Die Lehrpersonen der Musikschule

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Selbstverständlich ist es nicht möglich, Ihnen im Rahmen dieses Blogs sämtliche Lehrpersonen vorzustellen, die an unserer Musikschule tätig sind. Zwei von ihnen geben Ihnen beispielhaft einen Einblick in ihren Berufsalltag.

Réka Szabo unterrichtet Blockflöte und Querflöte in Baden und Obersiggenthal. Marc Joho unterrichtet Trompete in Baden, Obersiggenthal und Untersiggenthal.

Wie lange bist du schon an Musikschulen tätig? Unterrichtest du auch noch an anderen Musikschulen ausser Baden?

Réka Szabo: Ich unterrichte schon seit über 20 Jahren. Ich habe in verschiedenen Gemeinden Unterricht, neben der MSRB auch noch in Bad Zurzach.

Marc Joho: Seit 26 Jahren. Ja, ich habe an mehreren anderen Musikschulen unterrichtet. Zur Zeit bin ich nebst Baden noch an zwei weiteren Schulen tätig.

Wie und warum bist du ausgerechnet an die Musikschule Baden gekommen?

RS: Ich wohne in der Nähe und wollte nicht weit entfernt von meiner Familie arbeiten.

MJ: Zufälligerweise lernte ich im Jahr 2007 meinen jetzigen Trompeten-Unterrichtskollegen Matthias Merki kennen, der damals schon einige Jahre an der MSRB unterrichtete. Er wies mich darauf hin, dass dort die Stelle eines zweiten Trompetenlehrers ausgeschrieben war, da sein eigenes Pensum stetig anwuchs. Tatsächlich konnte ich diese Stelle dann antreten, ein sehr glücklicher Umstand für mich 😊

Wie hast du deine eigene Zeit als Schüler/in an einer Musikschule erlebt? Haben dich die positiven Eindrücke geprägt, oder hast du dir vorgenommen, ganz anders zu unterrichten, als du es selbst als Schüler/in erfahren hast?

RS: Ich habe wunderschöne Zeit in der Musikschule, wo ich Schülerin war, erlebt. Ich unterrichte nicht ganz, aber anders als ich es erlebt hatte.

MJ: Ich hatte im Alter von 11 Jahren nur ein Jahr lang Trompetenunterricht an einer Musikschule, der mir eigentlich (soweit ich mich erinnern mag) positiv in Erinnerung ist. Mein Vater hatte mir vieles beigebracht, da er auch Trompete spielte. Von daher kann ich zu diesen Fragen gar nicht mehr sagen.

In welchem Alter und vor allem warum hast du dich entschieden, Musik zu studieren und ausgerechnet Musiklehrer/in zu werden?

RS: Ich war 6 Jahre alt und hatte Asthma. Meine Ärztin hat meinen Eltern empfohlen, dass ich ein Blasinstrument spielen soll, um die Kapazität meiner Lunge zu verbessern. Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet Musikerin zu werden 😊

MJ: Ich habe erst im Alter von 34 Jahren noch Musik (Jazz) studiert, das war mein zweites Studium (nach Elektrotechnik an der HTL direkt nach der Lehre). Die Musik, insbesondere das Trompetenspiel, begleitete mich seit früher Kindheit, und ich wollte unbedingt mehr über die Jazzmusik und das Improvisieren erfahren. Lehrer zu werden, war dann die logische Schlussfolgerung für mich.

Kannst du uns den typischen Alltag einer Musiklehrperson kurz vorstellen?

RS:
• Selbst üben
• Organisation von Vorspielen, Konzerte
• Austausch mit Eltern
• Organisation der Unterrichts Materialien
• Notenmaterial vorbereiten
• Auswahl, Planung der Stücke

MJ: Als Lehrperson für Blasinstrumente ist man wegen eher kleinerer Pensen meist an mehreren Schulen und Orten tätig. Ich fahre demzufolge an einem Tag von Ort zu Ort. Häufig kann man morgens und auch am früheren Nachmittag noch nicht so viele Schülerinnen und Schüler unterrichten, da diese noch in der Schule sind und erst nach Schulschluss, d.h. so ab 15.15 Uhr, kann’s richtig losgehen. Daher hat man als Musiklehrperson meistens auch zu späterer Uhrzeit Feierabend. In der unterrichtsfreien Zeit ist man beschäftigt mit Unterrichtsvorbereitungen, organisatorischen Angelegenheiten oder mit selbst üben am Instrument.

Machst du auch ausserhalb der Schule Musik? Wenn ja, wo? Bands, Ensembles, Orchester?

RS: Ich spiele regelmässig in einem Ensemble mit Chor.

MJ: Zur Zeit mache ich selber (leider) eher weniger Musik, da meine Woche ziemlich durchgetaktet ist. Und meine Familie, mit der man ein bisschen Zeit verbringen möchte, ist ja auch noch da. Ich spiele noch in einem Brass-Quartett mit („Brass4Fun“), mit welchem wir zirka sechs Auftritte pro Jahr haben, sowie in einem Blechbläser-Septett plus Schlagzeug („Blechsalat“), mit welchem wir jährlich eine Konzertserie mit ein paar Proben vorab spielen.

Was gefällt dir an diesem Beruf am besten? Warum möchtest du mit keinem anderen Beruf tauschen?

RS: Bringt neue Begegnungen, unterschiedliche Herausforderungen und kreative Momente. Arbeiten mit verschiedenen Altersgruppen. Kein Tag ist wie der andere.

MJ: Es bereitet mir Freude, Kindern ein Instrument zu lehren und sie (meistens) über mehrere Jahre musikalisch ausbilden und sie generell ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen. Und wenn man dann über die Zeit hinweg immer wieder die Erfolge sehen kann – toll! Durch den 1:1 Unterricht entsteht vermutlich auch noch eine etwas „direktere“ Beziehung als vielleicht im Klassenunterricht, was ich auch schön finde und geniesse. Im Weiteren arbeitet man als Musiklehrperson eigentlich als „eigenständiger Unternehmer“, d.h. man hat viele Dinge selber in der Hand und trägt damit eine nicht unwesentliche Verantwortung, was ich persönlich sehr schätze.

Dein schönstes oder lustigstes Erlebnis in deiner bisherigen Berufslaufbahn.

RS: Wenn ein Ziel erreicht wird, ein strahlendes Lächeln nach einem Erfolgserlebnis.

MJ: Eines meiner schönsten Erlebnisse war im Dezember 2023, als ich mit einem Schülerensemble an einem Weihnachtsmarkt amerikanische Weihnachtssongs spielte. Wir traten mitten auf einem Schulhausplatz vor einem grossen, beleuchteten Weihnachtsbaum auf, es schneite passend dazu und viele Besucher hörten und schauten uns zu. Die Stimmung und der Weihnachtszauber waren einfach perfekt! Und das i-Tüpfelchen war, dass meine beiden Söhne ebenfalls in diesem Ensemble mitspielten.

Die Musikschule aus Elternsicht

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Die Musikschule aus Elternsicht

Eltern von Musikschülerinnen und -schülern berichten über ihre Erfahrungen

Eltern wollen selbstverständlich nur das Beste für ihre Kinder. Aber wie unterstützt man in Zeiten wie diesen sein Kind am besten? Was hat neben dem zunehmenden Leistungsdruck in der Schule, den prall gefüllten Stundenplänen und den Diskussionen rund um die tägliche Bildschirmzeit eigentlich noch Platz im Zeitbudget unserer Kinder und Jugendlichen?
Wir fragen Personen, die es wissen müssen: Die Eltern unserer Schüler/innen. Um die Anonymität zu wahren, nennen wir hier keine Namen.

Welches Instrument spielt Ihr Kind?

Fam. A: Sopran- und Tenorblockflöte

Fam. B: Unsere Kinder, zwei Buben, spielen Saxophon und Schlagzeug.

Wie ist es dazu gekommen, dass Ihr Kind ein Instrument erlernt? Haben Sie es vorgeschlagen, oder kam die Initiative dafür von Ihrem Kind?

Fam. A: Unsere Tochter durfte im 2. Kindergartenjahr in die Blockflötenstunde ihrer Freundin mitgehen und das Instrument sogar ausprobieren. Nach dieser Erfahrung war für unsere Tochter klar, dass sie das Instrument selber lernen möchte.

Fam. B: Die Initiative dazu haben beim älteren Kind wir Eltern gelegt. Wir sind schon früh mit beiden Kindern einmal pro Woche zum Kindersingen in der reformierten Kirche in Baden gegangen. Als unser älterer Sohn dann in den Kindergarten kam, haben wir ihn zu einer wöchentlichen Rhytmikgruppe an der MSRB angemeldet. Dort wurden verschiedene Instrumente vorgestellt, und er hat sich daraus gewünscht, den Blockflötenunterricht zu besuchen.

Irgendwann fand er die Blockflöte jedoch richtig doof und er wünschte sich Saxophon lernen zu dürfen. Wir Eltern waren ehrlich gesagt skeptisch, ob dies etwas werden würde. Während der Probelektion bei Mario Schenker – er durfte auf dem Schul-Saxophon von Mario spielen – war er überrascht, dass er schon so gut Töne aus diesem Instrument herausbringen konnte. Das war ganz klar etwas anderes als die feine Blockflöte.

Der jüngere hingegen wollte schon sehr früh Schlagzeug spielen. Nach einer Probelektion beim Schlagzeuglehrer kam jedoch die Empfehlung, zunächst mit Djembe zu beginnen, da er für das Schlagzeug noch zu klein sei. Er hat dann zwei Jahre lang, mehr oder weniger motiviert, den Djembe-Unterricht besucht, bevor er endlich genug gross war, um mit dem Schlagzeug zu beginnen.

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War für Sie von Anfang an klar, welches Instrument es sein soll, oder haben Sie die verschiedenen Beratungsmöglichkeiten der Musikschule in Anspruch genommen?

Fam. A: Nach dieser sogenannten Schnupperstunde war es für unsere Tochter klar, dass sie mit Blockflöte starten möchte. Im Verlauf der Zeit zeigte sie immer wieder mal Interesse an anderen Instrumenten, so dass wir das Informationsvideo der Musikschulwebsite zusammen anschauten und auch schon mehrmals die Instrumentenwerkstatt besucht haben.

Fam. B: Beide unsere Kinder sind bei verschiedenen Lehrerpersonen an der MSRB schnuppern gegangen.

Wie kam es zum ersten Kontakt mit der Lehrperson Ihres Kindes?

Fam. A: Nach der Schnupperstunde hat die Lehrperson mit uns telefonisch Kontakt aufgenommen.

Fam. B: Wir haben über das Sekretariat der MSRB eine Schnupper-Lektion angefragt.

Seit wie vielen Jahren spielt Ihr Kind inzwischen ein Instrument?

Fam. A: Sie spielt nun seit 2.5 Jahren Blockflöte.

Fam. B: Der ältere Sohn seit 7,5 Jahren, der jüngere seit 4.5 Jahren.

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Wie erleben Sie selbst als Eltern den Unterricht? Haben Sie Kontakt mit der Lehrperson? Besuchen Sie manchmal auch eine Lektion Ihres Kindes?

Fam. A: Wir haben regelmässigen Kontakt mit der Lehrperson, sei dies aus rein organisatorischen Gründen oder aber auch aufgrund von pädagogischen Fragestellungen oder Wünsche unsererseits. Sehr gerne besuchen wir auch immer wieder mal eine Lektion unserer Tochter. Wir merken, dass sie das sehr schätzt und auch stolz macht. Der persönliche Austausch mit der Lehrperson beim Besuch einer Lektion schätzen wir als Eltern ebenfalls sehr.

Fam. B: Wir gehen mehr oder weniger regelmässig alle paar Monate mit zum Unterricht. Die Lehrpersonen begrüssen dies sehr, und man kann sich so auch austauschen, wie es dem Kind beim Lernen und im Unterricht geht.

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Üben zu Hause: Müssen Sie Ihr Kind häufig ans Üben erinnern, oder übt Ihr Kind aus eigenem Antrieb?

Fam. A: Wir versuchen unserer Tochter die Zeit und den Raum zur Verfügung zu stellen, um regelmässig üben zu können. Dadurch, dass die Flöte in unserem Wohnzimmer präsent und bereit zum Spielen ist, erinnert sie sich oft selber daran, dass sie üben könnte. Gemeinsames Üben, vor allem in der Weihnachtszeit, oder beim Üben für ein bevorstehendes Konzert, motiviert sie auch immer. Natürlich gibt es aber auch immer wieder Zeiten, in denen sie weniger übt und andere Tätigkeiten wichtiger findet.

Fam. B: Meistens sind es doch wir Eltern, die das Kind daran erinnern, das Instrument zu üben.

Wie wirkt sich das Musizieren auf Ihr Kind aus? Erleben Sie irgendwelche Veränderungen? Geht Ihr Kind gerne in den Unterricht?

Fam. A: Unsere Tochter geht sehr gerne in den Unterricht, vor allem auch weil sie ihre Lehrperson sehr gerne mag. Eine gute Beziehung zwischen Lehrperson und Kind ist sicherlich ein ganz wichtiger Punkt, dass die Kinder Freude am Erlernen eines Instruments haben, da die intrinsische Motivation in diesem Alter manchmal noch nicht bei allen gleich stark ausgeprägt ist.
Freude am Musizieren, Selbständigkeit und Selbstbewusstsein sind sicherlich Bereiche, die sich im Leben unserer Tochter durch den Flötenunterricht, bzw. die Lehrperson positiv verändern.

Fam. B: Der Grosse geht sehr gerne zum Unterricht – das ist nie ein «Müssen». Wenn er Saxophon spielt, merkt man, wie gut ihm das tut und wie viel Freude es ihm macht, diesem Instrument so schöne Töne zu entlocken. Natürlich ist er auch manchmal frustriert, wenn ihm beim Üben zum x-ten Mal derselbe Fehler in der gleichen Passage passiert. Aktuell erarbeitet er mit Mario Schenker auch Stücke, die er in der Band an der Oberstufe spielt.

Der Jüngere macht manchmal, wenn er nicht genug geübt hat, eine etwas klagende Bemerkung – nämlich, dass er das Stück im Unterricht nicht abschliessen kann und es für die kommende Woche nochmals als Hausaufgabe bekommt. Wenn er jedoch vor seinem Schlagzeug sitzt und so richtig musikalische Stimmung macht, gerne auch zu Musik, die er begleitet, geniesst er das sehr.

Die beiden haben auch schon zusammen völlig improvisiert Musik gemacht. Oder es kam ein Gspänli mit der Gitarre zu uns nach Hause, und es wurde ein Nachmittag lang gemeinsam musiziert.

Der Jüngere hat sich gerade mit anderen Kindern an seiner Schule zusammengetan, um als Band am Frühlingsfest ein paar Lieder zu spielen. Sein Schlagzeuglehrer konnte ihm gleich ein paar Tipps geben, wie er die Begleitung in der «neu» gegründeten Band zu «Nenas 99 Luftballons» gestalten kann.

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Wie erleben Sie als Eltern die Musikschule als Institution? Fühlen Sie sich gut und ausreichend informiert?

Fam. A: Sehr viel Kontakt zur Institution Musikschule haben wir nicht, da der Kontakt mehrheitlich direkt über die Lehrperson stattfindet. Wenn wir jedoch Auskunft brauchten oder Fragen hatten, konnten wir dies unkompliziert über das Sekretariat machen.

Fam: B: Wir erhalten die meisten Informationen über die Lehrpersonen. Ausnahmen gibt es, wenn ein Lehrer ausfällt und der Unterricht bei einer Vertretung stattfindet. Wenn man eine Frage hat oder Informationen benötigt, wird man vom Sekretariat gut beraten.

Wie könnte sich Ihrer Meinung nach die Musikschule noch verbessern? Gibt es etwas, das Sie als Eltern vermissen?

Fam. A: Nein.

Fam. B: Wir nehmen die Musikschule vor allem über die Instrumentallehrpersonen unserer Kinder wahr. Eine regelmässige Qualitätssicherung – etwa durch Rückmeldungen von Schülerinnen, Schüler und Eltern zum Unterricht – würde wahrscheinlich dazu beitragen, die Musikschule als Institution noch klarer wahrzunehmen.

Was möchten Sie anderen Eltern mitgeben, die sich überlegen, Ihr Kind an der Musikschule anzumelden?

Fam. A: Falls ihr Kind Interesse und Motivation zeigt, ein Instrument zu erlernen, lohnt es sich eine Schnupperstunde bei der betreffenden Lehrperson abzumachen. Wenn dann die Beziehung zwischen Ihrem Kind und der Lehrperson auch noch stimmt, ist der Instrumentalunterricht eine sehr wertvolle Freizeitbeschäftigung, die viele Entwicklungsbereiche ihres Kindes positiv beeinflussen kann.

Fam. B: Gehen sie mit Ihrem Kind schnuppern – wenn nötig bei verschiedenen Lehrpersonen, auf unterschiedlichen Instrumenten oder auch mehr als einmal.

Es muss nicht immer ein Instrument sein: Das Fach Gesang an der Musikschule

Musikschule Region Baden | Gesang

Singen können doch alle irgendwie – oder doch nicht? Viele Erwachsene, vor allem Männer, verwerfen sofort die Hände, wenn sie auf Singen angesprochen werden. «Nein, das kann ich nicht, hab’ ich noch nie gekonnt.» heisst es oft.

Was lernt man im Gesangsunterricht? Wie wird man eigentlich Opernsänger/in? Unsere Gesangslehrerinnen Monika Dietiker und Maria Diaz Coca geben Auskunft.

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Monika Dietiker unterrichtet Gesang in Baden und Obersiggenthal.

Ab welchem Alter macht Gesangsunterricht Sinn? Wann hattest du selbst deinen ersten Gesangsunterricht?

Monika Dietiker: Ich habe während der ganzen Primarschulzeit immer gesungen, allerdings ohne Anleitung. Wenn es in Schulaufführungen oder ähnlichen Veranstaltungen darum ging, ein Solo zu singen, war ich immer vorne dabei und bekam haufenweise Komplimente. Im Alter von 13 Jahren erhielt ich dann meinen ersten klassischen Gesangsunterricht am Gymnasium.
Heute fangen viele singbegeisterte Kinder früher an mit dem Gesangsunterricht – die Stimmentwicklung ist allerdings sehr individuell und daher kann man nicht genau sagen, wann der beste Zeitpunkt für den ersten Gesangsunterricht ist. Es ist nicht so, dass ein frühes Einsteigen schadet, aber oft machen die jüngeren Kinder langsamere Fortschritte.

Was genau lernt man im Gesangsunterricht? Wie läuft eine typische Gesangsstunde ab? Was genau übt man eigentlich, wenn man Gesang übt?

MD: Zuerst mache ich immer eine Art Standortbestimmung. Jede Schülerin/ jeder Schüler hat einen individuellen Status quo, von dort an kann ich dann anfangen. Wir lernen die richtige sängerische Haltung, Atmung und Körperspannung anzuwenden, machen Übungen mit verschiedenen Vokalen für die Höhe, Tiefe und Wendigkeit. Im 2. Teil werden die technischen Fertigkeiten in einem Lied oder sonstigem Gesangsstück angewendet, wobei dann vermehrt am stimmlichen und musikalischen Ausdruck gearbeitet wird.

Singt man an der Musikschule nur klassische Musik oder auch Popsongs? Welchen Stil magst du selbst lieber?

MD: An der Musikschule werden sowohl klassische als auch populäre Musik unterrichtet. Das Spektrum ist dabei sehr breit. Meine Grenze ist auf der einen Seite das Jodeln – da weiss ich zwar, wie das theoretisch geht, kann es selber aber nicht wirklich – und die Spezialeffekte beim Metalgesang wie growling, grunting, screaming etc…da ist es ebenso: theoretisch kann ich erklären wie es geht, selber vormachen kann ich das nicht. Ich selber singe am liebsten klassische Musik und Musical, mag aber auch Jazz- und Popballaden.

Warum klingt die Stimme von Popsängerinnen so total anders als jene von Opernsängerinnen? Was machen Opernsänger, damit sie so laut singen können, dass sie in einem grossen Konzertsaal nicht einmal ein Mikrophon benötigen und trotzdem lauter tönen als ein ganzes Orchester?

MD: Popsängerinnen verwenden eine andere Technik. Sie singen meistens in einem anderen Register als Opernsängerinnen. Opernsängerinnen nutzen ihre Resonanzräume im ganzen Körper, was den Ton verstärkt und singen ausserdem sehr obertonreich. Im Popgesang werden Resonanzräume ganz gezielt ausgewählt.

Singt man an der Musikschule auch gemeinsam mit anderen oder immer nur alleine?

MD: Es gibt die Möglichkeit von Gruppenunterricht und Ensembles. Ich habe ein Ensemble für Jugendliche von der 6. Bis 9. Klasse im Angebot und ein klassisches Vokalensemble für Erwachsene. Stimmbildung ist aber tatsächlich am sinnvollsten im Einzelunterricht.

Wie wird man als Sängerin zum Popstar? Wie hat eine Taylor Swift das gemacht? Genügt es nicht, einfach schön singen zu können?

MD: Wenn es da ein Patentrezept geben würde, dann wäre ich wohl inzwischen Millionärin…. Spass beiseite: Es spielen viele Faktoren zusammen. Gut singen können hilft natürlich schon, ist aber erst die halbe Miete. Es braucht ein sogenanntes Gesamtpaket bestehend aus Talent, Originalität, den Zeitgeist treffen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ausserdem viel Durchhaltewille und harte Arbeit und nicht zuletzt: Glück.

Ist es auch für erwachsene Personen sinnvoll, Gesangsunterricht zu nehmen?

MD: Absolut. Singen tut dem Körper und der Seele gut. Ausserdem kann man mit der richtigen Technik auch im Erwachsenenalter noch sehr viel dazulernen.

Was empfiehlst du Schüler/innen, die davon träumen, später einmal mit Gesang Geld zu verdienen?

MD: Oft haben die Kinder illusorische Vorstellungen, wie das Leben als Sängerin ist. Ich erkläre dann, dass gerade mal 2% der Musiker in der Schweiz vom Auftreten leben können. Der Markt ist nicht gerade riesig. Wenn jemand sehr talentiert ist und für eine Hochschulausbildung in Frage kommt, dann schicke ich sie gerne an Infoveranstaltungen, zum Beispiel für das Precollege an der ZHdK. Dann lernen sie die verschiedenen Berufsfelder kennen. Träumen von einer Karriere ist natürlich nicht verboten, ich achte nur darauf, dass ich nicht noch mehr Luft in die Seifenblase puste!

Maria Diaz Coca unterrichtet Gesang in Untersiggenthal und Turgi.

Ab welchem Alter macht Gesangsunterricht Sinn? Wann hattest du selbst deinen ersten Gesangsunterricht?

Maria Diaz Coca: Es ist sehr vom Schüler abhängig: In meiner Erfahrung als Lehrerin habe ich Kinder von 6 Jahren erlebt, die den Unterricht sehr genossen haben. Als allgemeine Regel kann jedoch ab etwa 10 Jahren jedes Kind dem Unterricht problemlos folgen. Ich persönlich habe sehr spät angefangen, mit 21 Jahren, als ich bereits in Konzerten sang. Meine musikalische Ausbildung begann mit Klavier im Alter von 7 Jahren.

Was genau lernt man im Gesangsunterricht? Wie läuft eine typische Gesangsstunde ab? Was genau übt man eigentlich, wenn man Gesang übt?

MDC: Eine Gesangsstunde hat zwei Teile: zuerst Aufwärmen und Technik, wo wir die Stimme mit Übungen vorbereiten, die gleichzeitig die Art verbessern, wie der Klang produziert wird (Skalen, Silbenspiele, Atemübungen usw.). Danach, im zweiten Teil der Stunde, arbeiten wir mit den Liedern, die wir lernen möchten, und verbessern dabei nicht nur die Technik, sondern auch die Interpretation.

Singt man an der Musikschule nur klassische Musik oder auch Popsongs? Welchen Stil magst du selbst lieber?

MDC: In der Musikschule singt man, was man lernen möchte: Klassik, Popsongs, Musical, Rock, Jazz … Persönlich unterrichte ich sehr gern Musical, weil es ein Gleichgewicht zwischen Klassik und Moderne ist und eine sehr energiegeladene Stimme verwendet.

Warum klingt die Stimme von Popsängerinnen so total anders als jene von Opernsängerinnen? Was machen Opernsänger, damit sie so laut singen können, dass sie in einem grossen Konzertsaal nicht einmal ein Mikrophon benötigen und trotzdem lauter tönen als ein ganzes Orchester?

MDC: Die klassische Technik ist darauf ausgelegt, das grösstmögliche Volumen zu erreichen. Das gelingt, indem sowohl die Kraft der Atemmuskulatur maximiert wird als auch möglichst viele Resonanzräume des Körpers geöffnet werden: Kehle, Gaumen, Brust … In der Popmusik haben wir die Hilfe eines Mikrofons, deshalb müssen wir das nicht auf die gleiche Weise lernen. Gleichzeitig können wir, weil wir nicht so laut singen müssen, viel mehr Klangfarben erzeugen.

Singt man an der Musikschule auch gemeinsam mit anderen oder immer nur alleine?

MDC: Es gibt Vorspiele jeder Instrumentalklasse, bei denen man solo singt, und auch Schulkonzerte, bei denen man in Ensembles, Rockbands oder Chorgruppen singt.

Wie wird man als Sängerin zum Popstar? Wie hat eine Taylor Swift das gemacht? Genügt es nicht, einfach schön singen zu können?

MDC: Üben macht den Meister! Taylor Swift hat viele Jahre hart trainiert und nimmt auch heute noch Gesangsunterricht! Ich würde sagen, dass das Erfolgsrezept viel Üben beim Studieren und viel Praxis beim Musizieren mit anderen Mitspielern ist.

Ist es auch für erwachsene Personen sinnvoll, Gesangsunterricht zu nehmen?

MDC: Natürlich! Singen ist eine wunderbare Ausdrucksform für alle Menschen. In der MSRB haben wir Schülerinnen und Schüler jeden Alters.

Was empfiehlst du Schüler/innen, die davon träumen, später einmal mit Gesang Geld zu verdienen?

MDC: Viel Training, um das grösste Potenzial aus deinem Instrument herauszuholen, an vielen Projekten teilnehmen und andere Disziplinen wie Theater, Tanz oder andere darstellende Künste lernen. Aber vor allem nie vergessen, dass wir singen, weil wir das Singen lieben!

Unser Angebot (5) – Die Schlaginstrumente

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Die Faszination für das Schlagzeug ist ungebrochen, nach wie vor zählt es zu den am häufigsten belegten Instrumenten in der Musikschule. Bei unseren Instrumentenwerkstätten ist aber nicht zu übersehen, dass manche Eltern ihre Kinder lieber für ein etwas leiseres Instrument begeistern würden, vielfach aber ohne Erfolg. Was fasziniert viele Schülerinnen und Schüler so sehr an diesem Instrument?

Lehrpersonen

Schlagzeug: Martin Fässler, Christoph Keller, Matthias Meier, Christoph Vogt

Djembé: Fabio Meier

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Matthias Meier unterrichtet Schlagzeug in Turgi.

Das Schlagzeug spielt keine Melodien, das Schlagzeug besteht aus vielen einzelnen Komponenten und benötigt daher relativ viel Platz, es ist schwierig zu transportieren, ganz einfach ausgedrückt: Das Schlagzeug ist ein unpraktisches Instrument! Warum ist es deiner Meinung nach trotzdem so beliebt bei den Schüler/innen?

Matthias Meier: Schlagzeuge faszinieren Menschen, weil es so direkt ist. Wenn man Trommeln und Becken anspielt, gibt das Schlagzeug sofort eine Rückmeldung. Das Instrument strahlt Freiheit aus und lässt somit viel Platz für die eigene Ausdrucksform. Das Schlagzeug ist einfach ein Juhee-Instrument.
Dass es so schwierig ist, zu transportieren hat auch seine Vorteile: man muss es nie in die Schlagzeuglektion mitnehmen.

Was fasziniert dich selbst so sehr am Schlagzeug, dass du beschlossen hast, es zu deinem Beruf zu machen?

MM: Die Musik ist meine Leidenschaft. Ich möchte diese Faszination weitergeben und andere Menschen daran teilhaben lassen. Da das Schlagzeug selbst als Instrument keinem vorbestimmten Muster folgt, wird es nie langweilig. Jedes Jahr werden neue Komponenten erfunden, welche man zum Schlagzeug hinzufügen kann. Und wenn man keine neue Effektbecken dazukaufen möchte, dann erfindet man einfach selber weitere Perkussionsinstrumente, welche man ans Schlagzeug hängt. Die Freiheit ist hier grenzenlos. Dieser Beruf bleibt spannend!

Was sagst du Eltern, die ein wenig Respekt haben vor dem Lärm, den das Instrument verursacht? Muss man ein freistehendes Einfamilienhaus besitzen, um Schlagzeug spielen zu können?

MM: Heutzutage gibt es elektronische Schlagzeuge, welche man mit Kopfhörer spielen kann. Diese E-Drums lassen sich gut mit Handys oder Laptops verbinden und nehmen nicht so viel Platz ein wie ein akustisches Schlagzeug.

Gibt es Schlagzeuger, die dich beeindrucken? Warum? Kannst du uns ein paar Videos empfehlen?

MM: Da gibt es eine ganze Menge. Ich versuche mal, eine vielseitige Auswahl zu machen:

– El Estebario Silberiano. Einer der angesagtesten Schlagzeuger zur Zeit. Seine Geschwindigkeit ist phänomenal. Er spielt mit einer Hand so schnell, wie andere mit zwei Händen: https://www.youtube.com/shorts/zFc_QaFxNgk
– Virgil Donati. Mit wenigen Schlägen und ein paar Tricks lässt er einen normalen 4/4-Takt klingen, als wäre es ein komplizierter 11/8-Takt. https://www.youtube.com/watch?v=yVnlnMGXOKs&list=RDyVnlnMGXOKs&start_radio=1
– Julio Barretto. Ein kubanischer Schlagzeuger. Wenn er spielt, klingt es so, als würde ein zweiter Perkussionist mitspielen. https://www.youtube.com/watch?v=FQWz0bdwJO8&list=RDFQWz0bdwJO8&start_radio=1
– Louis Cole. Er ist unglaublich kreativ, schnell und erfindet das Instrument quasi neu. https://www.youtube.com/watch?v=RuxzWqkyo0k&list=RDRuxzWqkyo0k&start_radio=1
– Gavin Harrison. Er spielt sehr musikalisch. Man kann schon fast sagen, er würde Melodien auf dem Schlagzeug spielen. https://www.youtube.com/watch?v=ENF9wth4kwM

Fabio Meier unterrichtet Djembé in Baden.

Dein Instrument ist bei weitem nicht so populär, wie das Schlagzeug. Kannst du es uns ein wenig näher vorstellen?

FM: Das Djembé kommt ursprünglich aus Westafrika. Westafrika ist sehr reich an Rohstoffen, wie zum Beispiel Gold. Weshalb es für die europäischen Kolonialmächte attraktiv war zu kolonisieren und viele europäische Staaten ihren heutigen Wohlstand auf der Ausbeutung des afrikanischen Kontinents aufbauten. Die Kolonialmächte unterteilten gewaltsam das einst vereinte Königreich Westafrikas in verschiedene Länder, ohne Rücksicht auf Kultur und Ethnien zu nehmen. So finden wir heute in Mali, Burkina Faso, Guinea, Senegal und der Elfenbeinküste dieselben Djembé Rhythmen. Da das Djembé in den 1980er Jahren an Popularität in Europa gewann, verdrängte es andere Handtrommeln und ist bis heute das bekannteste Instrument aus dem afrikanischen Kontinent. Das Djembé wurde ursprünglich in rituellen Kontexten genutzt, das heisst zum Beispiel bei Erntedank- oder Pubertäts-Festen und wurde primär von Bauern und Männern gespielt. Durch die Industrialisierung und teilweise Unabhängigkeitserklärung gewisser Westafrikanischer Staaten gewann das Djembé an Identitätsstiftender Bedeutung und wurde institutionalisiert. So entstanden erste “Ballet”, wo Djembé Rhythmen zu Arrangements umfunktioniert wurden und in Kombination mit Tanz, Gesang, Kora (Westafrikanische Stegharfe), Balafon (westafrikanisches Marimbaphon) und Schauspiel als Spektakel inszeniert wurde.
Das Djembé besteht aus einem geschnitzten Baumstamm, einem Ziegenfell, Metallringen und Schnüren und wird in Kombination mit Basstrommeln und Glocken gespielt. Es gibt drei Basstrommeln, das Kenkeni (hohe tonlage und klein), die Sangbang (mittlere Tonlage und mittel gross) und das Dundun (tiefe Tonlage und gross). Die Basstrommeln sind im Unterschied zur Djembé mit einem Kuhfell bespannt und werden mit Stöcken gespielt.
Djembé Rhythmen zeichnen sich oft durch ihre ausgeklügelte Polyrhythmik und Phrasierungen aus.

Wem empfiehlst du einen Einstieg auf dem Djembé?

FM: Den Einstieg auf dem Djembe kann ich jeder Altersgruppe empfehlen. Einerseits weil das Instrument nicht ganz so filigran aufgebaut ist wie zum Beispiel eine Geige und somit auch für kleine Kinder zugänglich ist. Andererseits ist die Arbeit am Instrument für Jugendliche und Erwachsene interessant, weil die komplexe Rhythmik in Verbindung mit der körperlichkeit des Spiels am Djembé ein gutes Training für unser Gehirn ist und eine wohltuende Abwechslung in unserem digital geprägten Alltag darstellt.

mCheck an der Musikschule

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Nächste Woche wird es für viele unserer Schülerinnen und Schüler besonders spannend. Die jährlichen mCheck Prüfungen stehen unmittelbar bevor. Was ist eigentlich ein mCheck und ist es wirklich nötig, auch in der Musikschule noch Prüfungen durchzuführen?

Der mCheck wurde vom kantonalen Musikschulverband VAM ins Leben gerufen und entspricht einem Konzept, das in umliegenden Kantonen als Stufenprüfung bekannt ist. Im Kanton Aargau ist der mCheck in 6 Stufen unterteilt, wobei die Höchststufe 6 etwa dem Niveau einer Aufnahmeprüfung in ein Konservatorium oder eine Hochschule entspricht.
Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bereiten ein Pflichtstück und ein Selbstwahlstück vor, welche im Rahmen einer mündlichen Prüfung einer Expertin oder einem Experten vorgetragen werden. Die Pflichtstücke werden von einer kantonalen Expertenkommission ausgewählt und zumeist in der ersten Novemberhälfte jeden Jahres bekanntgegeben. Zusätzlich werden im Rahmen der Prüfungen der Stufe entsprechende musiktheoretische Inhalte abgefragt, welche ebenfalls in einem Stufenprofil festgehalten sind und instrumentenspezifische Besonderheiten berücksichtigen.

Zur Erarbeitung der theoretischen Grundlagen bieten wir an unserer Musikschule ab der Stufe 3 separate Theoriekurse an, welche an fünf Samstagmorgen zwischen Dezember und März stattfinden. Ziel dieser Kurse ist es, die Lektionen am Instrument zeitlich zu entlasten, damit sich die Lehrpersonen dort auf das Einstudieren der Stücke konzentrieren können und nicht auch noch den Theoriestoff in den ohnehin sehr kurzen Lektionen unterbringen müssen. Die Theoriekurse werden mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen, die Ergebnisse fliessen in die Gesamtbewertung ein, wobei die Vorträge am Instrument höher gewichtet werden als der Theorieteil.

Den krönenden Abschluss der mCheck – Woche bildet jeweils eine Abschlussfeier, an welcher musikalische Beiträge aus jeder Stufe zum Besten gegeben werden. Die Zertifikate werden von Stadträtin Ruth Müri persönlich den Schülerinnen und Schülern übergeben. Aufgrund der erfreulich grossen Nachfrage nach diesem Angebot fand diese Feier in den letzten Jahren jeweils in der Trafohalle in Baden statt, weil kein anderer Saal auch nur annähernd gross genug war, um alle Teilnehmenden und ihre stolzen Angehörigen aufnehmen zu können.

Aufgrund unserer diversen Jubiläumsprojekte im laufenden Schuljahr haben wir uns entschieden, diesen Priorität gegenüber anderen Projekten einzuräumen und den mCheck ein wenig zu redimensionieren. Die diesjährige Schlussfeier findet statt am Freitag, 27. März um 19.00 Uhr in der Reformierten Kirche Baden.

Die Teilnahme am mCheck ist an unserer Musikschule kostenlos und ausdrücklich freiwillig. Die sehr hohe Teilnehmerzahl beweist, dass dieses Angebot offensichtlich einem Bedürfnis unserer Schülerinnen und Schüler entspricht. Der Fokus liegt bei uns dabei nicht auf dem Prüfungscharakter dieses Anlasses, sondern vielmehr an der Tatsache, dass wir damit ein Ziel schaffen, auf das unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrpersonen konzentriert hinarbeiten können. Die Rückmeldung zum eigenen Spiel erfolgt für einmal nicht von der eigenen Lehrperson, sondern von einer unbekannten Expertin oder einem Experten. Der Fokus liegt zudem bei den Rückmeldungen immer auf dem bereits Erreichten und auf den Fortschritten seit der letzten Stufe, nicht auf allenfalls noch bestehenden Defiziten.

Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern, die dieses Jahr zum mCheck antreten, toy toy toy und gutes Gelingen bei ihren Vorträgen!

Unser Angebot (4) – Die Blasinstrumente

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Also, wie ist das nun: Eine Querflöte zählt zu den Holzblasinstrumenten, obwohl sie aus Metall gebaut ist? Gleichzeitig zählt ein Alphorn zu den Blechblasinstrumenten, obwohl es aus Holz gebaut wird? Wer soll da noch drauskommen! Fragen wir die Expert:innen!

Lehrpersonen

Holzblasinstrumente

Blockflöte: Claudia Heinisch, Marianne Keller, Aranka Kövari, Réka Szabo

Querflöte: Réka Szabo

Oboe: Barbara Dehm

Fagott: Mihaly Fliegauf

Klarinette: Daniel Affentranger

Saxophon: Daniel Affentranger, Mario Schenker

Blechblasinstrumente

Trompete, Alphorn: Matthias Merki, Marc Joho

Posaune, Euphonium, Waldhorn: Roger Dietiker

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Blockflöte

Früher war es üblich, mit der Blockflöte zu beginnen, bevor man auf ein anderes Instrument wechselte. Gilt das immer noch?

Claudia Heinisch: Jedes Instrument der Blockflötenfamilie ist als eigenständiges Instrument genauso schwierig oder einfach wie viele andere Instrumente auch, daher darf und soll jedes Kind möglichst sofort mit dem Wunschinstrument starten – wenn das dann Blockflöte ist, kann man das Spiel darauf bis zu einem möglichen Musikstudium professionalisieren. Da es mittlerweile zu fast jedem Instrument schon eine kleinere Kinderversion gibt, ist auch das Alter oder die Körpergrösse meistens nicht mehr ausschlaggebend. Mein Lieblingsbeispiel dazu ist: Wenn ein Kind Fussballspielen möchte, bitte nicht erst zwei Jahre lang zum Tennis schicken, um zu sehen «ob es auch übt und um die Fitness zu trainieren.»

Was macht für dich die Faszination der Blockflöte aus? Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden?

Claudia Heinisch: Ich liebe die unglaubliche klangliche Vielfalt der Blockflöte- vom kleinen Garkleinflötlein mit 15 cm bis zur über 3.5 m hohen Subkontrabassblockflöte gibt es so viele Ausdrucksmöglichkeiten. Zudem spielen wir möglichst historisch immer auf den Instrumenten der jeweiligen Zeit, so sind die Blockflöten des Mittelalters andere als die fein aufeinander abgestimmten Consortinstrumente der Renaissance oder die eher solistisch klingenden Barockblockflöten. Und auch im Musikschulunterricht können E-Blockflöten für den Rock/Pop-Bereich erlernt werden. Das ist spannend und wird nie langweilig!

Querflöte

Warum zählt die Querflöte zu den Holzblasinstrumenten, obwohl sie doch vollständig aus Metall gebaut wird?

Réka Szabo: Früher waren die Querflöten aus Holz gebaut. Es liegt aber auch an der Art der Tonerzeugung, weshalb sie zu den Holzblasinstrumenten gezählt wird.

Klarinette, Saxophon

Die beiden Instrumente werden oft im gleichen Atemzug mit einander genannt. Sind sie wirklich so eng miteinander verwandt? Wer Saxofon spielen kann, kann also automatisch auch Klarinette spielen?

Mario Schenker: Klarinette und Saxophon gehören zwar zur gleichen Instrumentenfamilie und haben beide ein Rohrblatt, sind aber eigenständige Instrumente. Wer das eine Instrument spielt, hat gute Voraussetzungen für das andere – von selbst klappt der Wechsel jedoch nicht: Ansatz, Fingertechnik und Klangvorstellung unterscheiden sich deutlich.

Das Saxophon ist ziemlich gross und sieht sehr schwer aus. Ab wann ist es sinnvoll für junge Schüler:innen, mit diesem Instrument zu beginnen? Gibt es auch Kinderinstrumente?

Daniel Affentranger: Wenn man im Musikschulkontext von “Saxophon” spricht, wird häufig das Altsaxophon gemeint. Die Saxophone bilden jedoch eine “grosse Familie”. Bei jüngeren beziehungsweise kleineren Kindern kann man gut mit dem Sopransaxophon beginnen. Die Bauweise ist dieselbe wie beim häufiger gespielten Altsaxophon, jedoch ist alles kleiner dimensioniert und somit auch leichter im Gewicht. Es empfiehlt sich ein geeignetes Gurtsystem zu verwenden, um das Spielen angenehm zu machen. Bei jüngeren Musikschüler*innen ist nebst der richtigen Instrumentenwahl die elterliche Unterstützung zentral.

Oboe, Fagott

Obwohl die beiden Instrumente ein sehr wichtige Orchesterinstrumente sind, gibt es nur sehr wenige Schüler/innen, die diese Instrumente erlernen wollen. Woran mag das liegen?

Babara Dehm, Oboenlehrerin: Die Oboe hört man vor allem in der klassischen Musik, dort hat sie jeweils wunderbare Solostellen. Aber auch in der Filmmusik nimmt die Oboe einen wichtigen Platz ein und ist oft dann zu hören, wenn es romantisch und etwas melancholisch wird. Viele Menschen erkennen den Klang der Oboe aber nicht oder verwechseln sie mit der Klarinette, die zwar ähnlich aussieht, aber ganz anders klingt.

Mihaly Fliegauf, Fagottlehrer: Meistens ist es das Ausprobieren, das den Ausschlag gibt. Wenn jemand in der Familie oder in der Schule Fagott spielt oder die Eltern schon mal davon gehört haben, kommt es vor, dass man sich für dieses Instrument entscheidet.
Was ich am Tag der offenen Tür in der Musikschule von Eltern an ihre Kinder höre, ist oft dieser Satz: «Ähm, Fagott? Komm, das ist etwas zu gross für dich.» Daraufhin entscheiden sich die Eltern für Schlagzeug oder Akkordeon, die tatsächlich viel grösser und schwerer sind. 🙄

Ich spiele schon Flöte und würde mich dafür interessieren, auf die Oboe oder das Fagott umzusteigen. Sind die Griffe gleich oder mindestens ähnlich?

Barbara Dehm: Tatsächlich sind die Griffe auf der Oboe fast identisch mit denen der Sopranblockflöte, weshalb es dann oft sehr schnell vorwärts geht bei einem Instrumentenwechsel!

Mihaly Fliegauf: Das Fagott ähnelt der Blockflöte, unterscheidet sich aber dadurch, dass sein Grundtonleiter in F-Dur liegt. Anfangs kommt es gelegentlich zu Griffverwechslungen, die sich jedoch innerhalb des ersten Monats legen. Der schöne, runde und warme Klang des Fagotts zieht einen sofort in seinen Bann und lässt einen eintauchen in seine Welt.

Blechblasinstrumente

Warum zählt das Alphorn zu den Blechblasinstrumenten, obwohl es doch vollständig aus Holz gebaut wird?

Roger Dietiker: Die Tonerzeugung beim Alphorn erfolgt auf die gleiche Weise wie bei anderen Blechblasinstrumenten, beispielsweise Trompete, Posaune oder Waldhorn: Durch die Vibration der Lippen wird die Luft in Schwingung versetzt. Deshalb wird das Alphorn auch zu den Blechblasinstrumenten gezählt. Mundstück und Tonumfang ähneln denen des Waldhorns. Der Klang ist aufgrund der Bauweise jedoch sehr charakteristisch und einzigartig.

Blechblasinstrumente haben den Ruf, sehr laut zu tönen. Wie sieht das aus mit dem Üben zu Hause? Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus.

Roger Dietiker: Mit der Posaune kann man tatsächlich sehr laut spielen. Das ist allerdings nicht so einfach. Am Anfang spielen die meisten eher leise. Der Klang ist dann sehr angenehm und weich – und leiser als z. B. ein Klavier. Es gibt auch tolle Dämpfer. Damit kann man sogar in einem Hotelzimmer üben.

Unser Angebot (3) – Die Tasteninstrumente: Keyboard

Musikschule Region Baden | Keyboard

Das Keyboard ist es eines der jüngsten Instrumente im Fächerkanon der Musikschule. Böse Zungen behaupten, man müsse eigentlich nur noch die richtigen Knöpfe drücken, den Rest erledige das Instrument allein. Stimmt das tatsächlich? Wir fragen nach bei Claudia Seebass.

Lehrpersonen

Thomas Baumgartner, Jarmila Hiller, Claudia Seebass, René Brandenburg, Roger Dietiker

Wer Keyboard spielt, kann auch Klavier spielen und umgekehrt. Stimmt das?

Claudia Seebass: Deine Frage erinnert mich ein bisschen an Gespräche auf Skipisten, die dazu tendieren, in kontroversen Diskussionen zu enden: Was ist jetzt besser, zuerst Skifahren oder zuerst Snowboarden?
Als guter Skifahrer mag es dir gelingen, am Bügellift auf einem Snowboard hochzufahren. Spätestens oben stellt sich aber die Frage, wie du mit beiden Füssen auf nur einem Brett wieder runterkommst. Als guter Snowboarder schaffst du es auf Ski auch ohne Sessellift nach oben. Wenn du das erste Mal mit überkreuzten Skiern kopfüber feststeckst, wird auch da die Einsicht kommen: Vorkenntnisse sind hilfreich, aber man muss auch dazulernen, damit es wirklich Spass macht.

Bleibt noch die Frage, was du unter «Keyboard» verstehst.

Woran denkst du, wenn du «Ski» liest? Alpin, Nordisch, Freestyle? Denkst du an Carving, Telemark oder Skitouren?
Wenn du «Keyboard» sagst, denkst du an E-Pianos wie das Fender Rhodes oder Clavinet? Denkst du an Hammond oder Rock Orgeln? Oder denkst du an das Gedudel von Spielzeugen, welche in Warenhäusern irrtümlicherweise als «geeignet für den Unterricht an Musikschulen» angepriesen werden?

Also: Wer Funkgrooves auf einem «Keyboard», sei es Arranger Keyboard, E-Piano oder Synthesizer, gut spielt, oder sich selbst und andere beim Singen problemlos begleitet, kann das auch auf einem Klavier.
Wer Schumann, Chopin oder Mozart auf dem Klavier gelernt hat, kann das auch auf einem «Keyboard», vorausgesetzt, es hat genug Tasten, Anschlagdynamik und idealerweise ein Sustain Pedal. Die Ohren fallen nicht ab, ich schwör’s.

Zu deiner Frage: Ja, aber. Entscheidend sind die Vorkenntnisse sowie die Bereitschaft, sich mit einer offenen, positiven Haltung auf die Anforderungen des anderen Instruments einzulassen.

Ich habe einmal auf einem Keyboard auf einen Knopf gedrückt, und das Instrument hat alleine gespielt. Wozu braucht es mich da überhaupt noch? Was machen all die Knöpfe auf dem Instrument?

CS: Etwas salopp ausgedrückt: Es braucht dich, um mit zunehmenden Fähigkeiten am Instrument all die Vorurteile, welche dazu zirkulieren, zu widerlegen.

Zu deiner zweiten Frage: Schieber, Regler, Knöpfe etc. auf der Instrumentenoberfläche helfen dir, während du spielst verschiedene Funktionen schnell und unkompliziert abzurufen, zum Beispiel den Rhythmus zu ändern, verschieden Klänge für die rechte und linke Hand zu wählen, Sounds flexibel zu steuern oder besondere Effekte einzuschalten. Du kannst das live während des Spiels tun, oder du speicherst deine Einstellungen ab und steuerst sie während des Spiels über ein Fusspedal. Du kannst damit deine Musik spannender gestalten.
Das alles ändert nichts daran, dass du, wie bei allen anderen Instrumenten auch, Spieltechniken lernen wirst. Dazu gehört, deine Finger so weit zu trainieren, dass sie das spielen, was du willst und nicht umgekehrt. Idealerweise lernst du auch Techniken, welche es dir ermöglichen, problemlos zwischen gewichteten, ungewichteten oder wenig gewichteten Tasten zu wechseln.

Ich verstehe überhaupt nichts von Technik und interessiere mich auch nicht wirklich dafür. Kann ich trotzdem Keyboard spielen?

CS: Ich gehe davon aus, dass du unter «Technik» die Bedienung von Schiebern, Reglern oder Controllern auf der Instrumentenoberfläche und das Spielen und Experimentieren mit den eingebauten Programmierungsfunktionen meinst?

Wenn dich das alles nicht interessiert, du aber trotzdem darüber nachdenkst, dich für «Keyboard»-Unterricht anzumelden, interessiert mich, weshalb du denn darüber nachdenkst:

  • Ist das Klavier zu gross, zu laut oder zu teuer, du möchtest aber trotzdem Klavierspielen lernen? Dann genügt es, zu wissen, wie das Sustain-Pedal anschliessen und wo die Anschlagdynamik einschalten.
  • Möchtest du lernen, deine Kollegin, die gerne singt, an einem Keyboard zu begleiten? Sustain Pedal, Anschlagdynamik und: Ein Digitalpiano ist etwas anderes als ein E-Piano.
  • Hat dir die Oma das «The Logical Song»-Youtube Video gezeigt und du wusstest sofort, du willst so spielen lernen wie der Keyboarder von «Supertramp»?
    Dann genügt es, wenn du weisst, wie man die E-Piano Sounds aufruft und die vorinstallierten Patterns von Schlagzeug, Bass, Gitarren und anderen Instrumenten nutzt, um mit einer digitalen Band zu üben, bis du bereit bist für eine richtige Band.
  • Hat dir die Mama ein Keyboard geschenkt und der Papa findet, dass du es jetzt richtig lernen sollst, obwohl du eigentlich lieber Schlagzeug spielen würdest? Dann genügt es, wenn du lernst, wie man ein «Drum Kit» aufruft und wir üben «Keyboard Drumming», bis du an einem richtigen Schlagzeug weiter lernen kannst.

Ansonsten gilt: Wenn du die Möglichkeiten eines «Keyboards» ausloten lernen möchtest, ist Spass an Knöpfen, Schiebern und Reglern Voraussetzung.

Wenn du Spass an Knöpfen, Schiebern und Reglern hast, aber vor Begleitautomatik und Programmieren zurückschreckst und lieber an Klängen schrauben würdest, dann ist ein Synthesizer, der ja auch ein „Keyboard” ist, eine Möglichkeit für dich.

Film 1: «Keyboard Drumming”

Quelle: Sagar Siddham YouTube (2023)

Film 2: «Kann ich trotzdem Keyboard spielen»?

Quelle: Behringer YouTube (2025)

Fragen an Schülerinnen und Schüler

Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden?

Y: Meine Eltern sagten mir, dass es ein Instrument gibt, so etwas wie Klavier, aber elektronisch und mit verstellbaren Klängen. Ich habe es ausprobiert und es hat mir gefallen.

S: Mir hat gefallen, dass man damit zusammen mit Schlagzeug spielen kann.

M: Mein Vater hat mir gesagt, dass man auf diesem Instrument alle Instrumente spielen kann, das fand ich cool.

I: Das Instrument sieht cool aus. Und es tönt cool.

Was spielst du eigentlich mit der linken Hand?

Z: Meistens Akkorde.

R: Akkorde oder Bass-Schlüssel.

Kennst du dich auch mit der Technik des Instruments ein wenig aus? Experimentierst du manchmal auch mit den verschiedenen Klängen?

O: Ich weiss, wie man die Registration Memory speichert, wie man Sounds austauscht oder mit dem Schlagzeug ein Intro, Fill In, Break oder Ending benutzt. Ich weiss auch, wozu man 2 Pedale brauchen kann.

E: Es hat so eine Taste, um mit dem Schlagzeug zusammen Bass oder Gitarre oder so mitspielen zu lassen. Und eine andere Taste, um zu wählen, welche Instrumente dann tönen. Ich probiere gerne aus, welche Instrumente ich da weglassen kann, dass es mir besser gefällt. Ich habe schon das Schlagzeug weggelassen und nur zu einer Gitarre mitgespielt.

Wozu eigentlich ein Musikinstrument spielen?

Musikschule Region Baden | Blog

«Wozu eigentlich ein Musikinstrument spielen? Der Stundenplan ist doch schon voll genug!» Als Eltern kennen Sie diese Überlegung wahrscheinlich. Die Schulstundenpläne werden immer voller, die Freizeit der Kinder und Jugendlichen immer knapper, Sport wäre auch noch gut. Wo bleibt da noch Zeit zum Musizieren? Hier finden Sie Gründe, warum es dennoch Sinn macht, ein Instrument zu erlernen. Welches am besten? Das können Sie an unseren Instrumentenwerkstätten herausfinden, welche in den nächsten Wochen in verschiedenen Mitgliedsgemeinden stattfinden.

Kopf, Herz und Hand

Das pädagogische Prinzip des Lernens mit Kopf, Herz und Hand basiert auf den Erkenntnissen von Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827) und hat seither nichts an Aktualität eingebüsst, im Gegenteil. Die schulische Bildung und nicht zuletzt die Anforderungen der Wirtschaft als Abnehmerin unserer Schülerinnen und Schüler laufen Gefahr, mehr und mehr auf kognitive Fähigkeiten, auf das Anhäufen von Wissen zu fokussieren. Das Herz (die emotionale Entwicklung) sowie die Hand (praktische und koordinative Fähigkeiten) haben in den Lehrplänen einen zunehmend schweren Stand.

Keine andere Tätigkeit verbindet Kopf, Herz und Hand intensiver und unmittelbarer als das Spielen eines Musikinstruments. Das kognitive Erfassen eines Notentextes allein bringt die Musik nicht zum Klingen. Ohne den Einfluss von Emotionen bleibt die Musik seelenlos. Und jede gehörte oder gelesene Musik muss unmittelbar in Bewegungsabläufen auf das Instrument übertragen werden. Ansonsten bleibt sie dem oder der Ausführenden fremd. Für eine umfassende und ganzheitliche Entwicklung eines jungen Menschen ist daher kaum eine bessere Tätigkeit denkbar als das Musizieren auf einem Instrument.

Über die positiven Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns gibt es diverse wissenschaftliche Studien. Eine einfache und gut verständliche Zusammenfassung ist unter anderem hier zu finden: https://youtu.be/RSpOxUyyxcU?si=l-D67VrVmdbVK6jM

Ausgleich in einer leistungsorientierten Welt

Kennen Sie diese Bilder von völlig in sich ruhenden und versunkenen Kindern oder Jugendlichen, die entweder Musik hören, sie selber machen oder auch eine Zeichnung anfertigen? Solche Bilder werden seltener. Eher vertraut sind uns die bangen und angespannten Blicke auf den Bildschirm, um zu überprüfen, wie viele Bonuspunkte man im neusten Game gesammelt oder wie viele Likes man auf dem Instagram Account erhalten hat. Und ja, auch der Leistungsdruck in der Schule nimmt zweifellos zu. Umso wichtiger wäre es doch, sich Zeitfenster zu schaffen, in denen man zur Ruhe kommen und selbst erzeugte Klänge bewusst wahrnehmen kann. Warum nicht mit einem Musikinstrument?

Musizieren kann schulische Leistungen unterstützen

Wer Klavier spielt, ist besser in Mathe? Nun, so einfach ist es in aller Regel doch nicht. Wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass Konzentration, logisches Denken und Merkfähigkeit durch die Beschäftigung mit Musik nachweislich unterstützt werden.

Teamwork

Vielfach hören wir in der Musikschule, dass Schülerinnen oder Schüler sich für den Sport anstatt für die Musik entscheiden mit dem Argument, dort spiele man halt im Team, während man Musik vorwiegend alleine macht. Das stimmt nur sehr bedingt und kommt auf das Instrument an. Auch Musik wird umso interessanter, je öfter man sie im Team machen kann, also in einer Band, einem Ensemble oder Orchester. Angebote dafür gibt es genug, jedoch machen wir in der Musikschule leider vielfach die Erfahrung, dass aus Zeitgründen auf die regelmässige Mitwirkung in einem Ensemble verzichtet wird, obwohl es dort eigentlich erst so richtig interessant würde mit dem Musizieren.

Auftrittskompetenzen

Vor andere Leute hinstehen und etwas präsentieren – haben Sie es schon einmal versucht? Bei vielen Menschen verursacht nur schon der Gedanke daran ein flaues Gefühl in der Magengegend. Dennoch zählt das Präsentieren von Inhalten vor einer grösseren Gruppe von Zuhörenden zu einer zunehmend wichtigen Fähigkeit, auch in der Berufswelt. Wo sonst könnte man eine solche Situation besser üben, als beim Vortrag eines Musikstückes vor Publikum?

Stärkung des Selbstvertrauens

Wenn Sie selbst schon einmal Musik gemacht haben, dann kennen Sie sicher die Anspannung in den Momenten vor einem Auftritt. Lampenfieber wird dieses Gefühl genannt, denn im nächsten Moment findet man sich im Scheinwerferlicht auf der Bühne wieder mit allen Augen des Publikums auf sich gerichtet. In solchen Momenten ist es ungeheuer wichtig, sich fokussieren zu können auf die Erkenntnis: Ich kann das, ich bin vorbereitet, es kann nichts schiefgehen. Auch solche Situationen lassen sich üben und liefern wertvolle Erfahrungen mit ähnlichen Situationen im späteren Leben.

Der Applaus – die Reaktion des Publikums

Es ist ein wunderbares Gefühl, nach einem gelungenen Auftritt die Anerkennung des Publikums in Form von Applaus entgegennehmen zu dürfen. Der Applaus sei das Brot des Künstlers, sagt man. Er zahlt zwar nicht die Miete, aber er stärkt ohne Zweifel das Selbstwertgefühl. Wie oft hört man Klagen aus der Berufswelt, die erbrachte Leistung werde von den Vorgesetzten nicht genügend gewürdigt, es fehle also im übertragenen Sinne der Applaus für die getane Arbeit. Gönnen wir unseren Kindern dieses grossartige Erlebnis, eine unmittelbare Reaktion und Anerkennung für ihre Leistung entgegennehmen zu dürfen!

Musizieren um des Musizierens willen

Alle oben genannten Aspekte des Musizierens sprechen dafür, sich auf das Abenteuer Musizieren einzulassen. Dennoch sollten sie nicht im Zentrum unserer Überlegungen stehen. Wer nur ein Instrument spielt, um in der Schule bessere Noten zu erzielen oder um einmal im Rampenlicht zu stehen, wird früher oder später enttäuscht werden. Das optimale Ergebnis erzielt, wer die Freude am Musizieren selbst für sich entdeckt und darin aufgeht. Alles andere sind angenehme und durchaus erwünschte Nebeneffekte, die wir gerne mitnehmen, wenn sie sich einstellen.

Unser Angebot (3) – Die Tasteninstrumente

Musikschule Region Baden | Klavier

Kein anderes Instrument wird an der Musikschule häufiger gewählt als das Klavier. Dabei ist es gross und nicht ganz billig in der Anschaffung. Warum entscheiden sich trotzdem so viele Schüler:innen für dieses Instrument?
Auch das Akkordeon zählt zur Familie der Tasteninstrumente und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Fragen wir nach, warum das so ist!

Lehrpersonen

Klavier: Blandine Abgottspon, Anne Baumann-Druey, Thomas Baumgartner, René Brandenburg, Karin Erni Dittli, Ursula Hofmann, Joris Jeandupeux, Beatrice Kaiser, Andrea Krzemnicki, Flurin Rüedlinger, Susanne Puchegger, Lysiane Salzmann, Charlotte Stettler-Buschor, Irena Zeitz.

Akkordeon: Rade Mijatovic

Karin Erni Dittli (Foto) unterrichtet Klavier in Baden

Musikschule Region Baden | Blog

Das Klavier ist an der Musikschule das mit Abstand am häufigsten gewählte Instrument. Was sind deiner Meinung nach die Gründe dafür, dass sich so viele Schüler/innen für das Klavier entscheiden, wenn sie neu mit einem Instrument beginnen?

Karin Erni: Das Klavier kommt sowohl in der Klassischen Musik wie auch im Rock/Pop und im Jazz vor. Viele moderne Songs haben das Klavier als wichtiges Bandinstrument. Man hört also überall Musik mit Klavier. Zudem gibt es in vielen Familien ein Klavier als Familienerbstück, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Wo liegen die Schwierigkeiten oder Herausforderungen beim Klavierspielen im Vergleich zu anderen Instrumenten? Was ist andererseits am Klavier einfacher als zum Beispiel auf der Geige?

KE: Eine Schwierigkeit ist sicher das Spielen von zwei unabhängigen Stimmen in beiden Händen. Rechts erklingt eine Melodie, links die Begleitung. Mit zunehmendem Können am Instrument wird es noch komplexer. Auch gibt es Pedale, die mit den Füssen bedient werden – eine rechte Herausforderung für die Unabhängigkeit von Händen und Füssen. Am Klavier kann man mehrere Töne gleichzeitig spielen – so viele wie man Finger hat, oder sogar noch mehr. Die Noten gleichzeitig lesen und in eine Bewegung umsetzen ist ein rechtes Kunststück…

Sind Klaviere nicht unheimlich teuer? Mit welchen Anschaffungs- oder Mietkosten muss man rechnen?

KE: Zu Beginn des Instrumentalunterrichts ist es sinnvoll, ein Instrument zu mieten. Schon ab 50 Franken pro Monat kann ein gutes Anfängerklavier gemietet werden. Ein neues akustisches Klavier ist ab 5000 Franken erhältlich. Mit etwas Glück kann man ein Occasionsinstrument zu einem deutlich günstigeren Preis erwerben.

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, mit dem Klavierunterricht zu beginnen?

KE: Es ist schwierig, eine allgemein gültige Antwort zu geben. Wichtig ist, dass das Kind bereit ist und Klavier spielen lernen möchte. Jedes Kind ist anders. Im Zweifelsfall ist es empfehlenswert, eine Schnupperlektion zu buchen.

Wir können es uns nicht leisten, ein Klavier anzuschaffen. Kann man nicht auch auf einem Keyboard oder einem E-Piano Klavierspielen lernen? Die Tasten sind doch genau gleich angeordnet.

KE: Auf einem E-Piano kann man Klavier spielen lernen. Ich beobachte aber, dass Kinder und Jugendliche, die zu Hause auf einem E-Piano üben, in der Stunde auf dem akustischen Instrument oft weniger gut spielen als zu Hause und dann frustriert sind. Der Anschlag ist oft recht verschieden. Auch bei einem E-Piano sollte man deshalb nicht einfach ein billiges Instrument aussuchen. Ich persönlich liebe den Klang des akustischen Klaviers – er ist lebendig und vielfarbig. Auch Laien hören einen grossen Unterschied, wenn beide Instrumente nebeneinander ausprobiert werden können. Deshalb empfehle ich die Anschaffung eines akustischen Klaviers. Selbstverständlich ist mir aber bewusst, dass es gute Gründe für ein E-Piano gibt. Am besten lässt man sich vor dem Kauf oder vor der Miete eines Instrumentes von einer Klavierlehrperson beraten. Auf einem Keyboard kann man nicht Klavier spielen lernen. Aber es gibt die Möglichkeit, Keyboardunterricht zu belegen.

Stimmen von Schüler/innen

Warum hast du dich ausgerechnet für das Klavier entschieden?

  • Das Klavier hat so viele Töne. Jeder Ton ist einzigartig und anders. Das fasziniert mich.
  • Das Klavier klingt schön. Mein Onkel hat schon Klavier gespielt und war mir ein Vorbild.
  • Ich fand das Klavier schon im Kindergarten cool.
  • Das Klavier ist von meinen Grosseltern zu mir gekommen. Auch meine Mutter hat Klavier gespielt.
  • Ich habe bei der Instrumentenvorstellung verschiedene Instrumente ausprobiert und habe mich dann für das Klavier entschieden.
  • Der Klang ist mega schön. Es sieht schön aus, wenn ich die Finger von jemandem beim Spielen beobachte.
  • Mein Cousin spielt sehr gut Klavier. Deshalb möchte ich auch Klavier spielen lernen. Ich kann ihm damit ein Geschenk machen.
  • Mir gefällt es, die Tasten zu drücken. Und das Klavier klingt schön.

Ist es nicht sehr schwer, mit beiden Händen etwas anderes zu spielen und dann auch noch die Füsse einzusetzen?

  • Doch, aber wenn ich die Hände einzeln gut spielen kann, dann ist es auch zusammen nicht mehr so schwierig. Zuerst muss man aber jeden Ton wissen.
  • Zuerst muss man es sich einfach machen (z.B. ohne Pedal). Mit der Zeit wird es automatisch.
  • Ich habe mich daran gewöhnt, jetzt ist es nicht mehr schwierig.
  • Das Pedal dazunehmen ist einfach, die Hände zusammenspielen finde ich schwieriger.

Klaviernoten sehen auf den ersten Blick sehr kompliziert aus. Man muss mehrere Noten auf einmal lesen. Wie hast du das gelernt?

  • Durch die Flöte habe ich Notenlesen gelernt. Deshalb war es auf dem Klavier einfach, weil der Violinschlüssel schon bekannt war. Bassschlüssel lernen war einfach.
  • Mit Notenkarten.
  • Der F- und G-Schlüssel helfen.
  • Vereinfachen macht es einfacher.
  • Ich lerne zuerst nur einzelne Töne.
  • Ich habe es mit meiner Klavierlehrerin gelernt. Aber eigentlich ist es für mich einfacher, durch Vor- und Nachspielen ein Stück einzuüben als ab Noten.

Wie übst du auf dem Klavier, wenn du so viele Dinge gleichzeitig tun musst?

  • Ich übe zuerst die Hände einzeln.
  • Ich übe Abschnitte, nicht das ganze Stück aufs Mal.
  • Ich übe zuerst die Hand, die schwieriger ist. Wenn die Hände einzeln gut gehen, dann setze ich rechts und links zusammen.
  • Ich klatsche zuerst den Rhythmus und klopfe mit dem Fuss mit, dann lese ich die Noten. Nachher spiele ich die Hände einzeln. Erst wenn das gut geht, setze ich die Hände zusammen. Langsam spielen hilft auch.

***

Rade Mijatovic (Foto) unterrichtet Akkordeon in Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal, Turgi und Untersiggenthal.

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Wozu braucht es so unendlich viele Knöpfe auf diesem Instrument? Ist tatsächlich jeder Knopf ein anderer Ton?

Rade Mijatovic: Das Akkordeon hat sehr viele Knöpfe, weil es einen grossen Tonumfang abdecken muss. Jeder Knopf ist einem Ton zugeordnet, sodass sowohl tiefe als auch hohe Töne gespielt werden können. Einige Töne sind mehrfach vorhanden, jedoch in unterschiedlichen Lagen. Das erleichtert flüssiges Spiel, schnelle Passagen und Akkorde. Zusätzlich gibt es Register (Klangfarben), die den Klang variieren und den Tonumfang noch erweitern – dann ist der Tonumfang fast so gross wie beim Klavier.

Die Knöpfe auf der linken Seite sieht man ja gar nicht. Wie orientiert man sich dort? Wozu dienen sie überhaupt?

RM: Die Knöpfe auf der linken Seite sind für die Begleitung zuständig, für Bässe und Akkorde. Man orientiert sich dort hauptsächlich über das Gefühl: die Knöpfe sind in einem festen System angeordnet und ein markierter Knopf dient als Orientierungspunkt. Durch Übung merkt sich die Hand die Positionen automatisch. So kann man spielen, ohne hinzusehen.

Braucht es nicht ungeheuer viel Kraft, um auf diesem Instrument laut spielen zu können? Ab welchem Alter ist es für Kinder geeignet?

RM: Das Akkordeon kann laut gespielt werden, aber man braucht nicht übermässig viel Kraft – die Lautstärke entsteht durch das Ziehen und Drücken der Bälge, nicht durch Fingerkraft. Kinder können oft ab etwa 6–7 Jahren anfangen, je nach Grösse und Kraft. Wichtig ist, dass das Instrument passend zur Handgrösse gewählt wird. Mit der Zeit entwickelt man durch Übung die notwendige Kraft und Technik.

Das Akkordeon hat den Ruf, ein typisches Volksmusikinstrument zu sein. Ich bin kein Fan von Volksmusik. Sollte ich trotzdem Akkordeon spielen?

RM: Das Akkordeon wird oft mit Volksmusik verbunden, ist aber ein sehr vielseitiges Instrument. Es wird auch in Klassik, Jazz, Pop, Filmmusik und zeitgenössischer Musik eingesetzt. Wer keine Volksmusik mag, kann trotzdem genau die Stilrichtungen spielen, die ihn interessieren. Entscheidend ist nicht das Instrument, sondern die Musik, die man darauf macht.

Stimmen von Schüler/innen

Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden?

Am Tag der offenen Tür der Musikschule Baden habe ich alle Instrumente ausprobiert und das Akkordeon hat mir am besten gefallen.

Ich weiss es nicht, wieso ich mich damals für das Akkordeon entschieden habe, aber nach so vielen Jahren habe ich das Instrument gut erlernt. Es klingt für mich wie ein kleines Orchester (Melodie in der rechten und Begleitung in der linken Hand), und falls ich mich wieder für ein Instrument entscheiden müsste, würde wieder das Akkordeon auswählen.

Bringst du immer dein eigenes Instrument mit zum Unterricht? Ist es nicht sehr schwer und unpraktisch?

Nein, meine Eltern oder Grosseltern begleiten mich in die Schule und bringen das Akkordeon. 😊

In der Schule gibt es ein Schulakkordeon, wobei wenn ich eigenes brauche, packe ich mein Akkordeon in die Tasche ein und nehme es mit. Es ist etwas schwerer als der Schulthek.

Spielst du auch manchmal mit anderen Schüler/innen zusammen, oder spielt man das Akkordeon immer allein?

Oft während der Stunde spiele ich zusammen mit meinem Lehrer ein Stück für Duo und dann kann ich es mit einem anderen Schüler machen, da er die andere Stimme mit dem Lehrer übt.

Meine Kollegin aus der Klasse spielt auch das Akkordeon und oft spielen wir zusammen, nicht nur während der Stunde, sondern auch ausserhalb der Schulzeit. Es gibt auch das Akkordeonorchester, wo wir alle zusammen üben und an einem oder mehreren Konzerten teilnehmen.

Unsere Lehrpersonen für Tasteninstrumente

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Unser Angebot (2) – Die Zupfinstrumente

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Im letzten Beitrag haben wir einige Stimmen zu den Streichinstrumenten eingeholt. Zur selben Familie der Saiteninstrumente zählen auch die Zupfinstrumente Gitarre, E-Gitarre und Harfe. Neben dem Klavier ist die Gitarre das am häufigsten belegte Instrument in der Musikschule. Was macht sie so attraktiv? Wir haben wiederum nachgefragt bei Schüler:innen und Lehrpersonen.

Unsere Lehrpersonen:

Gitarre: Heike ter Stal, Maya Mauss, Macha Soukenik, Tiago Almeida, Florian Bogusch, Oliver Schmidt, Thomas Nienhaus, Richard Schneider, Petrin Töndury
E-Gitarre: Markus Roth, Florian Bogusch, Oliver Schmidt, Thomas Nienhaus, Richard Schneider, Petrin Töndury
Harfe: Salome Zinniker

Interview mit 2 Lehrpersonen

Gitarre: Florian Bogusch (Foto) unterrichtet Gitarre und E-Gitarre in Untersiggenthal und Turgi.

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Warum ist die Gitarre das schönste, tollste und beste Instrument überhaupt, das alle Schüler/innen spielen sollten?

Florian Bogusch: Weil die Gitarre ein sehr vielseitiges und spannendes Instrument ist. Zum einen kann man mit ihr alle Arten von Musik spielen, von Klassik bis Modern und von laut bis leise. Man kann sie alleine als Soloinstrument spielen, man kann singen und sich selber damit begleiten und man kann in Bands oder Ensembles mitspielen. Zum anderen macht es einfach Spaß, sie zu spielen. Außerdem lässt sich eine Gitarre (fast) überall hin mitnehmen.

Weisst du noch, wie und warum du selbst dich ausgerechnet für dieses Instrument
entschieden hast?

FB: Als ich mit 10 Jahren das Riff von „Satisfaction“ der Rolling Stones hörte, hat mir der E-Gitarrensound so gut gefallen, daß ich unbedingt Gitarre spielen lernen wollte.

Worauf kommt es an beim Gitarre spielen? Worauf muss man besonders achten?

FB: Man sollte schon bereit sein, regelmäßig zu üben und auch einfach zu spielen um die Koordination der Hände und die damit verbundene Feinmotorik zu entwickeln.

Nach dem Klavier ist die akustische Gitarre das am häufigsten belegte Instrument in der
Musikschule. Woran mag das deiner Meinung nach liegen? Warum lernen deutlich mehr Schüler:innen akustische Gitarre als E-Gitarre, obwohl doch die E-Gitarre in den Medien viel präsenter ist?

FB: Ich denke, viele Eltern sind noch der Meinung, daß man mit der akustischen Gitarre beginnen muss. Tatsächlich jedoch sind beide Instrumente ebenbürtig. Die akustische Gitarre ist einfach schon länger da, weil der Strom erst später erfunden wurde. Eine akustische Gitarre hat natürlich den Vorteil, daß sie gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler leichter zu handhaben ist (weniger Gewicht, keine Kabel usw.), aber die Motivation spielt ja auch eine wichtige Rolle: Wenn jemand unbedingt E-Gitarre lernen möchte, spricht nichts dagegen, gleich mit der E-Gitarre zu beginnen. Üben und Spielen ist ohnehin auf beiden erforderlich.

Du selbst spielst und unterrichtest beide Instrumente. Einige Eltern haben vielleicht Angst vor dem «Lärm», den eine E-Gitarre zu Hause allenfalls machen könnte. Was sagst du diesen Eltern?

FB: Vielen Eltern ist nicht bewusst, wie leicht sich ein E-Gitarrenverstärker auf Zimmerlautstärke regeln lässt. Wenn man es Ihnen dann erklärt und demonstriert, ist die Angst vor dem großen „Lärm“ meistens ganz schnell verschwunden.

***

Harfe: Salome Zinniker (Foto) unterrichtet Harfe in Baden.

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Warum ist die Harfe das schönste, tollste und beste Instrument überhaupt, das alle Schüler/innen spielen sollten?

Salome Zinniker: Die Harfe ist ein sehr vielfältiges und ursprüngliches Instrument. Es ist das einzige Instrument, bei dem der Ton durch Loslassen der Saite erzeugt wird, wie bei einem Pfeilbogen. Das gibt ihr für mich eine besondere Qualität. Auch wie man die Schwingungen des Resonanzkörpers am Körper spürt beim Spielen, finde ich sehr schön. Wer gerne Klänge mit vielen Obertönen hat, die man auch körperlich spüren kann, bei dem ist die Harfe am richtigen Ort! Wer gerne sich selber begleitet, aber nicht unbedingt ein lautes Instrument spielen möchte, für den ist die Harfe auch das Richtige. Auf der Harfe kann man alle Musik spielen, Volksmusik, Jazz, Pop und Klassik, das macht die Harfe zu einem sehr vielfältigen Instrument!

Weisst du noch, wie und warum du selbst dich ausgerechnet für dieses Instrument
entschieden hast?

SZ: Ich habe acht ältere Geschwister, die alle ein Instrument gespielt haben. Ich weiss es nicht mehr sicher, aber ich glaube ich wollte einfach ein Instrument, das noch niemand in der Familie spielte.

Die Harfe ist ein ziemlich grosses Instrument. Ist es nicht sehr unpraktisch und auch sehr teuer? Kann man Harfen auch mieten? Muss man in den Unterricht das eigene Instrumente mitbringen?

SZ: Harfen mietet man am Anfang, bis man weiss, ob es wirklich das richtige Instrument ist für einen. Alle beginnen mit den kleineren günstigeren irischen Klappenharfen, auch die erwachsenen Schülerinnen. Je nachdem welche Musik man spielen möchte, kann man später auf die Konzertharfe umsteigen, oder auf der irischen Harfe bleiben. Zum Üben braucht man zu Hause ein Instrument. Für den Unterricht stehen verschiedene Harfentypen zur Verfügung. Man muss die eigene Harfe nicht mitbringen.

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, mit der Harfe zu beginnen? Spielt die Grösse der Hände eine Rolle?

SZ: Das Alter spielt weniger eine Rolle, als der klare Wunsch, genau dieses Instrument zu lernen und die Fähigkeit sich zu konzentrieren und zu Hause regelmässig zu üben. In der Regel beginnen die Kinder in der zweiten oder dritten Klasse, es gibt aber vereinzelt auch jüngere Kinder und man kann problemlos auch später oder im Erwachsenenalter mit der Harfe beginnen.

Stimmen von Schüler/innen

Gitarre

Wie bist du darauf gekommen, ein Musikinstrument zu erlernen? Warst du an der Instrumentenvorstellung der Musikschule? Haben es dir deine Eltern empfohlen? Oder bist du durch die Medien darauf aufmerksam geworden?

Ich war bei der Instrumentenvorstellung, die Gitarre hat mir am besten gefallen.

Ich war mit meinen Eltern im Konzert, wo Gitarre gespielt wurde. Es hat mir sofort gefallen.

Meine Mutter und Grossmutter spielen auch Gitarre. Es ist fast wie eine Familientradition.

Ich höre es immer auf YouTube und Spotify und möchte das auch können.

Warum hast du dich entschieden, ausgerechnet Gitarre zu spielen und nicht irgendein anderes Instrument?

Ich finde die Gitarre cool und mag ihren Sound.

Ich finde die Gitarre übersichtlicher als das Klavier mit seinen vielen Tasten.

Die Gitarre ist ein sehr vielseitiges Instrument, auf dem man viel verschiedene Musik spielen kann.

Gibt es irgendwelche Vorbilder für dich, von denen du denkst: So wie der oder die möchte ich auch einmal spielen können?

Angus Young, AC/DC
Slash von Guns’n’Roses
Jimi Hendrix
Eddie van Halen
Kurt Cobain von Nirvana
Matthew Bellamy von Muse

Harfe

Wie bist du darauf gekommen, ein Musikinstrument zu erlernen? Warst du an der Instrumentenvorstellung der Musikschule? Haben es dir deine Eltern empfohlen? Oder bist du durch die Medien darauf aufmerksam geworden?

Ich war an der Instrumentenvorstellung, da hat mir die Harfe am besten gefallen.

An der Hochzeit einer Tante hat jemand auf der Harfe Amelie gespielt, das wollte ich
auch.

Ich wollte Geige oder Flöte spielen, da habe ich am Adventssingen der Tagesschule
Harfe gehört, von da an wollte ich nur noch das!

Ich habe in der Stadt die Strassenmusik gehört, da wollte ich das auch lernen.

Warum hast du dich entschieden, ausgerechnet Harfe zu spielen und nicht irgendein anderes Instrument?

Ich wollte nicht Klavier spielen wie alle anderen, die Harfe hat mir sehr gefallen und man kann verschiedene Musik darauf machen.

Die Harfe tönt so schön und man kann mit ihr kuscheln.

Man spürt die Harfe so schön, wenn man spielt, das gefällt mir.

Unsere Lehrpersonen für Zupfinstrumente

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