 12 Mitgliedsgemeinden unterrichtet wurden. In den folgenden Jahren sahen sich Vorstand und Schulleitung vor allem gezwungen, aufgrund der inzwischen erlangten Grösse der Schule die Administration und Organisation zu professionalisieren.

Die 90er Jahre: Suche nach einem einheitlichen Gemeindevertrag

Im Sinne der erwähnten Professionalisierung, die mit der zunächst noch wachsenden Musikschule angestrebt wurde, standen die 90er Jahre im Zeichen von langwierigen Verhandlungen über einen einheitlichen Vertrag zwischen den Mitgliedsgemeinden und der Musikschule. Dieser sollte die die Kompetenz- und Aufgabenverteilung sowie zentrale organisatorische Abläufe regeln. Ebenso sollten die Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen verbessert werden, deren Löhne immer noch deutlich unter denen der Primarlehrpersonen lagen.

Es sei hier dahingestellt, ob die Befürchtung von Kompetenzabtretungen an die zentrale Administration in Baden einige Gemeinden dazu gebracht hat, ihre Zusammenarbeit mit der MSRB zu überdenken. Sicherlich spielten auch finanzielle Abwägungen eine Rolle. Jedenfalls kam es gegen Ende der 90er Jahre zum Austritt mehrerer bisheriger Mitgliedsgemeinden, welche eigene Musikschulen gründeten oder sich mit benachbarten Orten zu kleineren Musikschulverbänden zusammenschlossen. Aufgrund dieser Austritte sanken die Schülerzahlen der MSRB auf ca. 1400.

Nach langwierigen und teils zähen Verhandlungen wurden im Jahr 2004 unter dem damaligen Präsidenten Viktor Egloff jene einheitlichen Verträge mit den Gemeinden abgeschlossen, die noch heute in Kraft sind. Alle Mitgliedsgemeinden subventionieren heute den Unterricht an der Musikschule für Schülerinnen und Schüler der Volksschule und stellen der Musikschule Räumlichkeiten sowie unbewegliche Instrumente zur Verfügung.

Im Jahr 2023 schlossen sich die Gemeinden Turgi und Untersiggenthal neu der MSRB an, die ehemalige Musikschule Untersiggenthal – Turgi (MUT) wurde aufgelöst.

Im laufenden Schuljahr 2025/26 sind an der MSRB 1230 Schülerinnen und Schüler eingeschrieben. Sie werden von 62 Lehrpersonen auf 28 verschiedenen Instrumenten, in Gesang sowie in Theater und Rhythmik unterrichtet.

Grüezi und ganz herzlich willkommen zu unserem neuen Blog!

Musikschule Region Baden | Blog

Vielleicht fragen Sie sich, warum wir gerade jetzt mit diesem Medium an Sie gelangen. Nun, die Musikschule Region Baden wird in diesem Jahr 80 Jahre jung. Das wollen wir zum Anlass nehmen, um Ihnen, liebe interessierte Leserin und lieber interessierter Leser, unsere Institution ein wenig näher vorzustellen.

Vielleicht kennen Sie unsere Schule bereits, weil Sie entweder selbst hier den Musikunterricht besucht haben oder das immer noch tun, weil Ihre Kinder bei uns ihre ersten Kontakte mit der Musik knüpfen oder weil Sie vielleicht von uns gehört haben und sich selbst ein Bild über unsere Musikschule machen möchten. Dazu laden wir Sie mit diesem Blog herzlich ein.

Im Lauf dieses Jubiläumsjahres werden wir in jeder Woche einen Aspekt unserer Musikschule hervorheben und für Sie ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Dazu wählen wir bewusst das Medium dieses Blogs anstatt eines Newsletters, weil wir es vermeiden möchten, Sie mit Spam und unerwünschten E-Mails zu überhäufen. Vielmehr laden wir Sie ein, sich ein paar Minuten Zeit für uns zu nehmen, wann auch immer es Ihnen passt und Sie Zeit und Lust dazu haben.

Wir werden Ihnen in den kommenden Wochen einerseits unsere Institution etwas genauer vorstellen, ausserdem werden verschiedene Personen zu Wort kommen, die unsere Musikschule prägen, sie gestalten und ihr auf verschiedene Art ihren Stempel aufdrücken, seien das die Lehrpersonen, die Mitarbeitenden in der Administration, die Mitglieder unseres Vorstandes und selbstverständlich auch die Schülerinnen und Schüler, denen unsere Bemühungen in erster Linie gelten. Wir werden auf die Frage eingehen, welchen Mehrwert Musikunterricht für die Schülerinnen und Schüler darstellt, wie sie den Lernfortschritt selbst beeinflussen, wie Sie als Eltern zu diesem Fortschritt beitragen können und welche Möglichkeiten es gibt, über den Einzelunterricht hinaus musikalisch aktiv zu werden und Vieles mehr.

Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben! Wir wünschen Ihnen und Ihren Kindern viel Freude und viele tolle Erlebnisse mit der Musik, viel Erfolg in der Musikschule und viel Spass mit unserem Blog!