Möchten Sie, dass sich Ihr Kind auf die wunderbare Reise in die Musikwelt vorbereiten kann? Dann ist «Der Musikalische Koffer» genau das Richtige! Der Kurs richtet sich an die zukünftigen Instrumentalschüler*innen der MSRB, damit sie mit den Musikgrund-lagen vertraut werden. Dies ermöglicht ihnen einen leichteren Einstieg in den Instrumentalunterricht und schnellere Erfolgserlebnisse am Instrument.
Zusammen lernen macht Spass! In diesem Kurs wird Gehörbildung auf spielerische Art unterrichtet. Rhythmusspiele und rhythmische Improvisationen, Noten lesen und schreiben sowie Musikgehör und Musikgespür entwickeln sind Teile des Kursinhaltes.
Kursbestätigung am Ende des Kurses als Reisepass. Willkommen in der Musikwelt!
Kursleiterin
Frau Macha Soukenik, Baden
Fragen oder weitere Informationen zum Kurs per Mail an: macha.soukenik@msrb.ch
Kursort und Termine
Dachraum Villa Burghalde, Baden
50 Min. wöchentlich, jeweils am Montag zwischen 14 bis 17 Uhr
Teilnahmebedingungen
Für zukünftige Instrumentalschüler*innen ab der 1. Klasse Primar
mindestens 3, maximum 4 Teilnehmende pro Gruppe.
Kursgeld
Fr. 450.- pro Schüler*in pro Semester, CHF 900.- pro Schüler*in für das ganze Schuljahr
Anmelden
Via QR-Code auf dem Flyer bis spätestens am 01. Mai 2026
Gruppeneinteilung im Juni 2026
Die Anmeldung gilt für 2 Semester und ist verbindlich für das ganze Schuljahr 2026/27.
Die Faszination für das Schlagzeug ist ungebrochen, nach wie vor zählt es zu den am häufigsten belegten Instrumenten in der Musikschule. Bei unseren Instrumentenwerkstätten ist aber nicht zu übersehen, dass manche Eltern ihre Kinder lieber für ein etwas leiseres Instrument begeistern würden, vielfach aber ohne Erfolg. Was fasziniert viele Schülerinnen und Schüler so sehr an diesem Instrument?
Lehrpersonen
Schlagzeug: Martin Fässler, Christoph Keller, Matthias Meier, Christoph Vogt
Djembé: Fabio Meier
Matthias Meier unterrichtet Schlagzeug in Turgi.
Das Schlagzeug spielt keine Melodien, das Schlagzeug besteht aus vielen einzelnen Komponenten und benötigt daher relativ viel Platz, es ist schwierig zu transportieren, ganz einfach ausgedrückt: Das Schlagzeug ist ein unpraktisches Instrument! Warum ist es deiner Meinung nach trotzdem so beliebt bei den Schüler/innen?
Matthias Meier: Schlagzeuge faszinieren Menschen, weil es so direkt ist. Wenn man Trommeln und Becken anspielt, gibt das Schlagzeug sofort eine Rückmeldung. Das Instrument strahlt Freiheit aus und lässt somit viel Platz für die eigene Ausdrucksform. Das Schlagzeug ist einfach ein Juhee-Instrument.
Dass es so schwierig ist, zu transportieren hat auch seine Vorteile: man muss es nie in die Schlagzeuglektion mitnehmen.
Was fasziniert dich selbst so sehr am Schlagzeug, dass du beschlossen hast, es zu deinem Beruf zu machen?
MM: Die Musik ist meine Leidenschaft. Ich möchte diese Faszination weitergeben und andere Menschen daran teilhaben lassen. Da das Schlagzeug selbst als Instrument keinem vorbestimmten Muster folgt, wird es nie langweilig. Jedes Jahr werden neue Komponenten erfunden, welche man zum Schlagzeug hinzufügen kann. Und wenn man keine neue Effektbecken dazukaufen möchte, dann erfindet man einfach selber weitere Perkussionsinstrumente, welche man ans Schlagzeug hängt. Die Freiheit ist hier grenzenlos. Dieser Beruf bleibt spannend!
Was sagst du Eltern, die ein wenig Respekt haben vor dem Lärm, den das Instrument verursacht? Muss man ein freistehendes Einfamilienhaus besitzen, um Schlagzeug spielen zu können?
MM: Heutzutage gibt es elektronische Schlagzeuge, welche man mit Kopfhörer spielen kann. Diese E-Drums lassen sich gut mit Handys oder Laptops verbinden und nehmen nicht so viel Platz ein wie ein akustisches Schlagzeug.
Gibt es Schlagzeuger, die dich beeindrucken? Warum? Kannst du uns ein paar Videos empfehlen?
MM: Da gibt es eine ganze Menge. Ich versuche mal, eine vielseitige Auswahl zu machen:
Dein Instrument ist bei weitem nicht so populär, wie das Schlagzeug. Kannst du es uns ein wenig näher vorstellen?
FM: Das Djembé kommt ursprünglich aus Westafrika. Westafrika ist sehr reich an Rohstoffen, wie zum Beispiel Gold. Weshalb es für die europäischen Kolonialmächte attraktiv war zu kolonisieren und viele europäische Staaten ihren heutigen Wohlstand auf der Ausbeutung des afrikanischen Kontinents aufbauten. Die Kolonialmächte unterteilten gewaltsam das einst vereinte Königreich Westafrikas in verschiedene Länder, ohne Rücksicht auf Kultur und Ethnien zu nehmen. So finden wir heute in Mali, Burkina Faso, Guinea, Senegal und der Elfenbeinküste dieselben Djembé Rhythmen. Da das Djembé in den 1980er Jahren an Popularität in Europa gewann, verdrängte es andere Handtrommeln und ist bis heute das bekannteste Instrument aus dem afrikanischen Kontinent. Das Djembé wurde ursprünglich in rituellen Kontexten genutzt, das heisst zum Beispiel bei Erntedank- oder Pubertäts-Festen und wurde primär von Bauern und Männern gespielt. Durch die Industrialisierung und teilweise Unabhängigkeitserklärung gewisser Westafrikanischer Staaten gewann das Djembé an Identitätsstiftender Bedeutung und wurde institutionalisiert. So entstanden erste “Ballet”, wo Djembé Rhythmen zu Arrangements umfunktioniert wurden und in Kombination mit Tanz, Gesang, Kora (Westafrikanische Stegharfe), Balafon (westafrikanisches Marimbaphon) und Schauspiel als Spektakel inszeniert wurde.
Das Djembé besteht aus einem geschnitzten Baumstamm, einem Ziegenfell, Metallringen und Schnüren und wird in Kombination mit Basstrommeln und Glocken gespielt. Es gibt drei Basstrommeln, das Kenkeni (hohe tonlage und klein), die Sangbang (mittlere Tonlage und mittel gross) und das Dundun (tiefe Tonlage und gross). Die Basstrommeln sind im Unterschied zur Djembé mit einem Kuhfell bespannt und werden mit Stöcken gespielt.
Djembé Rhythmen zeichnen sich oft durch ihre ausgeklügelte Polyrhythmik und Phrasierungen aus.
Wem empfiehlst du einen Einstieg auf dem Djembé?
FM: Den Einstieg auf dem Djembe kann ich jeder Altersgruppe empfehlen. Einerseits weil das Instrument nicht ganz so filigran aufgebaut ist wie zum Beispiel eine Geige und somit auch für kleine Kinder zugänglich ist. Andererseits ist die Arbeit am Instrument für Jugendliche und Erwachsene interessant, weil die komplexe Rhythmik in Verbindung mit der körperlichkeit des Spiels am Djembé ein gutes Training für unser Gehirn ist und eine wohltuende Abwechslung in unserem digital geprägten Alltag darstellt.
Nächste Woche wird es für viele unserer Schülerinnen und Schüler besonders spannend. Die jährlichen mCheck Prüfungen stehen unmittelbar bevor. Was ist eigentlich ein mCheck und ist es wirklich nötig, auch in der Musikschule noch Prüfungen durchzuführen?
Der mCheck wurde vom kantonalen Musikschulverband VAM ins Leben gerufen und entspricht einem Konzept, das in umliegenden Kantonen als Stufenprüfung bekannt ist. Im Kanton Aargau ist der mCheck in 6 Stufen unterteilt, wobei die Höchststufe 6 etwa dem Niveau einer Aufnahmeprüfung in ein Konservatorium oder eine Hochschule entspricht.
Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bereiten ein Pflichtstück und ein Selbstwahlstück vor, welche im Rahmen einer mündlichen Prüfung einer Expertin oder einem Experten vorgetragen werden. Die Pflichtstücke werden von einer kantonalen Expertenkommission ausgewählt und zumeist in der ersten Novemberhälfte jeden Jahres bekanntgegeben. Zusätzlich werden im Rahmen der Prüfungen der Stufe entsprechende musiktheoretische Inhalte abgefragt, welche ebenfalls in einem Stufenprofil festgehalten sind und instrumentenspezifische Besonderheiten berücksichtigen.
Zur Erarbeitung der theoretischen Grundlagen bieten wir an unserer Musikschule ab der Stufe 3 separate Theoriekurse an, welche an fünf Samstagmorgen zwischen Dezember und März stattfinden. Ziel dieser Kurse ist es, die Lektionen am Instrument zeitlich zu entlasten, damit sich die Lehrpersonen dort auf das Einstudieren der Stücke konzentrieren können und nicht auch noch den Theoriestoff in den ohnehin sehr kurzen Lektionen unterbringen müssen. Die Theoriekurse werden mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen, die Ergebnisse fliessen in die Gesamtbewertung ein, wobei die Vorträge am Instrument höher gewichtet werden als der Theorieteil.
Den krönenden Abschluss der mCheck – Woche bildet jeweils eine Abschlussfeier, an welcher musikalische Beiträge aus jeder Stufe zum Besten gegeben werden. Die Zertifikate werden von Stadträtin Ruth Müri persönlich den Schülerinnen und Schülern übergeben. Aufgrund der erfreulich grossen Nachfrage nach diesem Angebot fand diese Feier in den letzten Jahren jeweils in der Trafohalle in Baden statt, weil kein anderer Saal auch nur annähernd gross genug war, um alle Teilnehmenden und ihre stolzen Angehörigen aufnehmen zu können.
Aufgrund unserer diversen Jubiläumsprojekte im laufenden Schuljahr haben wir uns entschieden, diesen Priorität gegenüber anderen Projekten einzuräumen und den mCheck ein wenig zu redimensionieren. Die diesjährige Schlussfeier findet statt am Freitag, 27. März um 19.00 Uhr in der Reformierten Kirche Baden.
Die Teilnahme am mCheck ist an unserer Musikschule kostenlos und ausdrücklich freiwillig. Die sehr hohe Teilnehmerzahl beweist, dass dieses Angebot offensichtlich einem Bedürfnis unserer Schülerinnen und Schüler entspricht. Der Fokus liegt bei uns dabei nicht auf dem Prüfungscharakter dieses Anlasses, sondern vielmehr an der Tatsache, dass wir damit ein Ziel schaffen, auf das unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrpersonen konzentriert hinarbeiten können. Die Rückmeldung zum eigenen Spiel erfolgt für einmal nicht von der eigenen Lehrperson, sondern von einer unbekannten Expertin oder einem Experten. Der Fokus liegt zudem bei den Rückmeldungen immer auf dem bereits Erreichten und auf den Fortschritten seit der letzten Stufe, nicht auf allenfalls noch bestehenden Defiziten.
Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern, die dieses Jahr zum mCheck antreten, toy toy toy und gutes Gelingen bei ihren Vorträgen!
Also, wie ist das nun: Eine Querflöte zählt zu den Holzblasinstrumenten, obwohl sie aus Metall gebaut ist? Gleichzeitig zählt ein Alphorn zu den Blechblasinstrumenten, obwohl es aus Holz gebaut wird? Wer soll da noch drauskommen! Fragen wir die Expert:innen!
Früher war es üblich, mit der Blockflöte zu beginnen, bevor man auf ein anderes Instrument wechselte. Gilt das immer noch?
Claudia Heinisch: Jedes Instrument der Blockflötenfamilie ist als eigenständiges Instrument genauso schwierig oder einfach wie viele andere Instrumente auch, daher darf und soll jedes Kind möglichst sofort mit dem Wunschinstrument starten – wenn das dann Blockflöte ist, kann man das Spiel darauf bis zu einem möglichen Musikstudium professionalisieren. Da es mittlerweile zu fast jedem Instrument schon eine kleinere Kinderversion gibt, ist auch das Alter oder die Körpergrösse meistens nicht mehr ausschlaggebend. Mein Lieblingsbeispiel dazu ist: Wenn ein Kind Fussballspielen möchte, bitte nicht erst zwei Jahre lang zum Tennis schicken, um zu sehen «ob es auch übt und um die Fitness zu trainieren.»
Was macht für dich die Faszination der Blockflöte aus? Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden?
Claudia Heinisch: Ich liebe die unglaubliche klangliche Vielfalt der Blockflöte- vom kleinen Garkleinflötlein mit 15 cm bis zur über 3.5 m hohen Subkontrabassblockflöte gibt es so viele Ausdrucksmöglichkeiten. Zudem spielen wir möglichst historisch immer auf den Instrumenten der jeweiligen Zeit, so sind die Blockflöten des Mittelalters andere als die fein aufeinander abgestimmten Consortinstrumente der Renaissance oder die eher solistisch klingenden Barockblockflöten. Und auch im Musikschulunterricht können E-Blockflöten für den Rock/Pop-Bereich erlernt werden. Das ist spannend und wird nie langweilig!
Querflöte
Warum zählt die Querflöte zu den Holzblasinstrumenten, obwohl sie doch vollständig aus Metall gebaut wird?
Réka Szabo: Früher waren die Querflöten aus Holz gebaut. Es liegt aber auch an der Art der Tonerzeugung, weshalb sie zu den Holzblasinstrumenten gezählt wird.
Klarinette, Saxophon
Die beiden Instrumente werden oft im gleichen Atemzug mit einander genannt. Sind sie wirklich so eng miteinander verwandt? Wer Saxofon spielen kann, kann also automatisch auch Klarinette spielen?
Mario Schenker: Klarinette und Saxophon gehören zwar zur gleichen Instrumentenfamilie und haben beide ein Rohrblatt, sind aber eigenständige Instrumente. Wer das eine Instrument spielt, hat gute Voraussetzungen für das andere – von selbst klappt der Wechsel jedoch nicht: Ansatz, Fingertechnik und Klangvorstellung unterscheiden sich deutlich.
Das Saxophon ist ziemlich gross und sieht sehr schwer aus. Ab wann ist es sinnvoll für junge Schüler:innen, mit diesem Instrument zu beginnen? Gibt es auch Kinderinstrumente?
Daniel Affentranger: Wenn man im Musikschulkontext von “Saxophon” spricht, wird häufig das Altsaxophon gemeint. Die Saxophone bilden jedoch eine “grosse Familie”. Bei jüngeren beziehungsweise kleineren Kindern kann man gut mit dem Sopransaxophon beginnen. Die Bauweise ist dieselbe wie beim häufiger gespielten Altsaxophon, jedoch ist alles kleiner dimensioniert und somit auch leichter im Gewicht. Es empfiehlt sich ein geeignetes Gurtsystem zu verwenden, um das Spielen angenehm zu machen. Bei jüngeren Musikschüler*innen ist nebst der richtigen Instrumentenwahl die elterliche Unterstützung zentral.
Oboe, Fagott
Obwohl die beiden Instrumente ein sehr wichtige Orchesterinstrumente sind, gibt es nur sehr wenige Schüler/innen, die diese Instrumente erlernen wollen. Woran mag das liegen?
Babara Dehm, Oboenlehrerin: Die Oboe hört man vor allem in der klassischen Musik, dort hat sie jeweils wunderbare Solostellen. Aber auch in der Filmmusik nimmt die Oboe einen wichtigen Platz ein und ist oft dann zu hören, wenn es romantisch und etwas melancholisch wird. Viele Menschen erkennen den Klang der Oboe aber nicht oder verwechseln sie mit der Klarinette, die zwar ähnlich aussieht, aber ganz anders klingt.
Mihaly Fliegauf, Fagottlehrer: Meistens ist es das Ausprobieren, das den Ausschlag gibt. Wenn jemand in der Familie oder in der Schule Fagott spielt oder die Eltern schon mal davon gehört haben, kommt es vor, dass man sich für dieses Instrument entscheidet.
Was ich am Tag der offenen Tür in der Musikschule von Eltern an ihre Kinder höre, ist oft dieser Satz: «Ähm, Fagott? Komm, das ist etwas zu gross für dich.» Daraufhin entscheiden sich die Eltern für Schlagzeug oder Akkordeon, die tatsächlich viel grösser und schwerer sind. 🙄
Ich spiele schon Flöte und würde mich dafür interessieren, auf die Oboe oder das Fagott umzusteigen. Sind die Griffe gleich oder mindestens ähnlich?
Barbara Dehm: Tatsächlich sind die Griffe auf der Oboe fast identisch mit denen der Sopranblockflöte, weshalb es dann oft sehr schnell vorwärts geht bei einem Instrumentenwechsel!
Mihaly Fliegauf: Das Fagott ähnelt der Blockflöte, unterscheidet sich aber dadurch, dass sein Grundtonleiter in F-Dur liegt. Anfangs kommt es gelegentlich zu Griffverwechslungen, die sich jedoch innerhalb des ersten Monats legen. Der schöne, runde und warme Klang des Fagotts zieht einen sofort in seinen Bann und lässt einen eintauchen in seine Welt.
Blechblasinstrumente
Warum zählt das Alphorn zu den Blechblasinstrumenten, obwohl es doch vollständig aus Holz gebaut wird?
Roger Dietiker: Die Tonerzeugung beim Alphorn erfolgt auf die gleiche Weise wie bei anderen Blechblasinstrumenten, beispielsweise Trompete, Posaune oder Waldhorn: Durch die Vibration der Lippen wird die Luft in Schwingung versetzt. Deshalb wird das Alphorn auch zu den Blechblasinstrumenten gezählt. Mundstück und Tonumfang ähneln denen des Waldhorns. Der Klang ist aufgrund der Bauweise jedoch sehr charakteristisch und einzigartig.
Blechblasinstrumente haben den Ruf, sehr laut zu tönen. Wie sieht das aus mit dem Üben zu Hause? Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus.
Roger Dietiker: Mit der Posaune kann man tatsächlich sehr laut spielen. Das ist allerdings nicht so einfach. Am Anfang spielen die meisten eher leise. Der Klang ist dann sehr angenehm und weich – und leiser als z. B. ein Klavier. Es gibt auch tolle Dämpfer. Damit kann man sogar in einem Hotelzimmer üben.
Das Keyboard ist es eines der jüngsten Instrumente im Fächerkanon der Musikschule. Böse Zungen behaupten, man müsse eigentlich nur noch die richtigen Knöpfe drücken, den Rest erledige das Instrument allein. Stimmt das tatsächlich? Wir fragen nach bei Claudia Seebass.
Lehrpersonen
Thomas Baumgartner, Jarmila Hiller, Claudia Seebass, René Brandenburg, Roger Dietiker
Wer Keyboard spielt, kann auch Klavier spielen und umgekehrt. Stimmt das?
Claudia Seebass: Deine Frage erinnert mich ein bisschen an Gespräche auf Skipisten, die dazu tendieren, in kontroversen Diskussionen zu enden: Was ist jetzt besser, zuerst Skifahren oder zuerst Snowboarden?
Als guter Skifahrer mag es dir gelingen, am Bügellift auf einem Snowboard hochzufahren. Spätestens oben stellt sich aber die Frage, wie du mit beiden Füssen auf nur einem Brett wieder runterkommst. Als guter Snowboarder schaffst du es auf Ski auch ohne Sessellift nach oben. Wenn du das erste Mal mit überkreuzten Skiern kopfüber feststeckst, wird auch da die Einsicht kommen: Vorkenntnisse sind hilfreich, aber man muss auch dazulernen, damit es wirklich Spass macht.
Bleibt noch die Frage, was du unter «Keyboard» verstehst.
Woran denkst du, wenn du «Ski» liest? Alpin, Nordisch, Freestyle? Denkst du an Carving, Telemark oder Skitouren?
Wenn du «Keyboard» sagst, denkst du an E-Pianos wie das Fender Rhodes oder Clavinet? Denkst du an Hammond oder Rock Orgeln? Oder denkst du an das Gedudel von Spielzeugen, welche in Warenhäusern irrtümlicherweise als «geeignet für den Unterricht an Musikschulen» angepriesen werden?
Also: Wer Funkgrooves auf einem «Keyboard», sei es Arranger Keyboard, E-Piano oder Synthesizer, gut spielt, oder sich selbst und andere beim Singen problemlos begleitet, kann das auch auf einem Klavier.
Wer Schumann, Chopin oder Mozart auf dem Klavier gelernt hat, kann das auch auf einem «Keyboard», vorausgesetzt, es hat genug Tasten, Anschlagdynamik und idealerweise ein Sustain Pedal. Die Ohren fallen nicht ab, ich schwör’s.
Zu deiner Frage: Ja, aber. Entscheidend sind die Vorkenntnisse sowie die Bereitschaft, sich mit einer offenen, positiven Haltung auf die Anforderungen des anderen Instruments einzulassen.
Ich habe einmal auf einem Keyboard auf einen Knopf gedrückt, und das Instrument hat alleine gespielt. Wozu braucht es mich da überhaupt noch? Was machen all die Knöpfe auf dem Instrument?
CS: Etwas salopp ausgedrückt: Es braucht dich, um mit zunehmenden Fähigkeiten am Instrument all die Vorurteile, welche dazu zirkulieren, zu widerlegen.
Zu deiner zweiten Frage: Schieber, Regler, Knöpfe etc. auf der Instrumentenoberfläche helfen dir, während du spielst verschiedene Funktionen schnell und unkompliziert abzurufen, zum Beispiel den Rhythmus zu ändern, verschieden Klänge für die rechte und linke Hand zu wählen, Sounds flexibel zu steuern oder besondere Effekte einzuschalten. Du kannst das live während des Spiels tun, oder du speicherst deine Einstellungen ab und steuerst sie während des Spiels über ein Fusspedal. Du kannst damit deine Musik spannender gestalten.
Das alles ändert nichts daran, dass du, wie bei allen anderen Instrumenten auch, Spieltechniken lernen wirst. Dazu gehört, deine Finger so weit zu trainieren, dass sie das spielen, was du willst und nicht umgekehrt. Idealerweise lernst du auch Techniken, welche es dir ermöglichen, problemlos zwischen gewichteten, ungewichteten oder wenig gewichteten Tasten zu wechseln.
Ich verstehe überhaupt nichts von Technik und interessiere mich auch nicht wirklich dafür. Kann ich trotzdem Keyboard spielen?
CS: Ich gehe davon aus, dass du unter «Technik» die Bedienung von Schiebern, Reglern oder Controllern auf der Instrumentenoberfläche und das Spielen und Experimentieren mit den eingebauten Programmierungsfunktionen meinst?
Wenn dich das alles nicht interessiert, du aber trotzdem darüber nachdenkst, dich für «Keyboard»-Unterricht anzumelden, interessiert mich, weshalb du denn darüber nachdenkst:
Ist das Klavier zu gross, zu laut oder zu teuer, du möchtest aber trotzdem Klavierspielen lernen? Dann genügt es, zu wissen, wie das Sustain-Pedal anschliessen und wo die Anschlagdynamik einschalten.
Möchtest du lernen, deine Kollegin, die gerne singt, an einem Keyboard zu begleiten? Sustain Pedal, Anschlagdynamik und: Ein Digitalpiano ist etwas anderes als ein E-Piano.
Hat dir die Oma das «The Logical Song»-Youtube Video gezeigt und du wusstest sofort, du willst so spielen lernen wie der Keyboarder von «Supertramp»?
Dann genügt es, wenn du weisst, wie man die E-Piano Sounds aufruft und die vorinstallierten Patterns von Schlagzeug, Bass, Gitarren und anderen Instrumenten nutzt, um mit einer digitalen Band zu üben, bis du bereit bist für eine richtige Band.
Hat dir die Mama ein Keyboard geschenkt und der Papa findet, dass du es jetzt richtig lernen sollst, obwohl du eigentlich lieber Schlagzeug spielen würdest? Dann genügt es, wenn du lernst, wie man ein «Drum Kit» aufruft und wir üben «Keyboard Drumming», bis du an einem richtigen Schlagzeug weiter lernen kannst.
Ansonsten gilt: Wenn du die Möglichkeiten eines «Keyboards» ausloten lernen möchtest, ist Spass an Knöpfen, Schiebern und Reglern Voraussetzung.
Wenn du Spass an Knöpfen, Schiebern und Reglern hast, aber vor Begleitautomatik und Programmieren zurückschreckst und lieber an Klängen schrauben würdest, dann ist ein Synthesizer, der ja auch ein „Keyboard” ist, eine Möglichkeit für dich.
Film 1: «Keyboard Drumming”
Quelle: Sagar Siddham YouTube (2023)
Film 2: «Kann ich trotzdem Keyboard spielen»?
Quelle: Behringer YouTube (2025)
Fragen an Schülerinnen und Schüler
Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden?
Y: Meine Eltern sagten mir, dass es ein Instrument gibt, so etwas wie Klavier, aber elektronisch und mit verstellbaren Klängen. Ich habe es ausprobiert und es hat mir gefallen.
S: Mir hat gefallen, dass man damit zusammen mit Schlagzeug spielen kann.
M: Mein Vater hat mir gesagt, dass man auf diesem Instrument alle Instrumente spielen kann, das fand ich cool.
I: Das Instrument sieht cool aus. Und es tönt cool.
Was spielst du eigentlich mit der linken Hand?
Z: Meistens Akkorde.
R: Akkorde oder Bass-Schlüssel.
Kennst du dich auch mit der Technik des Instruments ein wenig aus? Experimentierst du manchmal auch mit den verschiedenen Klängen?
O: Ich weiss, wie man die Registration Memory speichert, wie man Sounds austauscht oder mit dem Schlagzeug ein Intro, Fill In, Break oder Ending benutzt. Ich weiss auch, wozu man 2 Pedale brauchen kann.
E: Es hat so eine Taste, um mit dem Schlagzeug zusammen Bass oder Gitarre oder so mitspielen zu lassen. Und eine andere Taste, um zu wählen, welche Instrumente dann tönen. Ich probiere gerne aus, welche Instrumente ich da weglassen kann, dass es mir besser gefällt. Ich habe schon das Schlagzeug weggelassen und nur zu einer Gitarre mitgespielt.