Schuljahresbeginn

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Hallo und herzlich willkommen an alle neuen Schülerinnen und Schüler der MSRB sowie an deren Eltern! Wir freuen uns sehr, mit Ihnen allen ins neue Schuljahr starten zu dürfen. Für diejenigen Eltern, die bisher noch keine Erfahrungen mit der Musikschule gemacht haben, kommen hier ein paar Tipps, wie Sie Ihr Kind am besten beim Musizieren unterstützen können.

Die gute Nachricht zuerst: Ihr Kind braucht keine musikalisch ausgebildeten Eltern, um erfolgreich ein Instrument zu lernen. Viel wichtiger sind Interesse, Geduld und eine liebevolle und unterstützende Begleitung im Alltag.

1) Das richtige Instrument

Kaufen oder mieten Sie ein Instrument bitte erst, nachdem Sie Kontakt mit der Lehrperson hatten. Die Lehrperson berät Sie gerne und kann Ihnen auch Adressen angeben, wo Sie gute Schülerinstrumente mieten können.

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2) Kontakt mit der Lehrperson

Vor allem bei sehr jungen Kindern ist der Kontakt zwischen Eltern und Lehrperson enorm wichtig. Begleiten Sie bitte Ihr Kind wenn möglich in die ersten Lektionen und besprechen Sie mit der Lehrperson, ob sie weitere Begleitungen für sinnvoll und wichtig hält. Nicht alle Kinder reagieren gleich auf Besuch im Unterricht. Manche fühlen sich sicherer, wenn eine vertraute Person anwesend ist, andere verhalten sich viel offener und ungehemmter, wenn niemand zuschaut und lernen dadurch effektiver.

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3) Üben zu Hause

Regelmässigkeit ist wichtiger als Dauer. Im Idealfall sollte das Üben zur Gewohnheit werden. Sehr hilfreich ist dafür ein fixer Zeitpunkt, zum Beispiel vor dem Abendessen. Dieser Zeitpunkt sollte Teil des Tagesablaufs werden und nicht täglich neu verhandelt werden müssen.
Grundsätzlich gilt: Lieber viele kurze Übungseinheiten über die Woche verteilt als eine lange am letzten Tag vor dem Unterricht.

Ebenso wichtig ist ein ruhiger Rückzugsort, an dem das Kind ungestört arbeiten kann. Vielleicht müssen auch die Geschwister darauf hingewiesen werden, dass das Kind jetzt nicht gestört werden darf.

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4) Unterstützung

Überlassen Sie Ihr Kind beim Erlernen eines Instrumentes nicht sich selbst. Sie würden es überfordern. Es wird die eine oder andere Erinnerung benötigen, um das Üben nicht zu vergessen oder zu vernachlässigen. Zeigen Sie Interesse, erkundigen Sie sich, was das Kind im Unterricht gelernt hat, lassen Sie sich vorspielen und loben Sie auch den Einsatz, nicht nur das Ergebnis. Das Korrigieren und Verbessern dürfen Sie gerne der Lehrperson überlassen.
Stellen Sie in Absprache mit der Lehrperson sicher, dass das Kind ein gutes und gepflegtes Instrument zur Verfügung hat.

Bleiben Sie bitte in Kontakt mit der Lehrperson, besprechen Sie mit ihr, wenn sich Krisen abzeichnen und lassen Sie sich beraten, wie Sie ihr Kind am besten unterstützen können.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Mithilfe und wünschen allen viel Erfolg in der Musikschule!

Schöne Ferien

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Wir wünschen euch allen wunderbare und erholsame Sommerferien und freuen uns auf das neue Schuljahr mit euch!

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Grussworte zum Jubiläum von Ruth Müri

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Liebe Musikschülerinnen und -Schüler
geschätzte Schulleitung, Lehrpersonen und Mitarbeitende der Musikschule Region Baden
Liebe Eltern und geehrte Gäste

Im Namen der Stadt Baden gratuliere ich der Musikschule Region Baden ganz herzlich zu ihrem 80-jährigen Bestehen und freue mich, dass wir das Jubiläumsjahr mit verschiedenen speziellen Aktivitäten wie dieses wunderschöne Konzert feiern können.

Es freut mich besonders, dieses Jubiläumkonzert hier im Martinsberg stattfindet – an einem Ort, der ein Stück Badener Industriegeschichte verkörpert. Heute wird dieses Gebäude als Schulhaus für die Berufsfachschule BBB genutzt. Ursprünglich wurde es als Wohlfahrtshaus der BBC gebaut und erzählt etwas über das Selbstverständnis der damaligen BBC.

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Das Wohlfahrtshaus wurde nicht einfach als einfaches Kantinengebäude errichtet. Es wurde ein renommierter Architekt engagiert und dieses repräsentative Gebäude ist der Ausdruck der Überzeugung, dass eine starke Gemeinschaft mehr braucht als Arbeitsplätze und eine Verpflegungsmöglichkeit.

Hier trafen sich Mitarbeitende zum Austausch, zu kulturellen Veranstaltungen sowie Konzerten und zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Das Haus sollte Raum bieten für Weiterbildung, Begegnung und persönliche Entwicklung. Dass wir heute das Jubiläum einer Musikschule gerade hier feiern, ist deshalb besonders passend.

Ich denke, es ist kein Zufall, dass gerade in Baden die älteste Musikschule des Kantons Aargau entstanden ist. Die BBC prägte als weltbekanntes Industrieunternehmen massgeblich die Kultur und die Entwicklung der Stadt Baden. In diesem Umfeld entstand früh ein Bildungsverständnis, das den Menschen als Ganzes fördern wollte – und dazu gehörte auch die Musik.

Das Musizieren hat eine grosse Bedeutung für die Entwicklung junger Menschen. Heute wissen wir aus der Hirnforschung, dass das Erlernen eines Instruments weit mehr fördert als musikalische Fähigkeiten. Musizieren stärkt die Konzentration, das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit. Es schult die Feinmotorik, vernetzt unterschiedliche Bereiche des Gehirns und unterstützt die Sprachentwicklung. Wer musiziert, lernt zuzuhören, dranzubleiben und sich Schritt für Schritt zu verbessern.

Mindestens ebenso wichtig sind die sozialen Kompetenzen. Im Ensemble oder Orchester lernen Kinder und Jugendliche Verantwortung zu übernehmen, aufeinander zu hören und gemeinsam etwas entstehen zu lassen, das grösser ist als die Leistung des Einzelnen. In einer Zeit, in der vieles schnell, digital und individuell geworden ist, bleibt das gemeinsame Musizieren ein wertvoller Gegenpol: Es verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft und stärkt den Zusammenhalt.

Die Musikschule Region Baden leistet seit acht Jahrzehnten genau dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Generationen von Kindern und Jugendlichen haben hier ihre ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt, auch ich. Manche sind Berufsmusikerinnen oder Berufsmusiker geworden, viele andere haben die Musik als lebenslange Begleiterin mitgenommen. Alle aber haben von den Erfahrungen profitiert, die das Musizieren vermittelt: Freude, Ausdruckskraft, Selbstvertrauen und Disziplin.

Dass dies möglich ist, verdanken wir dem grossen Engagement vieler Menschen: den Lehrpersonen, den Schulleitungen, den Mitarbeitenden, den Eltern, den Verbandsgemeinden, welche den Musikunterricht finanziell unterstützen und natürlich den Schülerinnen und Schülern selbst. Ihnen allen möchte ich heute von ganzem Herzen danke sagen.

80 Jahre sind ein beeindruckendes Jubiläum. Es ist ein Anlass, mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken, aber auch, mit Zuversicht nach vorne zu schauen. Denn die Musikschule Region Baden erfüllt heute eine ebenso wichtige Aufgabe wie bei ihrer Gründung: Sie eröffnet jungen Menschen Zugänge zur Musik, fördert ihre Entwicklung und bereichert damit unsere ganze Region.

Ich wünsche der Musikschule Region Baden weiterhin viel Erfolg, inspirierende Begegnungen, neugierige Schülerinnen und Schüler und noch viele Jahre voller Musik.

Herzliche Gratulation zum 80-jährigen Jubiläum.

Vielen Dank.

Ruth Müri

Der Kiwanis Club und die Musikschule

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Der Kiwanis Club Baden unterstützt seit vielen Jahren Familien, die ihren Kindern trotz bescheidener finanzieller Möglichkeiten einen Musikunterricht ermöglichen möchten. Anträge können sehr niederschwellig und unbürokratisch direkt an den Club gerichtet werden. Hans Jürg Neuenschwander ist Clubmitglied und Kontaktperson zur Musikschule und erzählt, wie es dazu kam.

Was ist der Kiwanis Club Baden?
Wir sind ein lokaler Serviceclub und Teil eines internationalen Netzwerks mit dem Ziel, Kinder zu unterstützen. Unsere Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich und entscheiden gemeinsam, welche Vorhaben in der Region unterstützt werden sollen.

Wie finanziert ihr euch?
Durch die Einnahmen aus unserer «Grittibänzaktion». Wichtig ist uns, dass der erwirtschaftete Ertrag vollumfänglich sozio-ökonomisch benachteiligten Kindern zugutekommt.

Warum unterstützt ihr die Musikschule?
Musikförderung hat eine starke Wirkung auf die Entwicklung von Kindern. Gleichzeitig gibt es Familien, für die Musikunterricht finanziell schwierig ist. Genau dort setzen wir an.

Unterstützt ihr noch andere Projekte?
Ja, vor allem regionale Angebote im Kinderbereich. Der Fokus liegt klar auf konkreter Hilfe vor Ort.

Wie gross ist die Nachfrage?
Aktuell so hoch wie noch nie.

Nach welchen Kriterien entscheidet ihr?
Im Zentrum stehen der Bedarf, die Wirkung auf die Kinder sowie eine klare und sinnvolle Verwendung unserer Mittel.

Wie kann man Unterstützung beantragen?
In der Regel erfolgt die Information über unser Angebot über eine Institution (Musikschule, Lampefieber, JFB Baden). In der Regel können sich die betroffenen Eltern mit einer kurzen Beschreibung der familiären und finanziellen Situation an mich wenden. Meisterns ist es nicht erforderlich eine Steuererklärung mitzusenden. Bei Bedarf frage ich nach und stelle nach erfolgter Prüfung Antrag an unsere zuständige Kommission, welche den Unterstützungsentscheid fällt.

Konkretes Beispiel
Ein Kind möchte ein Instrument lernen, die Familie kann die Kosten aber nur teilweise tragen. In so einem Fall übernehmen wir gezielt einen Teil der Unterrichtskosten, damit das Kind trotzdem Zugang zur musikalischen Ausbildung erhält.

Unsere Zielsetzung
Kinder sollen aus finanziellen Gründen nicht auf musikalische Förderung verzichten müssen.

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Von der Musikschule an die Hochschule – Portrait eines Musikstudenten

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Für den überwiegenden Teil unserer Schülerinnen und Schüler ist das Musizieren ein Ausgleich, ein Hobby neben einem anspruchsvollen Schulalltag, das einen auf andere Gedanken bringt. Für einige unserer Schüler/innen ist es aber mehr als das. Sie haben sich dazu entschlossen, Musik zu studieren und die Musik zu ihrem Beruf zu machen. Sandro Erni ist einer von ihnen. Er gibt uns Einblick in seinen Werdegang.

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Lieber Sandro, du studierst Trompete an der ZHdK. War es schon immer dein Wunsch, Berufsmusiker zu werden? Gab es ein Schlüsselerlebnis, das dich dazu bewogen hat?

Sandro Erni: Es gibt kein Schlüsselerlebnis, welches mich dazu bewegt hat, Musik zu studieren. Ich bin viel mehr etwas hineingerutscht. Da ich das Kunst- und Sportgymnasium Rämibühl in Zürich besuchte und zeitgleich bereits im Vorstudiums-programm der ZHdK eingeschrieben war, kam ich schon früh in Kontakt mit Musikstudierenden und dann war eigentlich klar, dass ich das auch machen möchte.

In welchem Alter hast du mit dem Trompetenunterricht begonnen? Weisst du noch, warum du dich damals ausgerechnet für dieses Instrument entschieden hast?

SE: Ich durfte mit dem Eintritt in die erste Klasse der Primarschule ein Instrument aussuchen, welches ich lernen möchte. Wenn ich mich recht entsinne, wollte ich eigentlich Posaune lernen, nachdem ich an einem Apéro ein Blechbläserensemble gesehen und gehört hatte. Ich habe die Instrumente dann irgendwie verwechselt. Auf jeden Fall bin ich dann bei der Trompete gelandet.

Du hattest an der Musikschule Unterricht bei Matthias Merki. Wie hast du den Unterricht an der Musikschule erlebt? Inwiefern hat dein Lehrer den Grundstein gelegt für deinen späteren Werdegang? Hat er dich ermuntert, Musik zu studieren?

SE: Der Unterricht bei Matthias Merki war durchwegs darauf aufgebaut, dass Trompetespielen Spass machen soll. Matthias Merki ist selber voller Begeisterung für unser Instrument, und dies übertrug sich auf mich als Schüler. Das ist das Wichtigste, wenn man Musik respektive ein Instrument studieren möchte: Man muss daran Spass haben.

Kannst du uns den Alltag eines Musikstudenten beschreiben? Wie lange und wie häufig übst du? Wie laufen Prüfungen an der Hochschule ab? Welche anderen Fächer hast du noch, ausser dem Unterricht am Instrument? Hast du auch Auftritte mit anderen Studierenden?

SE: Grundsätzlich gilt: Üben muss man nur, was man noch nicht kann. Der Übeaufwand ist daher sehr davon abhängig, was und wie viel (Neues) gerade ansteht. Ich bin der Überzeugung, dass viele Leute auch im Studium viel zu viel üben, da sie nicht wissen, wie man effizient übt. Im Rahmen meines Studiums besuche ich den „Minor Musikphysiologie“. Das Wissen aus den Kursen in diesem Kontext hat mir geholfen, effizient zu üben und zu lernen, dass mehr nicht immer mehr ist.

Prüfungen gibt es im Musikstudium vergleichsweise wenige. Eine Vielzahl davon sind Vorspiele. Diese sind eine Mischung aus Konzert und mCheckprüfung. Idealerweise fühlen sie sich aber an wie ein Konzert 😉

Die Musiktheorie und Musikgeschichte wurden im Bachelor in eigenen Kursen gelernt und geprüft. In meinem Masterstudiengang „Instrumentalpädagogik“ hatten wir ausserdem noch diverse Fächer wie Allgemeine Psychologie, Grundfragen der Instrumentalpädagogik, Unterricht zur Gestaltung von Gruppenunterricht uvm.
Ausserdem kann man sich im Rahmen von sogenannten Minors noch in diversen Themen weiterbilden. Ich habe mich da für „Historische Aufführungspraxis“ und „Musikphysiologie“ entschieden.

Es ist eine Anforderung im Studium, dass man auch regelmässig mit anderen zusammen musiziert. Respektive ist das auch das Ziel des Musizierens: Allein spielen macht nur wenig Spass, verglichen mit einem Ensemble oder Orchester.

Wenn man in ein grosses klassisches Berufsorchester einsteigen will, muss man ein sogenanntes Probespiel gewinnen. Hast du auch schon daran teilgenommen? Kannst du uns schildern, wie so etwas abläuft?

SE: Ja, da habe ich auch schon daran teilgenommen. Dazu bekommt man einige Wochen vor dem Probespieltermin Ausschnitte aus den Trompetenstimmen von Orchesterwerken zugesandt. Diese muss man bestmöglich vorbereiten. Am Probespiel gibt es dann mehrere Runden, wo man einzelne dieser sogenannten Orchesterstellen allein einer Jury vortragen muss. Wenn man diese zur Zufriedenheit der Jury (bestehend aus Musiker:innen des Orchesters) vorgetragen hat, darf man in der nächsten Runde erneut vorspielen. Dies läuft so lange, bis nur noch eine Person übrig ist, welche dann meistens die Arbeitsstelle angeboten bekommt.

Hast du so etwas wie ein Idol oder ein Vorbild, dem du nacheiferst?

SE: Es gibt sehr viele tolle Musiker:innen, welche mich in unterschiedlichen Bereichen der Musik inspirieren. Ein allumfassendes Idol oder Vorbild habe ich momentan aber nicht. Ich suche vielmehr gerade meinen eigenen Weg in der Musik.

Wo siehst du dich selbst in 10 Jahren? Möchtest du im Orchester eines Opernhauses spielen? Oder lieber Teil einer professionellen Big Band werden? Oder als Solist die Konzertsäle erobern? Oder kannst du dir vorstellen, selbst Musiklehrer zu werden und Anfängern dein Instrument beizubringen? Was sind deine Ziele als Berufsmusiker?

SE: Ich bin am Ende meines Musikstudiums angekommen, doch diese Frage kann ich momentan weniger konkret beantworten als vor dem Musikstudium. Ich weiss es schlichtweg nicht.
Musik studiert habe ich, weil es mir unglaublich Spass macht, allein und mit anderen zusammen zu musizieren. Mein Ziel als Berufsmusiker ist es, diese Freude zu behalten und mit anderen zu teilen. In welchem Rahmen das geschehen wird, werden die nächsten Jahre zeigen.

Was würdest du Schülerinnen und Schülern mitgeben, die sich überlegen, ebenfalls ein Instrument zu erlernen?

SE: Es ist nie zu früh oder zu spät, ein Instrument zu lernen. Wenn ihr es wollt – macht es unbedingt! Zu Beginn braucht es jedoch etwas Zeit, bis man in der Lage ist, sich mit dem Instrument wie gewünscht auszudrücken. Darum seid geduldig! Es lohnt sich.

Gemeinsam musizieren macht mehr Spass – Ensembles an der Musikschule

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Musizieren auf einem Instrument kann mitunter eine sehr meditative Tätigkeit sein. Man versinkt im Klang, man denkt an nichts anderes mehr als an die gerade erklingende Musik, vielleicht grübelt man nach über den bequemsten Fingersatz bei einer schwierigen Stelle, aber man ist in solchen Situationen gedanklich sehr bei sich und der Musik. Eine ganz andere Qualität ist es, gemeinsam mit anderen zu musizieren.

Aristoteles hat es sehr treffend formuliert: «Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile.» Alle, die schon einmal mit anderen gemeinsam musiziert haben, wissen mit Sicherheit, was damit gemeint ist. Ein Orchesterklang ist mehr als ein paar Geigen und ein paar Flöten, die miteinander spielen, ein Chor ist mehr als gemeinsam erklingende Einzelstimmen. Wenn man mit anderen gemeinsam musiziert, entsteht eine sehr intensive Verbindung zwischen den Teilnehmenden, die über gleichzeitige Atmung bis hin zur Angleichung des Pulsschlages führen kann, was auch schon durch wissenschaftliche Experimente bewiesen wurde.

Die Musikschule möchte ihren Schüler/innen derartige Erlebnisse anbieten und führt daher Ensembles in verschiedensten Besetzungen in ihrem Fächerangebot:

• Streichensemble
• Gitarrenensemble
• Blockflötenensemble
• Pop Band
• Saxophonensemble
• Kinderchor
• Pitch Perfect Vokalensemble

Auch für erwachsene Schüler/innen besteht ein reichhaltiges Angebot:

• Blockflötenensemble
• Saxophonquartett
• Streichquartett
• Celloensemble
• Klassisches Vokalensemble
• Popchor VoicSing

Neben den genannten Formationen werden für grössere Schulanlässe ad hoc – Ensembles gebildet, was es den Teilnehmenden ermöglicht, auch in ungewohnten oder in grossen Zusammensetzungen zu musizieren.

Schüler/innen äussern sich darüber zum Beispiel so:

„Die Proben sind manchmal hart, aber es macht so viel Spass, wenn alles zusammenpasst und wir harmonisch klingen.“

„Zusammen zu spielen fühlt sich an, als ob jeder von uns ein Puzzleteil ist – nur zusammen ergibt es ein vollständiges Bild.“

„Jeder muss auf den anderen achten, sonst funktioniert das Zusammenspiel nicht – das ist eine echte Herausforderung.“

Popchor VoicSing

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Zuerst noch etwas Werbung für unsere nächsten Konzerte. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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und nun zu den Interviews:

Elina Diener

Stimmlage: Alt
Gründungsmitglied des Chores

Liebe Elina, du bist nicht nur von Anfang an dabei, sondern warst sogar die treibende Kraft, dass es überhaupt zur Gründung dieses Chores gekommen ist. Kannst du uns kurz berichten, wie sich das zugetragen hat?

Elina Diener: Ich suchte einen Chor, welcher meinem Stil entsprach. Da habe ich dich per Mail angefragt, ob du mir einen Chor empfehlen könntest. Du meintest, du versuchst gerade ein Popchor für die Musikschule zu gründen. Da war ich gleich voller Euphorie. Das sollte doch gelingen, ein paar Bekannte/Freunde dafür zu begeistern! Nach zwei Schnupperabenden startete das Projekt Jugendchor.

Am Anfang bestand der Chor nur aus etwas mehr als einem Dutzend singfreudiger junger Frauen aus deinem Bekanntenkreis. Warum seid ihr nicht einem der vielen schon bestehenden Chöre in unserer Region beigetreten?

ED: Entweder sangen sie die falsche Stilrichtung oder sie konnten mich nicht abholen. Im Bezirksschul-Chor, wo ich 2 Jahre mitsang, konntest du die Jungen schon so toll begeistern. Da wusste ich, dass dies passen würde.

Einige Jahre lang waren keine Männer dabei, inzwischen ist es eine zwar immer noch kleine, aber sehr motivierte Gruppe von Männern, die den Klang wesentlich bereichert. Was hat sich deiner Meinung nach im Chor verändert, seit auch Männer dabei sind?

ED: Die grösste Veränderung ist wahrscheinlich für uns als Alt-Stimmen. Wir haben viel weniger tiefe Stellen als damals. Der Chor ist nun vielseitiger, ich mag die tiefen Bass-Stimmen. Und wir haben nun auch viel anspruchsvollere Stücke. Seit die Männer dabei sind, wird auch mehr neben den Proben unternommen.

Der Chor ist in der Zwischenzeit zu einem stattlichen Klangkörper mit knapp 70 Mitwirkenden angewachsen. Begrüsst du das, oder hast du lieber in der kleinen Gruppe gesungen, wie es ganz am Anfang der Fall war?

ED: In der kleineren Ausführung kannte man wirklich alle Mitglieder gut. Das ist nun etwas schwieriger. Jedoch macht es auch unglaublich Spass, mit so vielen Personen ein Projekt wie das Chorkonzert zu erreichen. Wenn wir ein Lied wirklich gut können, dann tönt es mit 70 Personen schon unglaublich toll.

Der Chor nennt sich ganz bewusst Popchor. Ganz zu Beginn haben die Mitwirkenden zwei Wünsche geäussert in Bezug auf das Programm: Keine klassische Chorliteratur und keine Gospels. Warum eigentlich?

ED: Da bin ich sicher mitschuldig. 😉 Ich denke, es gibt viel mehr Chöre, die klassisch oder Gospel singen, die begeistern mich einfach nicht gleich. Und nach jährlichen 20 Anfragen für unseren Chor, bestätigt es, dass Pop gefragt ist für einen Chor.

Was gefällt dir besonders gut an diesem Chor? Was wünscht du dem Chor für die kommenden Jahre?

ED: Ich kann hier abschalten und fühle mich nach der Probe immer super. Es macht Spass, zusammen was zu schaffen, man hört die Erfolge. Ich habe hier viele Freunde, die ich regelmässig treffe und hoffe, dass dies noch lange so bleibt. Erich ist die Seele von unserem Chor, er kann uns motivieren, anspornen und hat eigentlich immer gute Laune. Das steckt an. Ich hoffe, du bleibst uns noch lange erhalten. Ich wünsche mir, dass unser Publikum weiterhin unsere Begeisterung fürs Singen hört und spürt.

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Interview mit Philipp Ryffel

Stimmlage: Bass
Motor und treibende Kraft auf organisatorischer Ebene

Lieber Philipp, seit wann wirkst du im Popchor VoicSing mit?

Philipp Ryffel: Ich bin «erst» seit 4 Jahren bei VoicSing dabei – und es fühlt sich ehrlich gesagt viel länger an. Der Chor ist schnell mehr geworden als nur eine wöchentliche Probe.

Wie bist du auf diesen Chor gestossen? Was hat dich veranlasst, ausgerechnet hier mitzumachen?

PR: Ich bin eher zufällig auf VoicSing gestossen – geblieben bin ich wegen der Musik und der Menschen. Pop und Rock Songs im Chor zu singen, mit Anspruch, aber ohne Leistungsdruck – das hat mich sofort gepackt.

Was unterscheidet den Popchor VoicSing deiner Meinung nach von anderen Chören?

PR: Natürlich ist es die Musik und die anspruchsvollen Arrangements, die oft komplexer sind als bei vielen anderen Chören – aber immer ohne Leistungsdruck. Wir wollen musikalisch wachsen, ohne dass es sich verbissen anfühlt.
Für mich machen vor allem die Menschen den Unterschied. Bei VoicSing kommen ganz unterschiedliche Generationen, Kulturen und Kompetenzen zusammen. Jede und jeder bringt etwas Eigenes mit und zusammen entsteht etwas, das deutlich grösser ist als die Summe der Einzelnen.
Der Umgang ist immer respektvoll und offen. Neben der Musik schwingt deshalb eine tiefe Verbundenheit mit – und nicht selten auch echte Freundschaft.

Was macht Chorsingen mit dir? Kannst du kurz beschreiben, was dir so sehr daran gefällt?

PR: Chorsingen wirkt auf mich auf mehreren Ebenen. Durch das gemeinsame Singen kommt man automatisch in denselben Atem – und irgendwie auch in denselben Rhythmus. Man spürt, wie sich etwas synchronisiert, fast wie ein gemeinsamer Herzschlag.
Der Körper wird dabei selbst zum Instrument: Atmung, Haltung, Stimme, Konzentration – alles greift ineinander. Und genau dadurch entsteht ein starkes Wir Gefühl.
Für mich gibt es kaum etwas, das Menschen schneller und intensiver verbindet als gemeinsam zu singen. Man verlässt die Probe nicht nur musikalisch erfüllt, sondern auch menschlich getragen.

Wie die meisten gemischten Chöre sucht auch der Popchor VoicSing dringend Verstärkung im Männerregister. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass so wenige Männer für’s Chorsingen zu begeistern sind?

PR: Bei vielen Männern beginnt es mit dem Gedanken: „Ich kann nicht singen.“ In den allermeisten Fällen stimmt das aber nicht. Wenn das so wäre, würden die Charts wohl ausschliesslich von Frauen dominiert.
Viele verwechseln Solo‑ und Chorgesang. Allein zu singen ist etwas völlig anderes, als Teil eines Chors zu sein. Im Chor wird man getragen, hört aufeinander, wächst gemeinsam hinein.
Ich kann jedem Mann, der Spass an Musik hat, nur empfehlen, einmal bei einer Probe vorbeizuschauen. Wer das gemeinsame Atmen, den Klang und das Wir‑Gefühl erlebt, merkt schnell: Chorgesang ist alles – aber ganz sicher kein reines Frauending.

Auf organisatorischer Ebene bist du ein unermüdlicher Motor und eine nie versiegende Ideenquelle in diesem Chor! Kannst du unseren Leserinnen und Lesern einen kurzen Einblick darüber geben, was neben dem Singen sonst noch alles läuft bei VoicSing?

PR: Ich bin fest davon überzeugt, dass man bei jeder Probe und jedem Auftritt spürt, ob sich die Menschen hinter der Musik auch auf sozialer Ebene kennen. Deshalb ist es mir wichtig, dass VoicSing nicht nur dienstags stattfindet.
Neben dem Probewochenende – wo natürlich intensiv geübt wird, aber auch Raum für Begegnung und das Pflegen von Freundschaften ist – feiern wir nach den Konzerten gemeinsam mit unseren Angehörigen in einer Waldhütte das Erreichte. Im September begrüssen wir die Neuen bei einem gemeinsamen Essen, vor Weihnachten gehört ein Fondueplausch zur Tradition – manchmal mit Kerzenziehen oder einem anderen Ausklang. Der Umtrunk nach der Probe ist bei einigen genauso gesetzt wie das gemeinsame Musizieren an der Limmat in den Sommermonaten.
Es entstehen immer wieder neue Ideen: dieses Jahr freue ich mich besonders auf den Gang in ein professionelles Studio, um zwei unserer aktuellen Songs aufzunehmen. Alles aber immer nach dem gleichen Prinzip: jeder kann, niemand muss.

Was wünscht du dem Chor für die kommenden Jahre?

PR: Ich wünsche mir, dass VoicSing neugierig bleibt – musikalisch und menschlich. Neue Stimmen, neue Ideen, volle Konzertsäle und dieses besondere Gefühl, gemeinsam etwas auf die Bühne zu bringen, das berührt.

Bald ist es so weit!

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Die Vorbereitungen für unsere Festkonzerte laufen auf Hochtouren.

Spannung steigt, die Instrumente werden auf Hochglanz poliert, in den Proben erfolgt der letzte Schliff, dann kann nichts mehr schiefgehen – hoffentlich!

Am 20. & 21. Juni 2026 ist es soweit!

Save the date! Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Rollentausch: Lehrpersonen als Schülerinnen

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Einige Lehrpersonen aus unseren Reihen haben sich dazu entschlossen, selbst wieder in die Rolle der Schülerin zu schlüpfen und nehmen Unterricht auf einem anderen als ihrem angestammten Instrument. Hier berichten sie über ihre wertvollen Erfahrungen mit diesem Rollentausch.

Jacqueline Mühry, Cellolehrerin

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Liebe Jacqueline, dein angestammtes Instrument ist das Cello. Nun hast du dich vor ein paar Jahren entschlossen, selbst wieder in die Rolle der Schülerin zu schlüpfen und bei einer Kollegin Gesangsunterricht zu belegen. Was hat dich dazu bewogen?
Jacqueline Mühry: Es war ein langjähriger Wunsch von mir, schon während des Studiums.

Warum hast du dich ausgerechnet für den Gesang entschieden? Was fasziniert dich daran?

JM: Den Körper als Instrument zu nutzen. Die Stimme ist das unmittelbarste Instrument, das wir haben. Beim Singen kommen die Emotionen direkt zum Ausdruck.

Du bist eine professionelle Musikerin. Wie fühlte es sich für dich an, wieder Anfängerin zu sein?

JM: Es fühlt sich gut an, etwas von Grund auf zu erlernen, aber manchmal bin ich etwas ungeduldig, weil ich hohe Ansprüche an mich habe.

Du bist inzwischen schon bei verschiedenen Gelegenheiten als Gesangssolistin aufgetreten. Wie unterscheidet sich das für dich von einem Auftritt mit deinem angestammten Instrument, dem Cello? Bist du aufgeregter?

JM: Ich bin etwas weniger nervös, weil das Publikum weiss, dass ich Schülerin und nicht Profi bin.

Hat sich dein Unterrichtsstil verändert, seit du selbst wieder Schülerin bist? Hast du Erkenntnisse aus diesem Rollentausch gewonnen, die du in deinem Unterricht verwenden kannst?

JM: Ein bisschen. Ich achte mehr auf Atmung beziehungsweise musikalische Bögen beim Spielen des Cellos.

Wie fühlt es sich an, vor der nächsten Lektion nicht oder zu wenig geübt zu haben? Begegnest du deinen eigenen Schüler/innen in solchen Situationen anders, seit du selbst wieder Schülerin geworden bist?

JM: Ja, ich bin etwas toleranter geworden. 😉

Heike ter Stal, Gitarrenlehrerin

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Liebe Heike, du unterrichtest seit vielen Jahren Gitarre an unserer Musikschule. Nun hast du begonnen, bei einer Kollegin Blockflötenunterricht zu belegen. Warum?

HtS: Die körperliche Erfahrung über das Blasen und die Atmung Töne und Melodien zu gestalten reizt mich sehr. Da ich auch historische Zupfinstrumente studiert habe und mich in der „Alten Musik“ zu Hause fühle, habe ich die Blockflöte mit ihrem schönen warmen Klang gewählt, um eine neue musikalische Ausdrucksweise zu finden.
Musik machen und Neues lernen macht auch einfach Spaß.

Wie unterscheiden sich die beiden Instrumente für dich? Was fällt dir auf dem einen leichter als auf dem anderen? Wo liegen die Herausforderungen? Kann man von Vor- und Nachteilen sprechen?

HtS: Die Gitarre als akkordisches Zupfinstrument und die Blockflöte als Melodieinstrument unterscheiden sich ja grundsätzlich sehr. Die Herausforderung bei der Gitarre liegt im mehrstimmigen und solistischen Spiel. Man kann aber auch schon mit einfachen Akkorden Begleitungen spielen und damit das harmonische Hören lernen.
Ich geniesse nun auf der Blockflöte die vielen Gestaltungs- und Artikulationsmöglichkeiten des einstimmigen Spielens und der Tonbildung.
Auch die freiere Spielhaltung im Stehen empfinde ich als wohltuenden Ausgleich zum Sitzen an der Gitarre.

Wie fühlt es sich für dich an, nach vielen Jahren des Unterrichtens wieder selbst Schülerin zu sein?

HtS: Für mich steht das unbefangene Kennenlernen, Ausprobieren und Entdecken einer anderen Klangwelt im Vordergrund des Lernens. Das macht mir viel Freude, braucht aber auch Zeit und Geduld. Da freue ich mich über jeden kleinen Fortschritt.

Haben deine eigenen Erfahrungen als Schülerin deinen Gitarrenunterricht beeinflusst oder sogar verändert? Hast du durch das Lernen etwas für das Lehren gelernt?

HtS: Ja, das Üben will gelernt sein. Ich habe mich nochmal mit der Struktur des Übens beschäftigt, da das auf jedem Instrument ähnlich ist. Wie kann ich noch mehr Hilfestellung und Anleitung im Unterricht geben um das häusliche Üben der Schüler/innen zu unterstützen.

Wie kommt Kritik von deiner Lehrperson bei dir als Schülerin an?

HtS: Ich empfinde das Feedback und die Anleitung der Lehrerin als bereichernd und auch oft erfrischend. Manchmal vergisst man sogar grundlegende Dinge und wird wieder an die Basics erinnert.

Was war bisher auf deinem neuen Instrument die grösste Herausforderung für dich?

HtS: Die grösste Herausforderung für mich auf der Blockflöte ist das Tempo, die Schnelligkeit, die Zungentechnik, besonders die Koordination von Zunge und Fingern.

Kannst du anderen Schüler/innen etwas aus deiner eigenen Erfahrung empfehlen? Was hilft dir als Schülerin? Gibt es Strategien, die bei dir zum Erfolg geführt haben?

HtS: Es braucht viel Geduld ein Instrument zu lernen. Schritt für Schritt vorgehen und die Verbindung und die Freude vom Hören (Zuhören) und Tun (Spielen/ Motorik) entdecken.
Sich immer wieder auf das schon Gelernte besinnen, die Lieblingsstücke hervorkramen und verfeinern. Mich hat auch immer das gemeinsame Musizieren sehr motiviert.

Was ich sonst noch dazu sagen kann:

HtS: Ich habe mir als Kind im Alter von 5/6 Jahren selber Sopranblockflöte ohne Unterricht beigebracht und habe mit Begeisterung sehr viel gespielt. Nun habe ich eine Altblockflöte und greife manchmal intuitiv die Soprangriffe. Das finde ich schon erstaunlich, dass ich nach so vielen Jahren, ohne die Blockflöte in der Hand gehabt zu haben immer noch weiß, was ich als Kind gelernt habe.

Interview erwachsene Schülerinnen & Schüler

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Madeleine Scheiben (Foto), Schülerin von Jacqueline Mühry

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Liebe Frau Scheiben, würden Sie uns verraten, was Sie beruflich machen?

Madeleine Scheiben: Ich arbeite als Schulische Heilpädagogin und DaZ- Lehrperson in Untersiggenthal.

Welches Instrument spielen Sie?

MS: Am liebsten spiele ich Cello.

Wie sind Sie überhaupt zum Musizieren gekommen? Spielen Sie seit Ihrer Jugend?

MS: In meiner Kindheit und Jugend habe ich Klavier und Querflöte gelernt. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Primarlehrerin hatte ich die Möglichkeit, ein weiteres Instrument zu erlernen. Weil mir der Klang der tiefen Streichinstrumente so gefiel, entschied ich mich fürs Cello. Während vieler Jahre als Klassenlehrerin hatte ich dann keine Zeit mehr für dieses Instrument, aber lernte dafür noch Gitarre spielen, um die Klasse im Singen zu begleiten.

Als ich meinen Mann kennenlernte, entschied ich mich auch noch fürs Euphonium, um gemeinsam mit ihm in einem Posaunenchor mitzuspielen. Schon damals nahm ich an der Musikschule Baden bei Herrn Litschig (Posaune) Unterricht.

Doch jedes Mal, wenn ich über ein Cello «stolperte», dachte ich daran, dass dies doch eigentlich mein Lieblingsinstrument wäre und ich es so gerne spielen würde. Da ich aber schon so viele verschiedene Instrumente spielte, begrub ich diesen Gedanken jeweils wieder.

Wann haben Sie begonnen, im Erwachsenenalter an der Musikschule Instrumentalunterricht zu belegen? Was hat Sie dazu bewogen?

MS: In der Coronazeit fasste ich eines Tages kurzerhand den Entschluss, ein Cello zu mieten. Ich fragte mich, ob ich noch wohlklingende Töne aus dem Instrument herausbrachte. Wusste ich noch, wie man das Instrument hält und wie man den Bogen über die Saiten streicht? Ich war gespannt…

Worin liegt nach Ihrer Erfahrung der Vorteil am Unterricht in der Musikschule, verglichen beispielsweise mit Selbststudium oder elektronischen Lehrgängen auf YouTube?

MS: Natürlich suchte ich auf YouTube passende Videos, gab allerdings schnell auf. Ich war unsicher, ob ich es wirklich richtig machte – man konnte ja nicht nachfragen – und ich wollte mir auch nichts Falsches angewöhnen. Also entschied ich mich für einen Unterricht an der Musikschule Baden.

Wie viel üben Sie? Wie lässt sich das mit Ihrer Berufstätigkeit vereinbaren?

MS: Da ich kein volles Pensum mehr habe, kann ich mir etwa 2 Stunden pro Woche Zeit fürs Cello spielen nehmen.

Würden Sie uns ein wenig teilhaben lassen an Ihren bisherigen Erfahrungen mit der Musik? Ihre schönsten Erlebnisse? Bleibende Erinnerungen im Zusammenhang mit der Musik? Herausforderungen beim Musizieren?

MS: Am liebsten musiziere ich mit anderen zusammen, zum Beispiel im Ensemble von Frau Mühry, oder mit meinem Euphonium im Posaunenchor. Gerne musizieren mein Mann und ich auch gemeinsam zuhause und singen in einem Chor.
Meine Lieblingsrichtung ist die Klassische Musik. Konzert- und Opernbesuche sind immer wieder ein Highlight. Musik hat einen grossen Stellenwert in meinem Leben und ich hoffe, dass ich noch viele Jahre bei Frau Mühry Cello lernen kann. Es macht mir grosse Freude, und jedes Mal, wenn ich nach der Cellostunde nach Hause gehe, weiss ich ganz genau, was ich ändern oder besser machen muss, damit ich einen Schritt weiterkomme.

Daniel Zehnder (Foto), Schüler von Matthias Merki

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Lieber Daniel, würdest du uns verraten, was du beruflich machst?

Daniel Zehner: Ich bin seit 40 Jahren selbständiger Architekt, habe mich spezialisiert auf den Umbau von anspruchsvollen historischen Gebäuden und Beratungen für den Bau von öffentlichen Gebäuden. Eigentlich wäre ich mit 69 schon pensioniert, aber was man gerne macht, ist ja gar keine Arbeit.

Welches Instrument oder welche Instrumente spielst du?

DZ: Alphorn, Euphonium, Flügelhorn und Trompete. Früher spielte ich Alto- und Baritonsax.

Wie bist du überhaupt zum Musizieren gekommen? Spielst du seit deiner Jugend?

DZ: Als Jugendlicher blieben mir Musikstunden trotz mehreren Bitten bei meinen Eltern verwehrt – das war ihnen zu teuer für uns vier Kinder. Ich hatte die Musikschüler immer benieden. So habe ich mir nach der Ausbildung die ersten Musikstunden geleistet.

Wann hast du begonnen, im Erwachsenenalter an der Musikschule Instrumentalunterricht zu belegen? Was hat dich dazu bewogen?

DZ: Nach dem Studium habe ich mit 26 bei Matthias Baumann Saxophonunterricht genommen, und spielte daraufhin etliche Jahre in einer kleinen Brassband süd- amerikanische Stücke, oft auch aufwändig kostümiert an der Fasnacht in Luzern.
Vor 10 Jahren begann ich mit dem Alphornspiel und habe dann vor 6 Jahren bei Matthias Merki mit dem Unterricht auf der Trompete begonnen. Über das Flügelhorn habe ich dann auf das Euphonium gewechselt, dessen Ton mir sehr gefällt.

Worin liegt nach deiner Erfahrung der Vorteil am Unterricht in der Musikschule, verglichen beispielsweise mit Selbststudium oder elektronischen Lehrgängen auf YouTube?

DZ: Der Musiklehrer kann wesentlich präziser auf mich eingehen, mich motivieren und fördern. Obwohl ich mir eine grosse Disziplin angeeignet habe, wäre ein Selbststudium deutlich weniger effektiv und etwas trostlos, so ganz allein zu spielen. Dazu markieren die Erwachsenenkonzerte immer Meilensteine.

Wie viel übst du? Wie lässt sich das mit deiner Berufstätigkeit vereinbaren?

DZ: Ich versuche mindestens alle zwei Tage zu üben, die Instrumente stehen alle schön glänzend neben mir in meinem Büro bereit. Ich habe zudem ein Alphorn stets im Auto dabei und spiele manchmal in Zwischenstunden an einem Waldrand oder in einem schön hallenden Tunnel.

Würdest du uns ein wenig teilhaben lassen an deinen bisherigen Erfahrungen mit der Musik? Deine schönsten Erlebnisse? Bleibende Erinnerungen im Zusammenhang mit der Musik? Herausforderungen beim Musizieren?

DZ: Musik kann enorm anstrengend sein – ich war mit einer engagierten Konzertorganistin verheiratet. Feiertage in der Kirche waren purer Stress. Ich bediente die Register der Orgel und war mit blättern beschäftigt. Kein Genuss.

Musik ist faszinierend – in Usbekistan nachts vor einer wunderschön beleuchteten Medresse Alphorn zu spielen ist unvergesslich schön und berührend. Die Musik fand grossen Anklang bei den Asiaten, Kinder sind mir fast ins Alphorn gekrochen.

Musik berührt – das Euphonium klingt in einem Kirchenraum wunderschön warm und oft ergreifend. Meine Enkelkinder lieben den Klang ganz besonders.

Musik ist witzig – oft spiele ich in Wengen an einem Sonntagmorgen Alphorn vor der Jungfrau ins Tal – und bekomme nach einer Weile Antwort tief aus dem Talgrund von Lauterbrunnen und hoch von der Alp Letzi über Wengen -wir haben uns aber noch nie gesehen.

Herausfordernd ist sicher, ein gewisses technisches Niveau zu halten und dranzubleiben. Hier bin ich zum Glück viel freier als Berufsmusiker, deren Niveau sehr hoch sein muss, um den Lebensunterhalt zu verdienen.