Popchor VoicSing

Musikschule Region Baden | Blog

Zuerst noch etwas Werbung für unsere nächsten Konzerte. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Flyer downloaden

Musikschule Region Baden | Blog

und nun zu den Interviews:

Elina Diener

Stimmlage: Alt
Gründungsmitglied des Chores

Liebe Elina, du bist nicht nur von Anfang an dabei, sondern warst sogar die treibende Kraft, dass es überhaupt zur Gründung dieses Chores gekommen ist. Kannst du uns kurz berichten, wie sich das zugetragen hat?

Elina Diener: Ich suchte einen Chor, welcher meinem Stil entsprach. Da habe ich dich per Mail angefragt, ob du mir einen Chor empfehlen könntest. Du meintest, du versuchst gerade ein Popchor für die Musikschule zu gründen. Da war ich gleich voller Euphorie. Das sollte doch gelingen, ein paar Bekannte/Freunde dafür zu begeistern! Nach zwei Schnupperabenden startete das Projekt Jugendchor.

Am Anfang bestand der Chor nur aus etwas mehr als einem Dutzend singfreudiger junger Frauen aus deinem Bekanntenkreis. Warum seid ihr nicht einem der vielen schon bestehenden Chöre in unserer Region beigetreten?

ED: Entweder sangen sie die falsche Stilrichtung oder sie konnten mich nicht abholen. Im Bezirksschul-Chor, wo ich 2 Jahre mitsang, konntest du die Jungen schon so toll begeistern. Da wusste ich, dass dies passen würde.

Einige Jahre lang waren keine Männer dabei, inzwischen ist es eine zwar immer noch kleine, aber sehr motivierte Gruppe von Männern, die den Klang wesentlich bereichert. Was hat sich deiner Meinung nach im Chor verändert, seit auch Männer dabei sind?

ED: Die grösste Veränderung ist wahrscheinlich für uns als Alt-Stimmen. Wir haben viel weniger tiefe Stellen als damals. Der Chor ist nun vielseitiger, ich mag die tiefen Bass-Stimmen. Und wir haben nun auch viel anspruchsvollere Stücke. Seit die Männer dabei sind, wird auch mehr neben den Proben unternommen.

Der Chor ist in der Zwischenzeit zu einem stattlichen Klangkörper mit knapp 70 Mitwirkenden angewachsen. Begrüsst du das, oder hast du lieber in der kleinen Gruppe gesungen, wie es ganz am Anfang der Fall war?

ED: In der kleineren Ausführung kannte man wirklich alle Mitglieder gut. Das ist nun etwas schwieriger. Jedoch macht es auch unglaublich Spass, mit so vielen Personen ein Projekt wie das Chorkonzert zu erreichen. Wenn wir ein Lied wirklich gut können, dann tönt es mit 70 Personen schon unglaublich toll.

Der Chor nennt sich ganz bewusst Popchor. Ganz zu Beginn haben die Mitwirkenden zwei Wünsche geäussert in Bezug auf das Programm: Keine klassische Chorliteratur und keine Gospels. Warum eigentlich?

ED: Da bin ich sicher mitschuldig. 😉 Ich denke, es gibt viel mehr Chöre, die klassisch oder Gospel singen, die begeistern mich einfach nicht gleich. Und nach jährlichen 20 Anfragen für unseren Chor, bestätigt es, dass Pop gefragt ist für einen Chor.

Was gefällt dir besonders gut an diesem Chor? Was wünscht du dem Chor für die kommenden Jahre?

ED: Ich kann hier abschalten und fühle mich nach der Probe immer super. Es macht Spass, zusammen was zu schaffen, man hört die Erfolge. Ich habe hier viele Freunde, die ich regelmässig treffe und hoffe, dass dies noch lange so bleibt. Erich ist die Seele von unserem Chor, er kann uns motivieren, anspornen und hat eigentlich immer gute Laune. Das steckt an. Ich hoffe, du bleibst uns noch lange erhalten. Ich wünsche mir, dass unser Publikum weiterhin unsere Begeisterung fürs Singen hört und spürt.

Musikschule Region Baden | Blog

Interview mit Philipp Ryffel

Stimmlage: Bass
Motor und treibende Kraft auf organisatorischer Ebene

Lieber Philipp, seit wann wirkst du im Popchor VoicSing mit?

Philipp Ryffel: Ich bin «erst» seit 4 Jahren bei VoicSing dabei – und es fühlt sich ehrlich gesagt viel länger an. Der Chor ist schnell mehr geworden als nur eine wöchentliche Probe.

Wie bist du auf diesen Chor gestossen? Was hat dich veranlasst, ausgerechnet hier mitzumachen?

PR: Ich bin eher zufällig auf VoicSing gestossen – geblieben bin ich wegen der Musik und der Menschen. Pop und Rock Songs im Chor zu singen, mit Anspruch, aber ohne Leistungsdruck – das hat mich sofort gepackt.

Was unterscheidet den Popchor VoicSing deiner Meinung nach von anderen Chören?

PR: Natürlich ist es die Musik und die anspruchsvollen Arrangements, die oft komplexer sind als bei vielen anderen Chören – aber immer ohne Leistungsdruck. Wir wollen musikalisch wachsen, ohne dass es sich verbissen anfühlt.
Für mich machen vor allem die Menschen den Unterschied. Bei VoicSing kommen ganz unterschiedliche Generationen, Kulturen und Kompetenzen zusammen. Jede und jeder bringt etwas Eigenes mit und zusammen entsteht etwas, das deutlich grösser ist als die Summe der Einzelnen.
Der Umgang ist immer respektvoll und offen. Neben der Musik schwingt deshalb eine tiefe Verbundenheit mit – und nicht selten auch echte Freundschaft.

Was macht Chorsingen mit dir? Kannst du kurz beschreiben, was dir so sehr daran gefällt?

PR: Chorsingen wirkt auf mich auf mehreren Ebenen. Durch das gemeinsame Singen kommt man automatisch in denselben Atem – und irgendwie auch in denselben Rhythmus. Man spürt, wie sich etwas synchronisiert, fast wie ein gemeinsamer Herzschlag.
Der Körper wird dabei selbst zum Instrument: Atmung, Haltung, Stimme, Konzentration – alles greift ineinander. Und genau dadurch entsteht ein starkes Wir Gefühl.
Für mich gibt es kaum etwas, das Menschen schneller und intensiver verbindet als gemeinsam zu singen. Man verlässt die Probe nicht nur musikalisch erfüllt, sondern auch menschlich getragen.

Wie die meisten gemischten Chöre sucht auch der Popchor VoicSing dringend Verstärkung im Männerregister. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass so wenige Männer für’s Chorsingen zu begeistern sind?

PR: Bei vielen Männern beginnt es mit dem Gedanken: „Ich kann nicht singen.“ In den allermeisten Fällen stimmt das aber nicht. Wenn das so wäre, würden die Charts wohl ausschliesslich von Frauen dominiert.
Viele verwechseln Solo‑ und Chorgesang. Allein zu singen ist etwas völlig anderes, als Teil eines Chors zu sein. Im Chor wird man getragen, hört aufeinander, wächst gemeinsam hinein.
Ich kann jedem Mann, der Spass an Musik hat, nur empfehlen, einmal bei einer Probe vorbeizuschauen. Wer das gemeinsame Atmen, den Klang und das Wir‑Gefühl erlebt, merkt schnell: Chorgesang ist alles – aber ganz sicher kein reines Frauending.

Auf organisatorischer Ebene bist du ein unermüdlicher Motor und eine nie versiegende Ideenquelle in diesem Chor! Kannst du unseren Leserinnen und Lesern einen kurzen Einblick darüber geben, was neben dem Singen sonst noch alles läuft bei VoicSing?

PR: Ich bin fest davon überzeugt, dass man bei jeder Probe und jedem Auftritt spürt, ob sich die Menschen hinter der Musik auch auf sozialer Ebene kennen. Deshalb ist es mir wichtig, dass VoicSing nicht nur dienstags stattfindet.
Neben dem Probewochenende – wo natürlich intensiv geübt wird, aber auch Raum für Begegnung und das Pflegen von Freundschaften ist – feiern wir nach den Konzerten gemeinsam mit unseren Angehörigen in einer Waldhütte das Erreichte. Im September begrüssen wir die Neuen bei einem gemeinsamen Essen, vor Weihnachten gehört ein Fondueplausch zur Tradition – manchmal mit Kerzenziehen oder einem anderen Ausklang. Der Umtrunk nach der Probe ist bei einigen genauso gesetzt wie das gemeinsame Musizieren an der Limmat in den Sommermonaten.
Es entstehen immer wieder neue Ideen: dieses Jahr freue ich mich besonders auf den Gang in ein professionelles Studio, um zwei unserer aktuellen Songs aufzunehmen. Alles aber immer nach dem gleichen Prinzip: jeder kann, niemand muss.

Was wünscht du dem Chor für die kommenden Jahre?

PR: Ich wünsche mir, dass VoicSing neugierig bleibt – musikalisch und menschlich. Neue Stimmen, neue Ideen, volle Konzertsäle und dieses besondere Gefühl, gemeinsam etwas auf die Bühne zu bringen, das berührt.

Bald ist es so weit!

Musikschule Region Baden | Blog

Die Vorbereitungen für unsere Festkonzerte laufen auf Hochtouren.

Spannung steigt, die Instrumente werden auf Hochglanz poliert, in den Proben erfolgt der letzte Schliff, dann kann nichts mehr schiefgehen – hoffentlich!

Am 20. & 21. Juni 2026 ist es soweit!

Save the date! Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Flyer downloaden

Musikschule Region Baden | Blog

Rollentausch: Lehrpersonen als Schülerinnen

Musikschule Region Baden | Blog

Einige Lehrpersonen aus unseren Reihen haben sich dazu entschlossen, selbst wieder in die Rolle der Schülerin zu schlüpfen und nehmen Unterricht auf einem anderen als ihrem angestammten Instrument. Hier berichten sie über ihre wertvollen Erfahrungen mit diesem Rollentausch.

Jacqueline Mühry, Cellolehrerin

Musikschule Region Baden | Blog

Liebe Jacqueline, dein angestammtes Instrument ist das Cello. Nun hast du dich vor ein paar Jahren entschlossen, selbst wieder in die Rolle der Schülerin zu schlüpfen und bei einer Kollegin Gesangsunterricht zu belegen. Was hat dich dazu bewogen?
Jacqueline Mühry: Es war ein langjähriger Wunsch von mir, schon während des Studiums.

Warum hast du dich ausgerechnet für den Gesang entschieden? Was fasziniert dich daran?

JM: Den Körper als Instrument zu nutzen. Die Stimme ist das unmittelbarste Instrument, das wir haben. Beim Singen kommen die Emotionen direkt zum Ausdruck.

Du bist eine professionelle Musikerin. Wie fühlte es sich für dich an, wieder Anfängerin zu sein?

JM: Es fühlt sich gut an, etwas von Grund auf zu erlernen, aber manchmal bin ich etwas ungeduldig, weil ich hohe Ansprüche an mich habe.

Du bist inzwischen schon bei verschiedenen Gelegenheiten als Gesangssolistin aufgetreten. Wie unterscheidet sich das für dich von einem Auftritt mit deinem angestammten Instrument, dem Cello? Bist du aufgeregter?

JM: Ich bin etwas weniger nervös, weil das Publikum weiss, dass ich Schülerin und nicht Profi bin.

Hat sich dein Unterrichtsstil verändert, seit du selbst wieder Schülerin bist? Hast du Erkenntnisse aus diesem Rollentausch gewonnen, die du in deinem Unterricht verwenden kannst?

JM: Ein bisschen. Ich achte mehr auf Atmung beziehungsweise musikalische Bögen beim Spielen des Cellos.

Wie fühlt es sich an, vor der nächsten Lektion nicht oder zu wenig geübt zu haben? Begegnest du deinen eigenen Schüler/innen in solchen Situationen anders, seit du selbst wieder Schülerin geworden bist?

JM: Ja, ich bin etwas toleranter geworden. 😉

Heike ter Stal, Gitarrenlehrerin

Musikschule Region Baden | Blog

Liebe Heike, du unterrichtest seit vielen Jahren Gitarre an unserer Musikschule. Nun hast du begonnen, bei einer Kollegin Blockflötenunterricht zu belegen. Warum?

HtS: Die körperliche Erfahrung über das Blasen und die Atmung Töne und Melodien zu gestalten reizt mich sehr. Da ich auch historische Zupfinstrumente studiert habe und mich in der „Alten Musik“ zu Hause fühle, habe ich die Blockflöte mit ihrem schönen warmen Klang gewählt, um eine neue musikalische Ausdrucksweise zu finden.
Musik machen und Neues lernen macht auch einfach Spaß.

Wie unterscheiden sich die beiden Instrumente für dich? Was fällt dir auf dem einen leichter als auf dem anderen? Wo liegen die Herausforderungen? Kann man von Vor- und Nachteilen sprechen?

HtS: Die Gitarre als akkordisches Zupfinstrument und die Blockflöte als Melodieinstrument unterscheiden sich ja grundsätzlich sehr. Die Herausforderung bei der Gitarre liegt im mehrstimmigen und solistischen Spiel. Man kann aber auch schon mit einfachen Akkorden Begleitungen spielen und damit das harmonische Hören lernen.
Ich geniesse nun auf der Blockflöte die vielen Gestaltungs- und Artikulationsmöglichkeiten des einstimmigen Spielens und der Tonbildung.
Auch die freiere Spielhaltung im Stehen empfinde ich als wohltuenden Ausgleich zum Sitzen an der Gitarre.

Wie fühlt es sich für dich an, nach vielen Jahren des Unterrichtens wieder selbst Schülerin zu sein?

HtS: Für mich steht das unbefangene Kennenlernen, Ausprobieren und Entdecken einer anderen Klangwelt im Vordergrund des Lernens. Das macht mir viel Freude, braucht aber auch Zeit und Geduld. Da freue ich mich über jeden kleinen Fortschritt.

Haben deine eigenen Erfahrungen als Schülerin deinen Gitarrenunterricht beeinflusst oder sogar verändert? Hast du durch das Lernen etwas für das Lehren gelernt?

HtS: Ja, das Üben will gelernt sein. Ich habe mich nochmal mit der Struktur des Übens beschäftigt, da das auf jedem Instrument ähnlich ist. Wie kann ich noch mehr Hilfestellung und Anleitung im Unterricht geben um das häusliche Üben der Schüler/innen zu unterstützen.

Wie kommt Kritik von deiner Lehrperson bei dir als Schülerin an?

HtS: Ich empfinde das Feedback und die Anleitung der Lehrerin als bereichernd und auch oft erfrischend. Manchmal vergisst man sogar grundlegende Dinge und wird wieder an die Basics erinnert.

Was war bisher auf deinem neuen Instrument die grösste Herausforderung für dich?

HtS: Die grösste Herausforderung für mich auf der Blockflöte ist das Tempo, die Schnelligkeit, die Zungentechnik, besonders die Koordination von Zunge und Fingern.

Kannst du anderen Schüler/innen etwas aus deiner eigenen Erfahrung empfehlen? Was hilft dir als Schülerin? Gibt es Strategien, die bei dir zum Erfolg geführt haben?

HtS: Es braucht viel Geduld ein Instrument zu lernen. Schritt für Schritt vorgehen und die Verbindung und die Freude vom Hören (Zuhören) und Tun (Spielen/ Motorik) entdecken.
Sich immer wieder auf das schon Gelernte besinnen, die Lieblingsstücke hervorkramen und verfeinern. Mich hat auch immer das gemeinsame Musizieren sehr motiviert.

Was ich sonst noch dazu sagen kann:

HtS: Ich habe mir als Kind im Alter von 5/6 Jahren selber Sopranblockflöte ohne Unterricht beigebracht und habe mit Begeisterung sehr viel gespielt. Nun habe ich eine Altblockflöte und greife manchmal intuitiv die Soprangriffe. Das finde ich schon erstaunlich, dass ich nach so vielen Jahren, ohne die Blockflöte in der Hand gehabt zu haben immer noch weiß, was ich als Kind gelernt habe.

Interview erwachsene Schülerinnen & Schüler

Musikschule Region Baden | Blog

Madeleine Scheiben (Foto), Schülerin von Jacqueline Mühry

Musikschule Region Baden | Blog

Liebe Frau Scheiben, würden Sie uns verraten, was Sie beruflich machen?

Madeleine Scheiben: Ich arbeite als Schulische Heilpädagogin und DaZ- Lehrperson in Untersiggenthal.

Welches Instrument spielen Sie?

MS: Am liebsten spiele ich Cello.

Wie sind Sie überhaupt zum Musizieren gekommen? Spielen Sie seit Ihrer Jugend?

MS: In meiner Kindheit und Jugend habe ich Klavier und Querflöte gelernt. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Primarlehrerin hatte ich die Möglichkeit, ein weiteres Instrument zu erlernen. Weil mir der Klang der tiefen Streichinstrumente so gefiel, entschied ich mich fürs Cello. Während vieler Jahre als Klassenlehrerin hatte ich dann keine Zeit mehr für dieses Instrument, aber lernte dafür noch Gitarre spielen, um die Klasse im Singen zu begleiten.

Als ich meinen Mann kennenlernte, entschied ich mich auch noch fürs Euphonium, um gemeinsam mit ihm in einem Posaunenchor mitzuspielen. Schon damals nahm ich an der Musikschule Baden bei Herrn Litschig (Posaune) Unterricht.

Doch jedes Mal, wenn ich über ein Cello «stolperte», dachte ich daran, dass dies doch eigentlich mein Lieblingsinstrument wäre und ich es so gerne spielen würde. Da ich aber schon so viele verschiedene Instrumente spielte, begrub ich diesen Gedanken jeweils wieder.

Wann haben Sie begonnen, im Erwachsenenalter an der Musikschule Instrumentalunterricht zu belegen? Was hat Sie dazu bewogen?

MS: In der Coronazeit fasste ich eines Tages kurzerhand den Entschluss, ein Cello zu mieten. Ich fragte mich, ob ich noch wohlklingende Töne aus dem Instrument herausbrachte. Wusste ich noch, wie man das Instrument hält und wie man den Bogen über die Saiten streicht? Ich war gespannt…

Worin liegt nach Ihrer Erfahrung der Vorteil am Unterricht in der Musikschule, verglichen beispielsweise mit Selbststudium oder elektronischen Lehrgängen auf YouTube?

MS: Natürlich suchte ich auf YouTube passende Videos, gab allerdings schnell auf. Ich war unsicher, ob ich es wirklich richtig machte – man konnte ja nicht nachfragen – und ich wollte mir auch nichts Falsches angewöhnen. Also entschied ich mich für einen Unterricht an der Musikschule Baden.

Wie viel üben Sie? Wie lässt sich das mit Ihrer Berufstätigkeit vereinbaren?

MS: Da ich kein volles Pensum mehr habe, kann ich mir etwa 2 Stunden pro Woche Zeit fürs Cello spielen nehmen.

Würden Sie uns ein wenig teilhaben lassen an Ihren bisherigen Erfahrungen mit der Musik? Ihre schönsten Erlebnisse? Bleibende Erinnerungen im Zusammenhang mit der Musik? Herausforderungen beim Musizieren?

MS: Am liebsten musiziere ich mit anderen zusammen, zum Beispiel im Ensemble von Frau Mühry, oder mit meinem Euphonium im Posaunenchor. Gerne musizieren mein Mann und ich auch gemeinsam zuhause und singen in einem Chor.
Meine Lieblingsrichtung ist die Klassische Musik. Konzert- und Opernbesuche sind immer wieder ein Highlight. Musik hat einen grossen Stellenwert in meinem Leben und ich hoffe, dass ich noch viele Jahre bei Frau Mühry Cello lernen kann. Es macht mir grosse Freude, und jedes Mal, wenn ich nach der Cellostunde nach Hause gehe, weiss ich ganz genau, was ich ändern oder besser machen muss, damit ich einen Schritt weiterkomme.

Daniel Zehnder (Foto), Schüler von Matthias Merki

Musikschule Region Baden | Blog

Lieber Daniel, würdest du uns verraten, was du beruflich machst?

Daniel Zehner: Ich bin seit 40 Jahren selbständiger Architekt, habe mich spezialisiert auf den Umbau von anspruchsvollen historischen Gebäuden und Beratungen für den Bau von öffentlichen Gebäuden. Eigentlich wäre ich mit 69 schon pensioniert, aber was man gerne macht, ist ja gar keine Arbeit.

Welches Instrument oder welche Instrumente spielst du?

DZ: Alphorn, Euphonium, Flügelhorn und Trompete. Früher spielte ich Alto- und Baritonsax.

Wie bist du überhaupt zum Musizieren gekommen? Spielst du seit deiner Jugend?

DZ: Als Jugendlicher blieben mir Musikstunden trotz mehreren Bitten bei meinen Eltern verwehrt – das war ihnen zu teuer für uns vier Kinder. Ich hatte die Musikschüler immer benieden. So habe ich mir nach der Ausbildung die ersten Musikstunden geleistet.

Wann hast du begonnen, im Erwachsenenalter an der Musikschule Instrumentalunterricht zu belegen? Was hat dich dazu bewogen?

DZ: Nach dem Studium habe ich mit 26 bei Matthias Baumann Saxophonunterricht genommen, und spielte daraufhin etliche Jahre in einer kleinen Brassband süd- amerikanische Stücke, oft auch aufwändig kostümiert an der Fasnacht in Luzern.
Vor 10 Jahren begann ich mit dem Alphornspiel und habe dann vor 6 Jahren bei Matthias Merki mit dem Unterricht auf der Trompete begonnen. Über das Flügelhorn habe ich dann auf das Euphonium gewechselt, dessen Ton mir sehr gefällt.

Worin liegt nach deiner Erfahrung der Vorteil am Unterricht in der Musikschule, verglichen beispielsweise mit Selbststudium oder elektronischen Lehrgängen auf YouTube?

DZ: Der Musiklehrer kann wesentlich präziser auf mich eingehen, mich motivieren und fördern. Obwohl ich mir eine grosse Disziplin angeeignet habe, wäre ein Selbststudium deutlich weniger effektiv und etwas trostlos, so ganz allein zu spielen. Dazu markieren die Erwachsenenkonzerte immer Meilensteine.

Wie viel übst du? Wie lässt sich das mit deiner Berufstätigkeit vereinbaren?

DZ: Ich versuche mindestens alle zwei Tage zu üben, die Instrumente stehen alle schön glänzend neben mir in meinem Büro bereit. Ich habe zudem ein Alphorn stets im Auto dabei und spiele manchmal in Zwischenstunden an einem Waldrand oder in einem schön hallenden Tunnel.

Würdest du uns ein wenig teilhaben lassen an deinen bisherigen Erfahrungen mit der Musik? Deine schönsten Erlebnisse? Bleibende Erinnerungen im Zusammenhang mit der Musik? Herausforderungen beim Musizieren?

DZ: Musik kann enorm anstrengend sein – ich war mit einer engagierten Konzertorganistin verheiratet. Feiertage in der Kirche waren purer Stress. Ich bediente die Register der Orgel und war mit blättern beschäftigt. Kein Genuss.

Musik ist faszinierend – in Usbekistan nachts vor einer wunderschön beleuchteten Medresse Alphorn zu spielen ist unvergesslich schön und berührend. Die Musik fand grossen Anklang bei den Asiaten, Kinder sind mir fast ins Alphorn gekrochen.

Musik berührt – das Euphonium klingt in einem Kirchenraum wunderschön warm und oft ergreifend. Meine Enkelkinder lieben den Klang ganz besonders.

Musik ist witzig – oft spiele ich in Wengen an einem Sonntagmorgen Alphorn vor der Jungfrau ins Tal – und bekomme nach einer Weile Antwort tief aus dem Talgrund von Lauterbrunnen und hoch von der Alp Letzi über Wengen -wir haben uns aber noch nie gesehen.

Herausfordernd ist sicher, ein gewisses technisches Niveau zu halten und dranzubleiben. Hier bin ich zum Glück viel freier als Berufsmusiker, deren Niveau sehr hoch sein muss, um den Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Lehrpersonen der Musikschule

Musikschule Region Baden | Blog

Selbstverständlich ist es nicht möglich, Ihnen im Rahmen dieses Blogs sämtliche Lehrpersonen vorzustellen, die an unserer Musikschule tätig sind. Zwei von ihnen geben Ihnen beispielhaft einen Einblick in ihren Berufsalltag.

Réka Szabo unterrichtet Blockflöte und Querflöte in Baden und Obersiggenthal. Marc Joho unterrichtet Trompete in Baden, Obersiggenthal und Untersiggenthal.

Wie lange bist du schon an Musikschulen tätig? Unterrichtest du auch noch an anderen Musikschulen ausser Baden?

Réka Szabo: Ich unterrichte schon seit über 20 Jahren. Ich habe in verschiedenen Gemeinden Unterricht, neben der MSRB auch noch in Bad Zurzach.

Marc Joho: Seit 26 Jahren. Ja, ich habe an mehreren anderen Musikschulen unterrichtet. Zur Zeit bin ich nebst Baden noch an zwei weiteren Schulen tätig.

Wie und warum bist du ausgerechnet an die Musikschule Baden gekommen?

RS: Ich wohne in der Nähe und wollte nicht weit entfernt von meiner Familie arbeiten.

MJ: Zufälligerweise lernte ich im Jahr 2007 meinen jetzigen Trompeten-Unterrichtskollegen Matthias Merki kennen, der damals schon einige Jahre an der MSRB unterrichtete. Er wies mich darauf hin, dass dort die Stelle eines zweiten Trompetenlehrers ausgeschrieben war, da sein eigenes Pensum stetig anwuchs. Tatsächlich konnte ich diese Stelle dann antreten, ein sehr glücklicher Umstand für mich 😊

Wie hast du deine eigene Zeit als Schüler/in an einer Musikschule erlebt? Haben dich die positiven Eindrücke geprägt, oder hast du dir vorgenommen, ganz anders zu unterrichten, als du es selbst als Schüler/in erfahren hast?

RS: Ich habe wunderschöne Zeit in der Musikschule, wo ich Schülerin war, erlebt. Ich unterrichte nicht ganz, aber anders als ich es erlebt hatte.

MJ: Ich hatte im Alter von 11 Jahren nur ein Jahr lang Trompetenunterricht an einer Musikschule, der mir eigentlich (soweit ich mich erinnern mag) positiv in Erinnerung ist. Mein Vater hatte mir vieles beigebracht, da er auch Trompete spielte. Von daher kann ich zu diesen Fragen gar nicht mehr sagen.

In welchem Alter und vor allem warum hast du dich entschieden, Musik zu studieren und ausgerechnet Musiklehrer/in zu werden?

RS: Ich war 6 Jahre alt und hatte Asthma. Meine Ärztin hat meinen Eltern empfohlen, dass ich ein Blasinstrument spielen soll, um die Kapazität meiner Lunge zu verbessern. Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet Musikerin zu werden 😊

MJ: Ich habe erst im Alter von 34 Jahren noch Musik (Jazz) studiert, das war mein zweites Studium (nach Elektrotechnik an der HTL direkt nach der Lehre). Die Musik, insbesondere das Trompetenspiel, begleitete mich seit früher Kindheit, und ich wollte unbedingt mehr über die Jazzmusik und das Improvisieren erfahren. Lehrer zu werden, war dann die logische Schlussfolgerung für mich.

Kannst du uns den typischen Alltag einer Musiklehrperson kurz vorstellen?

RS:
• Selbst üben
• Organisation von Vorspielen, Konzerte
• Austausch mit Eltern
• Organisation der Unterrichts Materialien
• Notenmaterial vorbereiten
• Auswahl, Planung der Stücke

MJ: Als Lehrperson für Blasinstrumente ist man wegen eher kleinerer Pensen meist an mehreren Schulen und Orten tätig. Ich fahre demzufolge an einem Tag von Ort zu Ort. Häufig kann man morgens und auch am früheren Nachmittag noch nicht so viele Schülerinnen und Schüler unterrichten, da diese noch in der Schule sind und erst nach Schulschluss, d.h. so ab 15.15 Uhr, kann’s richtig losgehen. Daher hat man als Musiklehrperson meistens auch zu späterer Uhrzeit Feierabend. In der unterrichtsfreien Zeit ist man beschäftigt mit Unterrichtsvorbereitungen, organisatorischen Angelegenheiten oder mit selbst üben am Instrument.

Machst du auch ausserhalb der Schule Musik? Wenn ja, wo? Bands, Ensembles, Orchester?

RS: Ich spiele regelmässig in einem Ensemble mit Chor.

MJ: Zur Zeit mache ich selber (leider) eher weniger Musik, da meine Woche ziemlich durchgetaktet ist. Und meine Familie, mit der man ein bisschen Zeit verbringen möchte, ist ja auch noch da. Ich spiele noch in einem Brass-Quartett mit („Brass4Fun“), mit welchem wir zirka sechs Auftritte pro Jahr haben, sowie in einem Blechbläser-Septett plus Schlagzeug („Blechsalat“), mit welchem wir jährlich eine Konzertserie mit ein paar Proben vorab spielen.

Was gefällt dir an diesem Beruf am besten? Warum möchtest du mit keinem anderen Beruf tauschen?

RS: Bringt neue Begegnungen, unterschiedliche Herausforderungen und kreative Momente. Arbeiten mit verschiedenen Altersgruppen. Kein Tag ist wie der andere.

MJ: Es bereitet mir Freude, Kindern ein Instrument zu lehren und sie (meistens) über mehrere Jahre musikalisch ausbilden und sie generell ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen. Und wenn man dann über die Zeit hinweg immer wieder die Erfolge sehen kann – toll! Durch den 1:1 Unterricht entsteht vermutlich auch noch eine etwas „direktere“ Beziehung als vielleicht im Klassenunterricht, was ich auch schön finde und geniesse. Im Weiteren arbeitet man als Musiklehrperson eigentlich als „eigenständiger Unternehmer“, d.h. man hat viele Dinge selber in der Hand und trägt damit eine nicht unwesentliche Verantwortung, was ich persönlich sehr schätze.

Dein schönstes oder lustigstes Erlebnis in deiner bisherigen Berufslaufbahn.

RS: Wenn ein Ziel erreicht wird, ein strahlendes Lächeln nach einem Erfolgserlebnis.

MJ: Eines meiner schönsten Erlebnisse war im Dezember 2023, als ich mit einem Schülerensemble an einem Weihnachtsmarkt amerikanische Weihnachtssongs spielte. Wir traten mitten auf einem Schulhausplatz vor einem grossen, beleuchteten Weihnachtsbaum auf, es schneite passend dazu und viele Besucher hörten und schauten uns zu. Die Stimmung und der Weihnachtszauber waren einfach perfekt! Und das i-Tüpfelchen war, dass meine beiden Söhne ebenfalls in diesem Ensemble mitspielten.