Wozu eigentlich ein Musikinstrument spielen?

Musikschule Region Baden | Blog

«Wozu eigentlich ein Musikinstrument spielen? Der Stundenplan ist doch schon voll genug!» Als Eltern kennen Sie diese Überlegung wahrscheinlich. Die Schulstundenpläne werden immer voller, die Freizeit der Kinder und Jugendlichen immer knapper, Sport wäre auch noch gut. Wo bleibt da noch Zeit zum Musizieren? Hier finden Sie Gründe, warum es dennoch Sinn macht, ein Instrument zu erlernen. Welches am besten? Das können Sie an unseren Instrumentenwerkstätten herausfinden, welche in den nächsten Wochen in verschiedenen Mitgliedsgemeinden stattfinden.

Kopf, Herz und Hand

Das pädagogische Prinzip des Lernens mit Kopf, Herz und Hand basiert auf den Erkenntnissen von Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827) und hat seither nichts an Aktualität eingebüsst, im Gegenteil. Die schulische Bildung und nicht zuletzt die Anforderungen der Wirtschaft als Abnehmerin unserer Schülerinnen und Schüler laufen Gefahr, mehr und mehr auf kognitive Fähigkeiten, auf das Anhäufen von Wissen zu fokussieren. Das Herz (die emotionale Entwicklung) sowie die Hand (praktische und koordinative Fähigkeiten) haben in den Lehrplänen einen zunehmend schweren Stand.

Keine andere Tätigkeit verbindet Kopf, Herz und Hand intensiver und unmittelbarer als das Spielen eines Musikinstruments. Das kognitive Erfassen eines Notentextes allein bringt die Musik nicht zum Klingen. Ohne den Einfluss von Emotionen bleibt die Musik seelenlos. Und jede gehörte oder gelesene Musik muss unmittelbar in Bewegungsabläufen auf das Instrument übertragen werden. Ansonsten bleibt sie dem oder der Ausführenden fremd. Für eine umfassende und ganzheitliche Entwicklung eines jungen Menschen ist daher kaum eine bessere Tätigkeit denkbar als das Musizieren auf einem Instrument.

Über die positiven Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns gibt es diverse wissenschaftliche Studien. Eine einfache und gut verständliche Zusammenfassung ist unter anderem hier zu finden: https://youtu.be/RSpOxUyyxcU?si=l-D67VrVmdbVK6jM

Ausgleich in einer leistungsorientierten Welt

Kennen Sie diese Bilder von völlig in sich ruhenden und versunkenen Kindern oder Jugendlichen, die entweder Musik hören, sie selber machen oder auch eine Zeichnung anfertigen? Solche Bilder werden seltener. Eher vertraut sind uns die bangen und angespannten Blicke auf den Bildschirm, um zu überprüfen, wie viele Bonuspunkte man im neusten Game gesammelt oder wie viele Likes man auf dem Instagram Account erhalten hat. Und ja, auch der Leistungsdruck in der Schule nimmt zweifellos zu. Umso wichtiger wäre es doch, sich Zeitfenster zu schaffen, in denen man zur Ruhe kommen und selbst erzeugte Klänge bewusst wahrnehmen kann. Warum nicht mit einem Musikinstrument?

Musizieren kann schulische Leistungen unterstützen

Wer Klavier spielt, ist besser in Mathe? Nun, so einfach ist es in aller Regel doch nicht. Wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass Konzentration, logisches Denken und Merkfähigkeit durch die Beschäftigung mit Musik nachweislich unterstützt werden.

Teamwork

Vielfach hören wir in der Musikschule, dass Schülerinnen oder Schüler sich für den Sport anstatt für die Musik entscheiden mit dem Argument, dort spiele man halt im Team, während man Musik vorwiegend alleine macht. Das stimmt nur sehr bedingt und kommt auf das Instrument an. Auch Musik wird umso interessanter, je öfter man sie im Team machen kann, also in einer Band, einem Ensemble oder Orchester. Angebote dafür gibt es genug, jedoch machen wir in der Musikschule leider vielfach die Erfahrung, dass aus Zeitgründen auf die regelmässige Mitwirkung in einem Ensemble verzichtet wird, obwohl es dort eigentlich erst so richtig interessant würde mit dem Musizieren.

Auftrittskompetenzen

Vor andere Leute hinstehen und etwas präsentieren – haben Sie es schon einmal versucht? Bei vielen Menschen verursacht nur schon der Gedanke daran ein flaues Gefühl in der Magengegend. Dennoch zählt das Präsentieren von Inhalten vor einer grösseren Gruppe von Zuhörenden zu einer zunehmend wichtigen Fähigkeit, auch in der Berufswelt. Wo sonst könnte man eine solche Situation besser üben, als beim Vortrag eines Musikstückes vor Publikum?

Stärkung des Selbstvertrauens

Wenn Sie selbst schon einmal Musik gemacht haben, dann kennen Sie sicher die Anspannung in den Momenten vor einem Auftritt. Lampenfieber wird dieses Gefühl genannt, denn im nächsten Moment findet man sich im Scheinwerferlicht auf der Bühne wieder mit allen Augen des Publikums auf sich gerichtet. In solchen Momenten ist es ungeheuer wichtig, sich fokussieren zu können auf die Erkenntnis: Ich kann das, ich bin vorbereitet, es kann nichts schiefgehen. Auch solche Situationen lassen sich üben und liefern wertvolle Erfahrungen mit ähnlichen Situationen im späteren Leben.

Der Applaus – die Reaktion des Publikums

Es ist ein wunderbares Gefühl, nach einem gelungenen Auftritt die Anerkennung des Publikums in Form von Applaus entgegennehmen zu dürfen. Der Applaus sei das Brot des Künstlers, sagt man. Er zahlt zwar nicht die Miete, aber er stärkt ohne Zweifel das Selbstwertgefühl. Wie oft hört man Klagen aus der Berufswelt, die erbrachte Leistung werde von den Vorgesetzten nicht genügend gewürdigt, es fehle also im übertragenen Sinne der Applaus für die getane Arbeit. Gönnen wir unseren Kindern dieses grossartige Erlebnis, eine unmittelbare Reaktion und Anerkennung für ihre Leistung entgegennehmen zu dürfen!

Musizieren um des Musizierens willen

Alle oben genannten Aspekte des Musizierens sprechen dafür, sich auf das Abenteuer Musizieren einzulassen. Dennoch sollten sie nicht im Zentrum unserer Überlegungen stehen. Wer nur ein Instrument spielt, um in der Schule bessere Noten zu erzielen oder um einmal im Rampenlicht zu stehen, wird früher oder später enttäuscht werden. Das optimale Ergebnis erzielt, wer die Freude am Musizieren selbst für sich entdeckt und darin aufgeht. Alles andere sind angenehme und durchaus erwünschte Nebeneffekte, die wir gerne mitnehmen, wenn sie sich einstellen.

Unser Angebot (3) – Die Tasteninstrumente

Musikschule Region Baden | Klavier

Kein anderes Instrument wird an der Musikschule häufiger gewählt als das Klavier. Dabei ist es gross und nicht ganz billig in der Anschaffung. Warum entscheiden sich trotzdem so viele Schüler:innen für dieses Instrument?
Auch das Akkordeon zählt zur Familie der Tasteninstrumente und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Fragen wir nach, warum das so ist!

Lehrpersonen

Klavier: Blandine Abgottspon, Anne Baumann-Druey, Thomas Baumgartner, René Brandenburg, Karin Erni Dittli, Ursula Hofmann, Joris Jeandupeux, Beatrice Kaiser, Andrea Krzemnicki, Flurin Rüedlinger, Susanne Puchegger, Lysiane Salzmann, Charlotte Stettler-Buschor, Irena Zeitz.

Akkordeon: Rade Mijatovic

Karin Erni Dittli (Foto) unterrichtet Klavier in Baden

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Das Klavier ist an der Musikschule das mit Abstand am häufigsten gewählte Instrument. Was sind deiner Meinung nach die Gründe dafür, dass sich so viele Schüler/innen für das Klavier entscheiden, wenn sie neu mit einem Instrument beginnen?

Karin Erni: Das Klavier kommt sowohl in der Klassischen Musik wie auch im Rock/Pop und im Jazz vor. Viele moderne Songs haben das Klavier als wichtiges Bandinstrument. Man hört also überall Musik mit Klavier. Zudem gibt es in vielen Familien ein Klavier als Familienerbstück, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Wo liegen die Schwierigkeiten oder Herausforderungen beim Klavierspielen im Vergleich zu anderen Instrumenten? Was ist andererseits am Klavier einfacher als zum Beispiel auf der Geige?

KE: Eine Schwierigkeit ist sicher das Spielen von zwei unabhängigen Stimmen in beiden Händen. Rechts erklingt eine Melodie, links die Begleitung. Mit zunehmendem Können am Instrument wird es noch komplexer. Auch gibt es Pedale, die mit den Füssen bedient werden – eine rechte Herausforderung für die Unabhängigkeit von Händen und Füssen. Am Klavier kann man mehrere Töne gleichzeitig spielen – so viele wie man Finger hat, oder sogar noch mehr. Die Noten gleichzeitig lesen und in eine Bewegung umsetzen ist ein rechtes Kunststück…

Sind Klaviere nicht unheimlich teuer? Mit welchen Anschaffungs- oder Mietkosten muss man rechnen?

KE: Zu Beginn des Instrumentalunterrichts ist es sinnvoll, ein Instrument zu mieten. Schon ab 50 Franken pro Monat kann ein gutes Anfängerklavier gemietet werden. Ein neues akustisches Klavier ist ab 5000 Franken erhältlich. Mit etwas Glück kann man ein Occasionsinstrument zu einem deutlich günstigeren Preis erwerben.

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, mit dem Klavierunterricht zu beginnen?

KE: Es ist schwierig, eine allgemein gültige Antwort zu geben. Wichtig ist, dass das Kind bereit ist und Klavier spielen lernen möchte. Jedes Kind ist anders. Im Zweifelsfall ist es empfehlenswert, eine Schnupperlektion zu buchen.

Wir können es uns nicht leisten, ein Klavier anzuschaffen. Kann man nicht auch auf einem Keyboard oder einem E-Piano Klavierspielen lernen? Die Tasten sind doch genau gleich angeordnet.

KE: Auf einem E-Piano kann man Klavier spielen lernen. Ich beobachte aber, dass Kinder und Jugendliche, die zu Hause auf einem E-Piano üben, in der Stunde auf dem akustischen Instrument oft weniger gut spielen als zu Hause und dann frustriert sind. Der Anschlag ist oft recht verschieden. Auch bei einem E-Piano sollte man deshalb nicht einfach ein billiges Instrument aussuchen. Ich persönlich liebe den Klang des akustischen Klaviers – er ist lebendig und vielfarbig. Auch Laien hören einen grossen Unterschied, wenn beide Instrumente nebeneinander ausprobiert werden können. Deshalb empfehle ich die Anschaffung eines akustischen Klaviers. Selbstverständlich ist mir aber bewusst, dass es gute Gründe für ein E-Piano gibt. Am besten lässt man sich vor dem Kauf oder vor der Miete eines Instrumentes von einer Klavierlehrperson beraten. Auf einem Keyboard kann man nicht Klavier spielen lernen. Aber es gibt die Möglichkeit, Keyboardunterricht zu belegen.

Stimmen von Schüler/innen

Warum hast du dich ausgerechnet für das Klavier entschieden?

  • Das Klavier hat so viele Töne. Jeder Ton ist einzigartig und anders. Das fasziniert mich.
  • Das Klavier klingt schön. Mein Onkel hat schon Klavier gespielt und war mir ein Vorbild.
  • Ich fand das Klavier schon im Kindergarten cool.
  • Das Klavier ist von meinen Grosseltern zu mir gekommen. Auch meine Mutter hat Klavier gespielt.
  • Ich habe bei der Instrumentenvorstellung verschiedene Instrumente ausprobiert und habe mich dann für das Klavier entschieden.
  • Der Klang ist mega schön. Es sieht schön aus, wenn ich die Finger von jemandem beim Spielen beobachte.
  • Mein Cousin spielt sehr gut Klavier. Deshalb möchte ich auch Klavier spielen lernen. Ich kann ihm damit ein Geschenk machen.
  • Mir gefällt es, die Tasten zu drücken. Und das Klavier klingt schön.

Ist es nicht sehr schwer, mit beiden Händen etwas anderes zu spielen und dann auch noch die Füsse einzusetzen?

  • Doch, aber wenn ich die Hände einzeln gut spielen kann, dann ist es auch zusammen nicht mehr so schwierig. Zuerst muss man aber jeden Ton wissen.
  • Zuerst muss man es sich einfach machen (z.B. ohne Pedal). Mit der Zeit wird es automatisch.
  • Ich habe mich daran gewöhnt, jetzt ist es nicht mehr schwierig.
  • Das Pedal dazunehmen ist einfach, die Hände zusammenspielen finde ich schwieriger.

Klaviernoten sehen auf den ersten Blick sehr kompliziert aus. Man muss mehrere Noten auf einmal lesen. Wie hast du das gelernt?

  • Durch die Flöte habe ich Notenlesen gelernt. Deshalb war es auf dem Klavier einfach, weil der Violinschlüssel schon bekannt war. Bassschlüssel lernen war einfach.
  • Mit Notenkarten.
  • Der F- und G-Schlüssel helfen.
  • Vereinfachen macht es einfacher.
  • Ich lerne zuerst nur einzelne Töne.
  • Ich habe es mit meiner Klavierlehrerin gelernt. Aber eigentlich ist es für mich einfacher, durch Vor- und Nachspielen ein Stück einzuüben als ab Noten.

Wie übst du auf dem Klavier, wenn du so viele Dinge gleichzeitig tun musst?

  • Ich übe zuerst die Hände einzeln.
  • Ich übe Abschnitte, nicht das ganze Stück aufs Mal.
  • Ich übe zuerst die Hand, die schwieriger ist. Wenn die Hände einzeln gut gehen, dann setze ich rechts und links zusammen.
  • Ich klatsche zuerst den Rhythmus und klopfe mit dem Fuss mit, dann lese ich die Noten. Nachher spiele ich die Hände einzeln. Erst wenn das gut geht, setze ich die Hände zusammen. Langsam spielen hilft auch.

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Rade Mijatovic (Foto) unterrichtet Akkordeon in Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal, Turgi und Untersiggenthal.

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Wozu braucht es so unendlich viele Knöpfe auf diesem Instrument? Ist tatsächlich jeder Knopf ein anderer Ton?

Rade Mijatovic: Das Akkordeon hat sehr viele Knöpfe, weil es einen grossen Tonumfang abdecken muss. Jeder Knopf ist einem Ton zugeordnet, sodass sowohl tiefe als auch hohe Töne gespielt werden können. Einige Töne sind mehrfach vorhanden, jedoch in unterschiedlichen Lagen. Das erleichtert flüssiges Spiel, schnelle Passagen und Akkorde. Zusätzlich gibt es Register (Klangfarben), die den Klang variieren und den Tonumfang noch erweitern – dann ist der Tonumfang fast so gross wie beim Klavier.

Die Knöpfe auf der linken Seite sieht man ja gar nicht. Wie orientiert man sich dort? Wozu dienen sie überhaupt?

RM: Die Knöpfe auf der linken Seite sind für die Begleitung zuständig, für Bässe und Akkorde. Man orientiert sich dort hauptsächlich über das Gefühl: die Knöpfe sind in einem festen System angeordnet und ein markierter Knopf dient als Orientierungspunkt. Durch Übung merkt sich die Hand die Positionen automatisch. So kann man spielen, ohne hinzusehen.

Braucht es nicht ungeheuer viel Kraft, um auf diesem Instrument laut spielen zu können? Ab welchem Alter ist es für Kinder geeignet?

RM: Das Akkordeon kann laut gespielt werden, aber man braucht nicht übermässig viel Kraft – die Lautstärke entsteht durch das Ziehen und Drücken der Bälge, nicht durch Fingerkraft. Kinder können oft ab etwa 6–7 Jahren anfangen, je nach Grösse und Kraft. Wichtig ist, dass das Instrument passend zur Handgrösse gewählt wird. Mit der Zeit entwickelt man durch Übung die notwendige Kraft und Technik.

Das Akkordeon hat den Ruf, ein typisches Volksmusikinstrument zu sein. Ich bin kein Fan von Volksmusik. Sollte ich trotzdem Akkordeon spielen?

RM: Das Akkordeon wird oft mit Volksmusik verbunden, ist aber ein sehr vielseitiges Instrument. Es wird auch in Klassik, Jazz, Pop, Filmmusik und zeitgenössischer Musik eingesetzt. Wer keine Volksmusik mag, kann trotzdem genau die Stilrichtungen spielen, die ihn interessieren. Entscheidend ist nicht das Instrument, sondern die Musik, die man darauf macht.

Stimmen von Schüler/innen

Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden?

Am Tag der offenen Tür der Musikschule Baden habe ich alle Instrumente ausprobiert und das Akkordeon hat mir am besten gefallen.

Ich weiss es nicht, wieso ich mich damals für das Akkordeon entschieden habe, aber nach so vielen Jahren habe ich das Instrument gut erlernt. Es klingt für mich wie ein kleines Orchester (Melodie in der rechten und Begleitung in der linken Hand), und falls ich mich wieder für ein Instrument entscheiden müsste, würde wieder das Akkordeon auswählen.

Bringst du immer dein eigenes Instrument mit zum Unterricht? Ist es nicht sehr schwer und unpraktisch?

Nein, meine Eltern oder Grosseltern begleiten mich in die Schule und bringen das Akkordeon. 😊

In der Schule gibt es ein Schulakkordeon, wobei wenn ich eigenes brauche, packe ich mein Akkordeon in die Tasche ein und nehme es mit. Es ist etwas schwerer als der Schulthek.

Spielst du auch manchmal mit anderen Schüler/innen zusammen, oder spielt man das Akkordeon immer allein?

Oft während der Stunde spiele ich zusammen mit meinem Lehrer ein Stück für Duo und dann kann ich es mit einem anderen Schüler machen, da er die andere Stimme mit dem Lehrer übt.

Meine Kollegin aus der Klasse spielt auch das Akkordeon und oft spielen wir zusammen, nicht nur während der Stunde, sondern auch ausserhalb der Schulzeit. Es gibt auch das Akkordeonorchester, wo wir alle zusammen üben und an einem oder mehreren Konzerten teilnehmen.

Unsere Lehrpersonen für Tasteninstrumente

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Unser Angebot (2) – Die Zupfinstrumente

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Im letzten Beitrag haben wir einige Stimmen zu den Streichinstrumenten eingeholt. Zur selben Familie der Saiteninstrumente zählen auch die Zupfinstrumente Gitarre, E-Gitarre und Harfe. Neben dem Klavier ist die Gitarre das am häufigsten belegte Instrument in der Musikschule. Was macht sie so attraktiv? Wir haben wiederum nachgefragt bei Schüler:innen und Lehrpersonen.

Unsere Lehrpersonen:

Gitarre: Heike ter Stal, Maya Mauss, Macha Soukenik, Tiago Almeida, Florian Bogusch, Oliver Schmidt, Thomas Nienhaus, Richard Schneider, Petrin Töndury
E-Gitarre: Markus Roth, Florian Bogusch, Oliver Schmidt, Thomas Nienhaus, Richard Schneider, Petrin Töndury
Harfe: Salome Zinniker

Interview mit 2 Lehrpersonen

Gitarre: Florian Bogusch (Foto) unterrichtet Gitarre und E-Gitarre in Untersiggenthal und Turgi.

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Warum ist die Gitarre das schönste, tollste und beste Instrument überhaupt, das alle Schüler/innen spielen sollten?

Florian Bogusch: Weil die Gitarre ein sehr vielseitiges und spannendes Instrument ist. Zum einen kann man mit ihr alle Arten von Musik spielen, von Klassik bis Modern und von laut bis leise. Man kann sie alleine als Soloinstrument spielen, man kann singen und sich selber damit begleiten und man kann in Bands oder Ensembles mitspielen. Zum anderen macht es einfach Spaß, sie zu spielen. Außerdem lässt sich eine Gitarre (fast) überall hin mitnehmen.

Weisst du noch, wie und warum du selbst dich ausgerechnet für dieses Instrument
entschieden hast?

FB: Als ich mit 10 Jahren das Riff von „Satisfaction“ der Rolling Stones hörte, hat mir der E-Gitarrensound so gut gefallen, daß ich unbedingt Gitarre spielen lernen wollte.

Worauf kommt es an beim Gitarre spielen? Worauf muss man besonders achten?

FB: Man sollte schon bereit sein, regelmäßig zu üben und auch einfach zu spielen um die Koordination der Hände und die damit verbundene Feinmotorik zu entwickeln.

Nach dem Klavier ist die akustische Gitarre das am häufigsten belegte Instrument in der
Musikschule. Woran mag das deiner Meinung nach liegen? Warum lernen deutlich mehr Schüler:innen akustische Gitarre als E-Gitarre, obwohl doch die E-Gitarre in den Medien viel präsenter ist?

FB: Ich denke, viele Eltern sind noch der Meinung, daß man mit der akustischen Gitarre beginnen muss. Tatsächlich jedoch sind beide Instrumente ebenbürtig. Die akustische Gitarre ist einfach schon länger da, weil der Strom erst später erfunden wurde. Eine akustische Gitarre hat natürlich den Vorteil, daß sie gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler leichter zu handhaben ist (weniger Gewicht, keine Kabel usw.), aber die Motivation spielt ja auch eine wichtige Rolle: Wenn jemand unbedingt E-Gitarre lernen möchte, spricht nichts dagegen, gleich mit der E-Gitarre zu beginnen. Üben und Spielen ist ohnehin auf beiden erforderlich.

Du selbst spielst und unterrichtest beide Instrumente. Einige Eltern haben vielleicht Angst vor dem «Lärm», den eine E-Gitarre zu Hause allenfalls machen könnte. Was sagst du diesen Eltern?

FB: Vielen Eltern ist nicht bewusst, wie leicht sich ein E-Gitarrenverstärker auf Zimmerlautstärke regeln lässt. Wenn man es Ihnen dann erklärt und demonstriert, ist die Angst vor dem großen „Lärm“ meistens ganz schnell verschwunden.

***

Harfe: Salome Zinniker (Foto) unterrichtet Harfe in Baden.

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Warum ist die Harfe das schönste, tollste und beste Instrument überhaupt, das alle Schüler/innen spielen sollten?

Salome Zinniker: Die Harfe ist ein sehr vielfältiges und ursprüngliches Instrument. Es ist das einzige Instrument, bei dem der Ton durch Loslassen der Saite erzeugt wird, wie bei einem Pfeilbogen. Das gibt ihr für mich eine besondere Qualität. Auch wie man die Schwingungen des Resonanzkörpers am Körper spürt beim Spielen, finde ich sehr schön. Wer gerne Klänge mit vielen Obertönen hat, die man auch körperlich spüren kann, bei dem ist die Harfe am richtigen Ort! Wer gerne sich selber begleitet, aber nicht unbedingt ein lautes Instrument spielen möchte, für den ist die Harfe auch das Richtige. Auf der Harfe kann man alle Musik spielen, Volksmusik, Jazz, Pop und Klassik, das macht die Harfe zu einem sehr vielfältigen Instrument!

Weisst du noch, wie und warum du selbst dich ausgerechnet für dieses Instrument
entschieden hast?

SZ: Ich habe acht ältere Geschwister, die alle ein Instrument gespielt haben. Ich weiss es nicht mehr sicher, aber ich glaube ich wollte einfach ein Instrument, das noch niemand in der Familie spielte.

Die Harfe ist ein ziemlich grosses Instrument. Ist es nicht sehr unpraktisch und auch sehr teuer? Kann man Harfen auch mieten? Muss man in den Unterricht das eigene Instrumente mitbringen?

SZ: Harfen mietet man am Anfang, bis man weiss, ob es wirklich das richtige Instrument ist für einen. Alle beginnen mit den kleineren günstigeren irischen Klappenharfen, auch die erwachsenen Schülerinnen. Je nachdem welche Musik man spielen möchte, kann man später auf die Konzertharfe umsteigen, oder auf der irischen Harfe bleiben. Zum Üben braucht man zu Hause ein Instrument. Für den Unterricht stehen verschiedene Harfentypen zur Verfügung. Man muss die eigene Harfe nicht mitbringen.

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, mit der Harfe zu beginnen? Spielt die Grösse der Hände eine Rolle?

SZ: Das Alter spielt weniger eine Rolle, als der klare Wunsch, genau dieses Instrument zu lernen und die Fähigkeit sich zu konzentrieren und zu Hause regelmässig zu üben. In der Regel beginnen die Kinder in der zweiten oder dritten Klasse, es gibt aber vereinzelt auch jüngere Kinder und man kann problemlos auch später oder im Erwachsenenalter mit der Harfe beginnen.

Stimmen von Schüler/innen

Gitarre

Wie bist du darauf gekommen, ein Musikinstrument zu erlernen? Warst du an der Instrumentenvorstellung der Musikschule? Haben es dir deine Eltern empfohlen? Oder bist du durch die Medien darauf aufmerksam geworden?

Ich war bei der Instrumentenvorstellung, die Gitarre hat mir am besten gefallen.

Ich war mit meinen Eltern im Konzert, wo Gitarre gespielt wurde. Es hat mir sofort gefallen.

Meine Mutter und Grossmutter spielen auch Gitarre. Es ist fast wie eine Familientradition.

Ich höre es immer auf YouTube und Spotify und möchte das auch können.

Warum hast du dich entschieden, ausgerechnet Gitarre zu spielen und nicht irgendein anderes Instrument?

Ich finde die Gitarre cool und mag ihren Sound.

Ich finde die Gitarre übersichtlicher als das Klavier mit seinen vielen Tasten.

Die Gitarre ist ein sehr vielseitiges Instrument, auf dem man viel verschiedene Musik spielen kann.

Gibt es irgendwelche Vorbilder für dich, von denen du denkst: So wie der oder die möchte ich auch einmal spielen können?

Angus Young, AC/DC
Slash von Guns’n’Roses
Jimi Hendrix
Eddie van Halen
Kurt Cobain von Nirvana
Matthew Bellamy von Muse

Harfe

Wie bist du darauf gekommen, ein Musikinstrument zu erlernen? Warst du an der Instrumentenvorstellung der Musikschule? Haben es dir deine Eltern empfohlen? Oder bist du durch die Medien darauf aufmerksam geworden?

Ich war an der Instrumentenvorstellung, da hat mir die Harfe am besten gefallen.

An der Hochzeit einer Tante hat jemand auf der Harfe Amelie gespielt, das wollte ich
auch.

Ich wollte Geige oder Flöte spielen, da habe ich am Adventssingen der Tagesschule
Harfe gehört, von da an wollte ich nur noch das!

Ich habe in der Stadt die Strassenmusik gehört, da wollte ich das auch lernen.

Warum hast du dich entschieden, ausgerechnet Harfe zu spielen und nicht irgendein anderes Instrument?

Ich wollte nicht Klavier spielen wie alle anderen, die Harfe hat mir sehr gefallen und man kann verschiedene Musik darauf machen.

Die Harfe tönt so schön und man kann mit ihr kuscheln.

Man spürt die Harfe so schön, wenn man spielt, das gefällt mir.

Unsere Lehrpersonen für Zupfinstrumente

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